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Vereine, besonders politische
lelalters", vorn Professor Wild», (Holle 1831). Mit der Ausbildung der Lan-deshoheit und einem von Frankreich herübergekommenen thätigern Eingreifen derPolice! ward das Wirken freiwilliger Vereine zum Theil überflüssig, zum Theilden Regierungen lästig und bedenklich. Manche, welche obwol sehr ausgedehnt,
Loch nur einen zufälligen und niedern Zweck hatten (die Brüderschaften des heiligen !MarcuS und des heiligen Lucas, welche unter den jungen Handwerkern zur Übung lim Fechten bestanden) wurden aufgehoben, oder verloren sich vielmehr nach und nach ^von selbst, durch die Veränderung der Sitten. Andere zogen sich in das Dunkel des !Geheimnisses zurück, und wirkten auf manchen Punkten und zu manchen Zeitenmit sehr verschiedenartiger Thätigkeit und verschiedenem Erfolg. Die lctzteHälste des !vorigen Jahrhunderts war gleichsam die Blütenzeit geheimer Gesellschaften, welche 'bald von den Regierungen unbeachtet, bald verfolgt, bald sogar begünstigt. Allesin ihren Kreis zogen, was nur irgend ein höheres oder niedriges Interesse für denMensche^chat. Befriedigung sinnlicher Lüste, des Durstes nach den Geheimnissender NatuA Goldmachen und Stein der Weisen, der Herrschsucht, der Begierdenach Reichthümern, Alles diente zur Lockspeise, während andere Verbindungen 'wirklich die reinsten und edelsten Zwecke sich vorgesetzt hatten. Auch von dieser Ten-denz der Zeit wurden die Universitäten ergriffen, und überall fanden sich geheimeVerbindungen, welche unter wechselnden Namen sich selbst mit höher gerichtetenZwecken täuschten, aber im Grunde nichts waren, als gesellige Vereine jungerLeute, deren vornehmste Tendenz darin bestand, sich enger aneinander zu schließen,dadurch, verbunden mit dem Reiz des Geheimnisses und der Feierlichkeit der Ge-bräuche, in der Studentenwelt wichtiger zu erscheinen, und in manche Verhält-nisse des akademischen Lebens eine gewisse Ordnung zu bringen. Was sie sonstim Ganzen genutzt oder geschadet haben, möchte schwerlich unter einen allge-meinen Ausspruch zu bringen sein. Es kam auf den wechselnden Ehacakter derVerbindung an; eine jede von ihnen hat Perioden gehabt, in welchen sie auf ihreMitglieder sehr wohlthätig gewirkt, und ihnen die schönsten Genüsse der Eintrachtund Freundschaft gewährt und selbst zu wissenschaftlicher Ausbildung sehr viel bei-getragen hat; aber auch andere Perioden, in welchen sie Verführungen zumTrunk, zur Trägheit und andern Untugenden dargeboten hat. Doch möchte, nachder Versicherung vieler ältern Männer, im Ganzen das Übergewicht sich auf dieSeite des Guten geneigt habrn, und wenn man doch nöthig fand, auch diese aka-demischen Orden streng zu untersagen, so hatte das seinen Grund hauptsächlich darin,daß sie für die akademische Disciplin immer ein gefährliches Element blieben, welchesleicht gemisbraucht werden konnte. Indessen waren auch diese Verbote aus die Dauerunwirksam; die sogenannten Nationen verwandelten sich in Orden, diese wieder inLandsmannschaften und Kränzchen, und obgleich selbst der Reichstag sich um dasJahr 1792 mit den Studentenorden beschäftigte, so erkannte er doch wahrschein-lich bald, daß dieser Gegenstand nicht wichtig genug sei, um die Zeit einer so er-lauchten Versammlung zu ernsten Berathungen in Anspruch zunehmen, zumalda von einer gefährlichen politischen Tendenz der damaligen Studentenorden nichtdie Rede war. Im Ganzen aber hatte sich vor der französischen Revolution diestaatsrechtliche Ansicht festgestellt, daß 1) ein jeder Verein, um vollkommen recht-mäßig zu sein, die Genehmigung der Obrigkeit nöthig habe, und wenn auch der-gleichen nicht autorisirte Verbindungen zu blos geselligen, litcrarischen oder andernZwecken geduldet wurden, doch die Regierung befugt sei, eine jede ohne besondereGründe aufzuheben, und daß also von einem (autonomischen) Einigungsrechkenicht die Rede sein können; 2) daß auch Versammlungen der Unterthanen außer-halb der Gemeinden und unter den Vorstehern derselben nicht erlaubt seien. Dieswar auch die Jurisprudenz des alten Frankreichs. Nur mit Erlaubniß des KönigSoder der königlichen Beamten durften Versammlungen gehalten werden, und auf