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gewissermaßen frei gewachsen, die sich theils aus den obigen Elementen gemischt, theilsaus andern Quellen gestaltet hat. Dahin gehören die Spieler, welche theilsselbst ausgezeichnetere Componisten sind (wie z. B. Maria von Weber war), theilssich durch den Vortrag ausgezeichneterer Werke und als Anhörer größerer ältererMeister gebildet haben. Die Werke Duffck's, Himmels, Wolf's, Maria vonWeber's und vor allem Beethoven's haben hier einen großen Einfluß geübt; zumTheil hat auch wol das Spiel dieser Meister selbst noch eine Richtung gegeben.AIS Vertreter einer solchen selbständigen Gattung von Virtuosität nennen wir hiernur Aloysius Schmitk zu Frankfurt am Main, dessen Bruder und zum TheilSchüler Jakob Schmittzu Hamburg, Karl Arnold zu Berlin, Schober-te ch n c r zu Petersburg und Andere mehr. Endlich ist eS wol billig, daß wir auchder vorzüglichern Elavierspielerinnen gedenken, deren einige in der That einen hohenGrad von Virtuosität erreicht haben. Als solche machen wir namhaft i LeopoldineBlohctka, geboren 181t zu Wien, Schülerin von Moscheles, welche schon inihrem 10. Jahre Aussetzn erregte und seitdem Kunsireiscn durch ganz Europa ge-macht hat; Fräulein von Belleville aus München, gleichfalls eine vortrefflicheSpielerin, die sich in allen Hauptstädten Englands, Frankreichs, Rußlands II. s. w.bat hören lassen ; Joscphine Ede r aus Wien, noch sehr jung, eine Schülerin desgleichfalls geschickten Elavierspielers Würfl, die besonders ein angenehmes Spielbesitzt, aber auch Beethoven gut vorträgt. Adolphine von Schau roth, Schü-lerin Kalkbrenncr's, geboren 1814 zu Magdeburg, erregte schon in ihrem neuntenJähre großes Aufsehen und machte Reisen durch ganz Europa. Jetzt lebt sie un-sers Wissens zu München und zeichnet sich insbesondere durch den Vortrag der mo-dernsten sowie älterer charakteristischen Eompositionen aus, als z. B. der Sonatenvon Karl Maria von Weber. Elara Wieck, geboren zu Leipzig, ist für »euereComposikionen »»gemein ausgebildet; leider fehlt es ihr aber an einer gründli-che» Führung zu etwas Werthvollcrm. Luise Zcidler zu Berlin, Schülerin Lud-wig Bcrgcr's, eine junge Spielerin, besitzt zwar nicht eine ausgezeichnete moderneFertigkeit, hataber einen reizenden Anschlag und zeichnet sich durch schönen Vortragaus. Hiermit beschließen wir die Übersicht über die vorzüglichsten Clavicrvirtuo-scn, welche verhällnißmäßig an Zahl die jedes andern Instruments weit übersteigt.
Zunächst wäre jetzt die Violine als cultivirtesteS Soloinstrumcnt zu nennen.Wie die Schule des Clavierspiels von Clemcnli hauptsächlich ausgegangen ist, soist Viotti als der Vater des ViolinspielS zu betrachten. Seine edcln Grundlagenwurden durch Peter Rode auf das vollkommenste und reizendste ausgebildet undnoch heute gilt dieser, vor wenigen Jahren zu Bordeaux verstorbene große Künstlerfür den unübertroffensten Spieler in Ton und Styl des Vertrags. Er hat eigent-lich keinen Schüler hinterlassen, aber seine Schule ist für alle jetzt lebenden Meistervon der größten Einwirkung gewesen. Nur einen Zögling, Eduard Ritz, hat ervon früh an durch seinen Unterricht gebildet, doch dieser treffliche Spieler folgtenoch in seinen Jünglingsjahren dem Meister nur um ein halbes Jahr später imTode nach. Gleichzeitig mit Rode, oder doch nur wenige Jahre später, glänztendie Talente Baillo t'S für daS großartige Spiel, Kreutzer'S für das glänzende,Lafont' sfür das graziöse. Der Letztere, der noch jetzt vielfach öffentlich auftritt,ist beim Publicum der beliebteste und bekannteste geworden. Kreutzcr bat vorzüg-lich durch Unterricht und durch Eompositionen, namentlich durch seine Etüden, ein-gewirkt ; Baillvt durch den Vortrag classischer Musikwerke. Obgleich diese Män-ner alle auch nicht Schüler Rode's zu nennen sind, so übte er doch einen ungemei-nen Einfluß auch auf sie und hat ihrer Bildung, indem er fast all ihre besondernEigenschaften in sich vereinigte, eine wesentliche Richtung gegeben. Muß manihn auf diese Weise als den Gründer der französischen Schule betrachten, so ist erauch von eben solchem Einfluß aus die deutsche gewesen. Louis Maurer genoß