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betrachtet werden muß, welches Montevideo nachmals betroffen. Doctor ObeS,Advocat und amtlicher Rathgeber des Generals Elio, ein junger und talentvollerMann, der schon früher die Absichten der portugiesischen Regierung in Brasilienaus die Banda Oriental unterstützt, aber diese Verbindung wieder aufgegeben hatte,machte mit den Patrioten von BuenoS ApreS, in der Hoffnung eine Hauptrolle zuspielen, gemeinschaftliche Sache; als er aber bei der Wahl der Junta, deren Mit-glied er zu werden wünschte, unberücksichtigt blieb, ertrugen sein Stolz und Ehrgeizdiese Kränkung nicht-, er verließ die Nationalsache und wurde der heftigste Gegnerder Junta. Durch seinen Einfluß und seine Ränke wußte er das Volk vonMontevideo zu der Erklärung zu bestimmen, daß dasselbe eine Obrigkeit nicht aner-kenne, welche nicht auf dem gesetzlichen Wege durch die Nation ernannt wäre. Daswar der Ursprung der Spaltung zwischen den zwei Nachbarstädten. Im SommerdeS JahrcS 181.1 schickte die patriotische Regierung von BuenoS AyreS ein kleinesHeer gegen die Banda Oriental ab. Im Jul. fand bei las PiedraS ein kleines aberglänzendes Gefecht statt, indem 200 Gauchos, unter Artigas' Anführung, der inFolge eines Zwistes mit Eli« zu den Patrioten übergegangeu war, 1000 spanischeSoldaten und Seeleute, welche aus Montevideo einen AuSfall machten, mit gro-ßem Verluste zurückschlugen. Die Armee der Patrioten, etwa 1500 Mann stark,wurde von dem General Rondeau angeführt, der die Ropalisten aus Montevideoam 31 Dec. 1812 bei El Cenrito schlug und sie bis an die Mauern der Stadt ver-folgte. Fortwährend verrichtete Artigas Wunder der Tapferkeit und wurde wiederan der Spitze seiner berittenen Viehhirten der Schrecken deS Landes; aber von jeheran Zügellosigkeit gewöhnt, entzog er sich den Befehlen des Generals Rondeau undhandelte unabhängig nach seinen eignen Planen. Der Versuch der Ropalisten vonMontevideo, auf kleinen Kriegsfahrzeugen einen Einfall in das Gebiet von BuenoSApres zu machen, misglückte gänzlich. Die bei Sän Lorenzo am westlichen UferdeS Parana gelandeten 300 Mann wurden von dem in der füdamerikanischen Be-freiungSgeschichle berühmten Obersten Sän Martin mit 150 reitenden Grenadierenangegriffen und gänzlich vernichtet. Oberst Alvcar ersetzte Rondeau im Commandoder Pakriotenacm-ee in der Banda Oriental; belagerte 1814 Montevideo und er-oberte endlich am 20. Jun. diese wichtigste Festung der Spanier am Rio de laPlata. Die Übergabe war vorzüglich durch ein kleines patriotisches Geschwaderunter der Anführung deS CapitainS Brown, der später im Kampfe mit Brasiliensich auszeichnete, bewirkt worden, indem er am 17. Mai die weit stärkere spanischeFlotille im Hafen von Montevideo angriff und zerstörte; 5000 Mann spanischeTruppen ergaben sich an Alvear und 11,000 Flinten und große Vorräthe anSchießbedarf und andere Waffen wurden die Beute der Patrioten. Von nun annannte sich Artigas das Oberhaupt der Banda Oriental und verlangte von Alvear,mit dem er in offene Fehde gerieth, die Überlieferung von Montevideo, die natür-lich verweigert wurde. Die Regierung von BuenoS ApreS schickte den General So-ler als Eommandanten der Festung Montevideo ab; aber er wurde von ArligaS soheftig bedrängt, daß er weichen und diesem den Besitz der Stadt und Festung über-lassen mußte. Der Direetor Posadas erklärte nun den Artigas für einen StaatSverrä-ther und setzte einen Preis auf seinen Kopf. Von nun an waren alle Versuche, denkühnen Parteigänger zu unterwerfen, vergeblich. Die brasilische Regierung be-nutzte diese Gelegenheit, ihren längst gehegten Plan auszuführen, das Gebiet derargentinischen Republik einzuschränken, und besetzte unter dem Vorwande, die brasi-lische Grenze vor Anarchie zusichern, die Banda Oriental mit einem Heere von8000 Mann unter der Anführung des Generals Lecor. Nach manchem blutigenGefechte mit den tapfern Gauchos wurde die Hauptstadt Montevideo am 19. Jan.1817 besetzt. Aber die Bewohner der Banda Oriental setzten, verlassen von Bue-noS AyreS, eine heidenmüthige Vertheidigung durch Guerillas gegen die Portu-giesen fort, und bald sahen sich diese blos aus dl« von ihnen besetzten Plätze be-
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