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Uruguay 723
schränkt. Mehre Jahre dauerte der Kamps fort, den AriigaS gegen Brasilien undBuenos Apres führte, bis er nach manchen Unfällen in der Provinz Enlre Riossich nach Paraguay flüchten mußte, wo ihn der Dictator Francia in dem DorfeCandelaria unter strenge Aufsicht stellte, bis er 1826 in seinem 6V. Jahre in diesergezwungenen Unthätigkeit starb.
AIS die argentinische Republik 1821 sich in einem beruhigten Zustande be-fand und die brasilische Regierung befürchten mußte, jene würbe den Versuch wa-gen, ihre Truppen aus Montevideo zu vertreiben, suchte sie die Republik durch dieAnerkennung ihrer Unabhängigkeit günstig zu stimmen. Zugleich eröffnete sie denBewohnern von Montevideo eine Abstimmung über ihre künftige politische Lage, aberin einer Form, welche das von der portugiesischen Regierung Brasiliens gewünschteResultat haben mußte, nämlich die Anschließung dieser Provinz an Brasilien. Sowurde nun die Banda Oriental mit Montevideo die brasilische Provinz Cisplatina.Bald darauf änderten sich die politischen Verhältnisse in Brasilien selbst; es pro-clamirte seine Unabhängigkeit von dem Mutterland« Portugal und constituirte sichals Kaiserreich unter Don Pedro I. Dieser schickte einen Gesandten nach BuenoSApres, um seine Anerkennung von der argentinischen Republik zu erlangen; aberdiese machte die Räumung Montevideos zur Bedingung. Der Kaiser verweigertesie. Endlich, müde der vielen erlittenen Bedrückungen, protestirte Montevideomit der ganzen Provinz offen gegen ihre Einverleibung in das brasilische Kaiserreichund begab sich unter den Schutz von Buenos Apres. Noch ehe dieser Staat, wel-cher auf die Versammlung des Generalcongresses der Platastaaten wartete, für dieBefreiung der Banda Oriental etwas thun konnte, faßte der Oberst Lavalleja, ei»zu Buenos Apres lebender Offizier aus Montevideo, den Entschluß zur Befreiungseines Geburtslandes. Mit 38 Begleitern ging er 1825 über den Platastrom;sogleich schloß sich der Oberst Fructuoso Ribera, bis dahin in brasilischem Dienste,ihm! an und in kurzer Zeit war das ganze Land im Aufstande, sodaß nur Mon-tevideo und Colonia del Sacramento in der Gewalt der Bcasilier blieben. ImJun. 1825 wurde in dem Orte Florida eine provisorische Regierung eingesetzt,welche sogleich mit dem Gencralcongresse der Platastaaten in Verbindung trar.Diese ermunterten die Bewohner der Banda Oriental und versprachen ihnen, imNoihfalle nicht müßige Zuschauer des Kampfes gegen Brasiliens Einfälle zu sein.Die von der Repräsentantenkammer von Montevideo zum Generalcongreffe derPlatastaaten gesandten Deputirten wurden in seinen Schooß aufgenommen. Alsder Kaiser von Brasilien Nachricht davon erhielt, erließ er am 10. Der. 1825 einepomphafte Kriegserklärung, welche von den la Platastaaten am 3. Jan. 1826 er-widert wurde. Der Kaiser machte große Rüstungen zu Wasser und Lande, underklärte Bucnos Apres und den Platastrom in Blokadezustand; aber die Schiffeder Republikaner durchbrachen kühn die Reihen der feindlichen Kriegsschiffe und ge-fährdeten selbst die brasilische Küste; auch zu Lande erfochten sie Vortheile über desKaisers Heer und der Krieg endete für die Republik auf eine glänzende Weise. Am27. Aug. 1828 wurde zu Rio Janeiro ein Präliminarfriedensvertrag unterzeich-net und am 27. Ort. zu Santa Fe ratifirirt. Nach de» Bestimmungen dieses Ver-trags, welchen Großbritannien garantirte, wurde die Provinz Montevideo oderEisplatina für vollkommen unabhängig erklärt und ihr das Recht zugestanden, sich"mit einer beliebigen Regierungsform als selbständiger Staat zu constituiren. Alsprovisorischer Gubernador wurde der General Rondeau ernannt, welcher sich früher»in die Befreiung des Landes verdient gemacht hatte. Die Provinz Montevideo er-klärte sich unter dem Namen Republica oriental «lel lru^'uav für einen selbständi-gen Freistaat und gab sich am 10. Sept. 1829 eine eigne Verfassung.') Nach die-
') In einer vollständigen englische» Übersetzung in „vritleb »nrl korelgn stetsk-k-r- ISso — 31" (London ES), S. 10Z2 fg. D. Red.
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