Vatout
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Vatismenil begann seine Laufbahn als Advorat unter Napoleon's Re-gierung noch zu jung und unbekannt, als daß er Antheil an den Staatsgeschäs-len hatte bekommen können, indeß nach der Rückkehr der BourbonS ward er zumSubslitur und dann zum Kronanwalt ernannt. In dieser Eigenschaft hatte er dieunangenehme Obliegenheit, die Preßvergehcn gerichtlich zu verfolgen. Er thatdies mit einem Eifer, der ihm zwar die Zufriedenheit der Regierung, aberauch das Misvergnügen und die Sarkasmen der Liberalen zuzog. Er wurde alseiner der heftigsten Verfolger der Preßfreihcit bezeichnet und Marchangy gleichgesetzt.Zum Generaladvocaten befördert, hatte er von nun an eine bessere Stellung imVerhältniß zu der Nation. Als Martignac's Ministerium gebildet wurde, welchesnach freiern Grundsätzen zu regieren sich vornahm als das vorige, erhielt V.das Departement des öffentlichen Unterrichts. Obschon man sich wenig von sei-nen Ansichten in diesem Fache versprach, so benahm er sich doch weit besser alsman erwartet hatte. Sein Vorgänger Frayssinous hatte die Geistlichen begün-stigt und den Jesuiten zu viel eingeräumt, und obgleich er durch die Stimmung derKammern benachrichtigt worden war, daß er zu weit ginge, so hatte er nichts desto-weniger fortgefahren, vorzüglich den Geistlichen das Unterrichtswesen anzuvertrauen.V. hatte hier viel zu verbessern, viel umzuändern. Zwar ging er langsam zuWerke, indessen geschahen doch in der kurzen Zeit seiner Verwaltung bedeutendeAbänderungen. Er war einer der ersten, welcher zweckmäßige Maßregeln traf,um die Grenzen des Unterrichts der königlichen Collegien zu erweitern, und unterandem auch fremde Sprachen mit hineinzuziehen. Ebenso bedachte er die Schul-lehrer und verordnete, eS sollten jährlich als Belohnungen Gold-und Silberme-daillen unter sie vertheilt werden. Leider war die Zeit seines Wirkens allzukurz;denn als im Aug. 1829 Polignac ans Ruder kam, mußte V. abtreten, und demultraroyalistischen Grafen Montbcl weichen, der zwar das wenige Gute, das V.gestiftet hatte, nicht direct aufhob, aber es zum Theil langsam verfallen ließ. B.bewarb sich bald daraus um einen Platz in der Deputirtenkammcr; er ward inEorsica zum Deputirten erwählt; da er aber das erfoderliche Alter noch nicht halte,wurde aus dieser Wahl nichts. Er verschwand seitdem von der politischen Schau-bühne. An der JuliuSrevolution nahm er keinen Antheil, und wurde durch dieselbeauch nicht wieder hervorgehoben. (25)
Vatout, französischer Dexutirter und Schriftsteller, hatte unter der Re-gierung Ludwig XVIII. die Stelle eines Unterpräfecten und zeigte in derselbeneinen selbständigen Geist. Eine Schrift, die er unter dem Titel: „O'iristoire <ie>a Kilo elu ko!" herausgab, machte einiges Aufsehen, da sie eine allegorische Ge-schichte der von Ludwig XVIII. gegebenen Staatsverfassung war, und zum Zweckhatte, der Regierung die Nothwendigkeit ans Herz zu legen, die Charte in allenihren Punkten genau zu erfüllen. Er lieferte in der Folge eine Forschung dieserFlugschrift. Unter Karl X., als die Regierung mit ihrer Absicht, die alte Regie-rungsweise wiederherzustellen, allmälig hervorrückte, und den Beitritt der Staats-beamten zu derselben federte, verlangte V. seine Entlassung. Am Ende der Regie-rung des übelberathenen Königs wurde er zum Mitgliede der Deputirtenkammerernannt, und stimmte in derselben mit den Freisinnigen. Bei der Erhebung desHauses OrleanS kam V. in Gunst bei dem Könige Ludwig Philipp, der ihn zumAufseher seiner Privatbibliolhek machte. Seit dieser Zeit stimmt er in der Dcputir-tcnkammer stets mit den Ministeriellen, zeichnet sich aber in derselben wenig aus. Da-gegen hat er sich seitdem mehr auf Schriftstellerin gelegt und unter Anderm eine an-ziehende „Geschichte der Verschwörung Cellamare's gegen den Regenten Herzog vonOrleans" herausgegeben, wozu er Urkunden aus dem Orleans'schen Archiv be-nutzen konnte, welche bisher unbekannt geblieben waren. Aber leider hat er sichflicht mit der Rolle eines Geschichtschreibers begnügen, sondern auch Dichter unh
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