848 Volksschulwesen
Unterricht aufwachsenden Kinder auf 150,000, und Ortschaften von 1500 die2000 Einwohnern ohne irgend eine Schule sind im „Lande der Freiheit" keimSeltenheit. (S. den interessanten Aufsatz im „Leiinburgli rerie«" Nr. ^7VI> national eUocatiun in lLnglantl itini Brunos.) Das soll nun anders und bes-ser werden, und das Parlament hat 1833 zum ersten Male eine Summe zur Ver-folgung dieses Zweckes bewilligt. Schottland erfreut sich schon seit dem 17. Jahrh,wohleingerichteler Volksschulen, und Owen'S Fabrikschulc zu New-Lanark darf inmehr als einer Beziehung eine Musteranstalt genannt werden. Holland, über des-sen Volksschulen schon Noel und Cuvier in der Zeit des französischen Kaiserreichs sehrrühmend berichteten,'behauptet fortwährend seinen alten, zunächst durch die Be-strebungen und den wackern Sinn der Ii 1 <ul«sc>>ap,>x tot out van 't Ligemeeo(Gesellschaft zu Förderung gemeinnützlicher Zwecke) erworbenen Ruhm, und derKönig zeigt seine weise Regierung, indem er alles fördert, was zur wahren Volks-bildung dient-, so wurden zunächst auf seinen Wunsch Vecwahrschulen in Hollandallgemeiner seit 1827, zum Segen für die ärmern Volksrlassen. Ein höchst er-freulicher Beweis der Zweckmäßigkeit der verbesserten Schuleinrichtungen in jenembetriebsamen Lande ist die bemerkte Abnahme der Verbrecher. ') Für Bildungtüchtiger Volkslehrer sorgt das sehr zweckmäßig eingerichtete Schullehrerseminar zuHartem. Wie Belgiens Schulwesen unter dem Einflüsse seines Klerus sich ge-stalten werde, steht noch zu erwarten; was Gutes augenblicklich noch dort besteht,hat man der vorigen Regierung zu danken. In der Schweiz, wo der großeApostel des vergeistigten Vvlksunterichts, der edle Pestalozz!, sein Evangelium derMenschenbildung verkündete, dessen vollkommene Würdigung erst späterer Zeitaufbehalten zu sein scheint, wenn die Geltung der Ideen die der Personen überwie-gen wird, regten in der neuern Zeit, neben Fellenberg, besonders von Wessenberg,H. Zschokke, Krüst, Nieoner und mehre Andere den Eifer für Verbesserung desSchulwesens an, und einzelne Cantone brachten zu dem Ende sehr bedeutendeOpfer. Mögen die bcdauernSwerthen Wirren der neuesten Zeit das angefangeneWerk der Volksbildung nicht gefährden und Pestalozzi's liebender G.nius schützendüber Helvetiens Jugend und Volk walten. Italien, Spanien und Portugalgeben auch in Betreff deS VolksschulwcsenS nur zu frommen Wünschen Veranlas-sung. Zu weit erfreulichem Betrachtungen regt der Blick auf die nordischenReiche Europas an. Rußland, das jüngst geborene Riescnkind in der Familie dercivilisicten Völker, eilt unter der Leitung einer weisen Regierung mit sichern Schrit-ten dem Ziele höherer Volksbildung entgegen, und jedes Jahr hat eine Vermeh-rung seiner Schulen auszuweisen, wobei die obersten Behörden die Erziehung zurNationalität streng im Auge behalten. S. „Dorpater Jahrbücher" vom Jahr1833. Schweden schreitet innerlich rubig vorwärts, unterstützt durch wackereSchulmänner, unter welchen vor allen andern der kräftige Redner der Wahrheit, derhochverdiente Bischof Tegner genannt zu werden verdient, weil er mit gleichem Ei-fer der Kirche wie der Schule dient, und mit gleicher Sorgfalt die Bedürfnisse derHochschulen und der Elementarschulen beachtet; ein auch außer Schweden höchstbemerkenswerthes Beispiel. Seine „Schulreden" (deutsch von Mohnike, Stral-sund 1833), ebenso vollendet in der Form als reich an Ideen, lassen tiefe Blickein die Vorzüge und Mangel des schwedischen Schulwesens thun. In dem ver-schwisterten Norwegen hat, nach einer königlichen Verordnung von 1827 in Be-treff des Volksunterrichts, jede Kirche auf dem Lande einen Küster, der zugleichSchulmeister ist, für dessen Besoldung, 20 — 40 Species jährlich, die Kirchen-gemeinde zu sorgen hat. Außerdem bestehen dort auch noch eine große Zahl unserAufsicht gestellter ambulatorischer Lehrer. Für die Bildung derselben sorgen Se-
') S. Schwarz „Erziehmigslehre" Bd. I- S. Svl fg.
ÜM> M
d», I«
! üichid«in!