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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
688
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888 Ungarn in der neuesten Zeit

Classen von 50 150 Gld». Conventionsmünze für den Centner ein, und wennman den ganzen Betrag der Erzeugung auf wenigstens 200,000Centneranschlägk,wovon etwa 25,000 Centner im Lande bleiben und 5000 Centner für 150 Gldn.,10,000 Centner zu 130 Gldn. und 120,000 Centner zu 50 70 Gldn. Con-ventionsmünze ins Ausland verkauft werden, so ist bei den jetzigen hohen und stei-genden Preisen füglich anzunehmen, daß jährlich dadurch gegen 10 Will. Gldn. jConventionsmünze ins Land gebracht werden. Nicht sowol auf Vermehrungals Veredelung der Pferdezucht wirkt daS seit 1785 bestehende ungeheure königliche lGestüte zu Mezöhegges in der csanader Gespanschaft. Ihm sind fünf kameralischePußten von 44,301 Joch Flächenraum gewidmet, und der vollzählige Bestanddesselben sind 188 Beschäler, 6000 junge Hengste und Füllen, 1000 Hand- und l3000 freie Stuten, 6000 junge Stuten und Füllen, 496 Zug- und Reitpferde, ^

zusammen 16,684 Stück Pferde nebst 600 Stück Zugochsen. Hiermit ist ein >

Personal von 500 Menschen beschäftigt, und von da aus werden jährlich 1000Dicnstpferde für die Armee geliefert und 140 Beschäler für gemeinnützigen Ge-brauch in Ungarn und 40 für Siebenbürgen vertheilt. Geringern Umfang undEinfluß hat das königliche Gestüt zu Babolna im comorner Comitat, welchemnur ein Flächenraum von 7000 Joch gewidmet ist, aber immer vermehrt sich dieZahl der Grundherren in Ungarn und Siebenbürgen, welche nach Veredelung ihrer ,Gestüte trachten, wozu die seit einigen Jahren aufgekommenen öffentlichen Wett-rennen beigetragen haben. Namentlich hat sich seit 1827 eine Gesellschaft zu Pesth ^vereinigt, jährlich während des dortigen Jahrmarkts auf einem eigens dazu imWeichbildc der Stadt eingerichteten Platze Wettrennen zu halten, was denn auchmit bestem Erfolge ins Leben getreten ist; aber obgleich man dabei sich nach engli-schen Regeln richtet, so hat doch das größere Publikum sich nicht im mindesten ge-neigt gefunden, der britischen Wetkspielsucht sich zu überlassen. Es ist indeß einelebhafte Volkslustbarkeit dadurch bereitet, und da man auch den Bauern einigeTheilnahme daran gestattet hat, zugleich auf die Verbesserung der gemeinen un-garischen Pferderasse einzuwirken angefangen worden. Dieselbe Gesellschaft hatihren Zweck auch auf die Förderung der ungarischen Viehzucht überhaupt ausge-dehnt und zu dem Zwecke am Schlüsse des Wett-ennens eine Musterausstellung,nicht allein von Pferden, sondern auch von Hornvieh, Schafen und Schweinenangeordnet, wobei nur Bürger und Bauern zugelassen und Preise für die schönstenExemplare ausgetheilt werden. Dies durch Preise ausgezeichnete Vieh wird anden Meistbietenden versteigert.

Der Weinbau hat sich seit 10 20 Jahren ungemein vermehrt, abernicht veredelt; denn nur in wenigen Weingegenden, namentlich in dem Hegpattya-,Rüster- und ödenburger Gebirge, trachtet man durch Anbau der besten Rcbsortcnund Cultivirung der Berggärten Edelweine zu erzeugen, an den übrigen Drten aberzieht man es vor, die Rebenpflanzungen in die Niederungen auszudehnen und durchPflegling oer tragbarsten Traubenarten recht vielen, wenn auch geringern Wein zugewinnen. Demnächst sind auch die meisten neuen 'Anlagen in den Ebenen oderauf niedrigen Anhöhen um die Dörfer herum geschehen oder geschehen noch,haben aber so überhand genommen, daß in allen Comitaten, wo Weinbau istnur sechs von 52 Gespanschaften entbehren desselben fast jedes Dorf, so flaches auch liege, seinen Jahresbedarf erbaut. Man rechnet daher den ganzen Wein-ertrag Ungarns, den man vor etwa 20 Jahren kaum auf 20 Mill. Eimer an-schlug, jetzt auf 30 Mill., wovon etwa 4 Mill. ins Ausland gehen, das Übrigeim Lande verbraucht wird, was, den Eimer zu 2 Gldn. Conventionsmünzegerechnet, «inen jährlichen Verbrauch von wenigstens 50 Mill. Gldn. Conven-lionsmünze Werth ergibt. Das weinreichste Comitat ist das Pesther welchesden größten Theil des osener GebirgszugkS begreift, und gegen 1,200,000 Eimer,