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Ungarn in der neuesten Zeit
worunter 400,000 Eimer Land- und Sandwein, jährlich liefet. Der größteWeinhandel ist in Pesth selbst, wo man allein den jährlichen städtischen Verbrauchauf 300,000 Eimer und die Summe der lagernden Weine auf mehr als eine HaldeMillion Eimer schätzt, und fast an jedem der vier Märkte 20,"00 Eimer nur zuWasser hergeführt werden, Im Ganzen klagt man überall in Ungarn überStockung des Weinhandels inS Ausland, woran der hohe Ausfuhrzoll, welcherüber 2 Gldn. Conv.-M, mithin oft mehr als den Einkaufspreis beträgt, also dieguten Geschäfte nur auf Edelsorten beschränkt, hauptsächlich Schuld ist, jedochauch die starken Einfuhrzölle in den Nachbarstaaten ihren Theil haben, Nächst-dem daß sich die ungarischen Landwirlhe mit Eifer des Weinbaus befleißigen —in der Nähe von Pesth hat Laver von Maycrffy einen Musterweinderg von 600Vierteln angelegt — ist man neuerdings auch darauf gekommen, durch Aufstellunggroßer Fässer sich auszuzeichnen. Der größte Weinhändler Ungarns und des Kai-serstaatS, I. Anton von Szulingi in Tyrnau, ließ 1,823 in Pesth ein Faß von2110^ Eimern verfertigen und in einer eigens dazu eingerichteten Abtheilungseines Kellers zu Tyrnau gefüllt aufstellen, und 1825 überbot ihn Graf Nikol.Esterhazy durch ein Riesenfaß von 2150 Eimer Inhalt, welches in Pesth gebautwurde und im gräflichen Keller zu Bay unweit Tata in der comorner Gespanschastlagert; beide aber übersteigt das Marmorfaß, welches Karl von Mayerffy in Ofenin halbrunder Form zusammensetzen ließ ; es enthält 3000 Eimer und ist jetzt wolder größte Weinbehälter in der Welt. Zu bemerken ist, daß seit 10—20 Jahrendie bekannten ungarischen Edclweine, nämlich der Tokayer, Menesa, Sermier,Rüster, Odenburger, St.-Georger !c, eine Menge Rivalen erhalten haben, derenRuhm in Handel, im Jnlande und Auslande vorzüglich dadurch sich zu verbrei-ten anfängt, daß Mitglieder deS 1829 zu Pesth gestifteten Nalionalcasinos denKeller desselben mit lauter ausgesuchten Weinen eigner Fechsung versehen haben;also, daß 1830 der Weintarif des dortigen Traiteurs 83 Sorten ungarischer Edel-weine enthielt, worunter sich 18 verschiedene Desertweine befanden, (Vergl, dasvorzügliche Werk: „Ungarns Weinbau in seinem ganzen Umfange", von FranzSchams, 2 Bde, Pesth 1832 — 33.) — Der TabackSbau hat auch bedeu-tend zugenommen, mehr wegen des mit der Bevölkerung vermehrten einheimischenVerbrauchs, der auch durch die seit einigen Jahren stark überhand genommene Fa-brikation inländischer Cigarren gestiegen ist, als wegen erhöhten Absatzes ins Aus-land, Man strebt nach Cultur der bessern Gattungen, und von Zeit zu Zeit kom-men Edelsorten mit ganz neuen Namen in den Handel und werden mit 70—- 80Gldn, wiener Währung für den Centner bezahlt, wenn der Preis der gewöhnlichenBlätter nur von 6 —10 Gldn, wiener Währ, schwankt. Man baut in Ungarnvorzüglich fünf Sorten, dliootiana rusticu, den kleinen türkischen Taback, 5i,'lubacum, 51. ßlutiunsu, 51. >>otum, 51. Oulicosu, und der Anbau würde allent-halben mit Riesenschritten vorwärts gehen, wenn nicht die Ausfuhrzölle den Han-del ins Ausland erschwerten und die Tabacksregie solchen in die östreichischen Staa-ten sperrte. Man schätzt den jährlichen Gesammtertrag des ungarischen Tabacks-baues auf 300,000 Centner, wovon allein die königliche Tabacksregie jährlich135,000 Centner verbraucht, wobei aber die unlauter» Umtriebe der großen Lie-feranten, meist Juden, und ihrer Aufkäufer den Producenten sehr drücken. Sonstmögen etwa 50,000 Centner ins Ausland gehen; der übrige Ertrag wird im Landeverbraucht, wo mehr als irgendwo geraucht und auch stark geschnupft wird, — Dienur strichweise belriebeneO bstdaumzucht nimmt nur langsam zu und ist hin-sichtlich der Pflaumen bedeutend in den von Slavoniern, Wlachen und Nußniakenbewohnten Gegenden, wo man daraus eine ungeheure Quantität Sliwowitzabrennt. Sonst wird das meiste Obst in den Comitate» Trenlsin, Neusohl, Houtb,Neograd, Gömör und den übrigen unterkarpalhischen Gespanschaften gebaut, undEonv.-Cx, der neuesten Zeit und Literatur. IV. 44