Volksschulwesen 84Z
Werke der Erziehung, zu leisten schuldig ist. „Die Lehrer und Lehrerinnen sollendaher umgeben sein von der Achtung, welche ihr beschwerliches aber ehrenvollesAmt verdient. Die Geistlichen aller christlichen Confessionen, ohne Ausnahme inallen Gemeinden des Königreichs, sollen, sei es in der Kirche oder bei ihren Schul-besuchen, oder in ihren Reden bei Eröffnung der Classen, jede Gelegenheit benutzen,den Schulen ihre hohe Bestimmung und dem Volke seine Pflichten gegen die Schulevorzuhalten, überhaupt sollen die Behörden, die Geistlichen und die Lehrer sichüberall vereinigen, um die Bande der Achtung und Zuneigung zwischen Volk undSchule fester zu schließen, damit das Volk sich mehr und mehr gewöhne, dieselbeals eine wesentliche Bedingung des öffentlichen Lebens zu betrachten, und täglichmehr an ihrem Fortschreiten Antheil nehme/' Indem wir in Vorstehendem denGeist, welcher die obersten Staatsbehörden Preußen« in Betreff de« Volksschul-wesenS leitete, charakterisirt zu haben glauben, bedarf es kaum noch der Bemerkung,daß so klarem und edlem Wollen der Lohn des Gelingens nicht fehlen konnte. *)Als die bei der obersten Leitung des VoiksschulwesenS in Preußen in der betreffen-den Periode vorzugsweise betheiligten Staatsmänner nennen wir hier den ehrwür-digen Minister von Altenstein und die Ministerialräthe NiroloviuS, I. Schulz,Beckedorf und den jüngst hinzugetretenen Kortüm. Neben ihnen verdienen theilsals berathende, theils als unmittelbar thätige Förderer des Volksschulwesens inPreußen genannt zu werden: Zerrcnner in Magdeburg, Niemeyer in Halle (ge-storben 1828), Harnisch in Weißenfels, Diesterwcg in Berlin, Wagner in Brühl,Türk in Potsdam, Ehrlich in Soest, Kawerau in Jenkau, Weiß in Merseburg,Natorp in Münster, Dinier in Königsberg (starb 1831) und Andere. AIS Quel-len der Geschichte des preußischen Volksschulwesens sind außer dem zweiten Theileder angeführten Cousin'schen Schrift besonders zu benutzen BeckedocfS „Jahrbü-cher des preußischen Volksschulwesens" (von 1825 — 28), K. A. Menzel, „Diedrei königlich preußischen SchulreglementS. Mir Anhang !t." (BreSIau 1833),die Zeitschriften von Rössel, Dissterweg, Harnisch und Andern. Nächst Preußenverdient Barern als derjenige deutsche Staat genannt zu werd,», in welchem vonSeiten der obersten Behörden mit Ernst an Verbesserung des Volksschulwesensgearbeitet worden ist, wobei freilich zur Zeit noch ein allzu unruhiges und unsiche-res Drängen und Treiben, ein Schwanken zwischen verschiedenen Principien undAnsichten nicht zu verkennen und abzuleugnen sein dürfte, wie es sich neuerlich erstwieder in der Umgestaltung der wohlorganisicten Bürgerschulen in Gewerbschulenauf eine unerfreuliche Weise kund gegeben hat. Für die Seminarien ist, wenig-stens äußerlich, sehr viel gethan worden. Die beste und klarste ZusammenstellungDessen, was für BaiernS Volksschulwesen in neuester Zeit gethan und wieviel noch, namentlich in Bezug auf die äußere Stellung der Lehrer, zu thun übrigund nothwendig sei, gab der Abgeordnete Graf von Drechsel in einem meisterhaf-ten Vortrage an die erste Kammer 1821, welcher auch mit Anmerkungen undBeilagen vermehrt im Druck erschienen ist. (München 1832.) Als Wortführer"nd thätige Förderer des Volksschulwesens in Baiern verdienen vor allen genannt!U werden: Stephan!, Gräser, Pöhlmann und Andere. Würtemberg ist in ruhi-Mr und stetiger Entwickelung seines Volksschulwesens vielen andem deutschenElasten vorausgeeilt; besonders hat dort — wie schon Harnisch richtig bemerkt
öusamme" INl"^ ^von liefert folgende, auf offiziellen Mittheilungen beruhende
Lm Jahre ISIS hatte Preußen ro,(>80 Volksschulen mit ri,8SS Lehrern- - ISIS - - LikSZ , - LL,SS4 -
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,< Gisammtzahl der die Volksschulen besuchenden Kinder belöuft sich in Preußen>Nl auf r,ori 4?l , alle vom 7. bis 11. Jahre.