Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
821
Einzelbild herunterladen
 

tHyr,

bdtiz

KÄ,,^

H^iWl

Virtuosen 821

PUersbukg, bekannt geworden. Krämer hat fast Alles ausgebildet, was in Lon-don Clavler spielt, doch ist uns kein vorzügliches Talent darunter bekannt gewor-den. Von äklengel's Schülern haben wir ebenfalls öffentlich nichts vernommen.Ludwig Berger hat ohn« Zweifel die größten und bedeutendsten Schüler gezogen,von denen wir nur Felir Mendelssohns, d.) undW. Taubert hier nen-nen wollen. Taubert haben wir schon unter den Komponisten namhaft ge-macht; doch verdient er einen ebenso ehrenvollen Rang unter den Virtuosen, in.dem er namentlich im schönen Spiel nur wenigeglückllche Nebenbuhler haben dürfte.So weit diejenige Klavierschule, welche wir dle classische insofern nennen möchten,als sie innig mit wcrthvollen Kompositionen verbunden ist und eS sich hauptsächlichzum Ziel gemacht hat, durch den Vertrag Geist und Seele eines Stückes herauszuheben. Neben ihr steht die sogenannt! modeme Schule, der man weniger einePerson als den Zeitgeschmack zum Vater geben möcht«. Sie ist vorzüglich vonWien und Paris ausgegangen. In der erstem Stadt war es unstreitig JohannNepomuk Hummel, der sie begründete. Dle Gediegenheit seiner KompositionenIkdoch gab ihr bei ihm eine Beimischung wesentlich lobenSwetther Eigenschaften,deren sie bei manchen Andern entbehrt. Mosch»l« S war der nächste, der sich nachihm bildete. Joseph Czerny ging gleichfalls daraus hervor, zeichnete sich abermehr durch Kompositionen für sein Instrument als in, Sclbstspielen aus, wiewol«rauch in dieser Beziehung ehrenvoll zu nennen ist. Maria von B o ekelt, BaronThalberg und Andere mehr, schließen sich dieser Schule an. Der Letztere ist einnoch sehr junger Spieler von der außerordentlichsten Fertigkeit und auch talentvollerKomponist. Er würde ohne Zweifel sehr berühmt werden, wenn er seinem An-schlag mehr Energie zu geben wüßte. Endlich ist aus diesem Stamm noch derjunge LiSzt in ParlS zu nennen, der in Wien seine Laufbahn begann und sichschon als Knabe durch die außerordentlichste Fertigkeit auszeichnet«. Ein gewisse»wildes geniales Wesen, welches den eleganten Salons von Paris nicht zusagt, be-wirkt, daß er dort mehr von den Musikern als vom Publicum gekannt und ge-schätzt ist. Neben diesem wiener Zweige sproßte gleichzeitig ein pariser, als dessenvorzüglichster Repräsentant Friedrich Kalkbrennerzu nennen ist. Zwar ist der-seldc zu Berlin geboren, doch kam er in seiner Jugend nach Paris, wo er Schülerdes Konservatoriums wurde. Von den Spielern in moderner Weise, die vorzüg-lich den höchsten Grad der Ausbildung mechanischer Fertigkeit zum Ziel haben undsowol in der Schnelligkeit ihrer Passagen als in graziöser Eleganz des Ausdruck«(dem sich jedoch selten wahre Seele und Innigkeit beimischt) da« Außerordentlichsteleisten, ist er unstreitig der vortrefflichste. Ihm schließen sich in Paris zunächst,obwoldurchaus nicht als seine Schüler, Herz und PiriS an. Das Studiumdiese« letztem besonders geht darauf hinaus, durch neue frappante Schwierigkeitenand blendende Benutzung de« Instrument» Effect zu machen. In dieser Hinsichtist Herz vielleicht jetzt der beliebteste Komponist, dessen Arbeiten am meisten öffent-lich gespielt werden. Ob er selbst als Virtuose so ausgezeichnet ist, vermögen wir nichtI" beurtheilen, da wir ihn nie gehört haben. Die Art seiner Kompositionen hat unterdm Neuern viele Nachahmer aufgeregt, unter welchen wir Peter Ernst Hünten undatchann kalliwoda sobwol dieser Letztere auch sein Talent nach andern Rich-tungen rühmlichst angewandt hat) als die berühmtesten nennen. Indessen scheintchon diese Gattung nur eine große Verirrung zu sein, die in neuern Erscheinungena°ch auf einen höhem Gipfel steigt. Wir nenl.en davon nur die Kompositionen^>n Chopin aus Warschau, der aber, wie wir hören, in Paris lebt; diese errei-ch>n den Gipfel des Unnatürlichen, Verrenkten und Gequälten, und sind nur in-otern erfreulich, als man glauben muß, daß in diesem äußersten Grade verkehrterN die Erschöpfung de« Unsinn» und somit die Rückkehr zum Bessern liegt.«»n diesen beidenHauplrichtungen oder Schulen der ElavierspielS ist noch eine dritte