Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
682
Einzelbild herunterladen
 

682

Uminski

führt« das Jahr 1806 herbei. Auf das magische WartUnabhängigkeit" ström-ten die Polen von allen Seiten herzu, um sich unter Frankreichs Adler zu reihen, - 'Unter den Ersten erblickte man U. Seinem Beispiele folgten viele Polen, Schon --bildete er auf Anordnung des Generals Excelmans, der die kaiserliche Borhut be- -'s«

fchligte, aus den Tapfersten seines Volkes eine Ehrengarde für Napoleon, und > >A

focht als Haupt einer Reiterschar unter den Mauern von Danzig, Bei Dirschau ^verwundet, fiel er in die Hände der Preußen, welche damals alle polnischen Gefan- tz«

genen wie aufrührische Unterthanen behandelten. U, ward daher von einem Kriegs- s zj

geeichte als Urheber der Empörung zum Tode verurtheilt. Schon war der Tag > «

gekommen, wo das Urtheil vollzogen werden sollte, schon stand er mit verbun- ! s,

denen Augen vor einem Haufen Füsiliere, als ein französischer Parlamentair s«

im Namen des Kaisers erklärte, daß der Kopf des Prinzen August von Preu- ,i

ßen, der in französischer Gefangenschaft war, für das Leben der polnischen Gefan- u

genen und namentlich U.'S hafte. Diese Drohung wirkte, die Erccuticn wurde «

eingestellt und U. blieb bis zu Beendigung des Feldzugs in Riga, Als er zur Ar- u

mec zurückkam, ward er zum Major im fünften reitenden Jägerregiment! er- ?

nannt. Im östreichischen Fcldzuge 1809 befehligte U, die Vorhut des Generals -

Dombrowski, wo einige kühne Unternehmungen ihm den Grad eines Oberstenverschafften. Einige Monate darauf, als eine förmliche Umbildung der polnischen »j

Truppen stattfand, errichtete er das 10, Husarenrcgiment, welches bald für das ,,,

schönste der ganzen Armee galt. An der Spitze dieses Regiments machte er unter U

General Montbrun den russischen Feldzug mit, wo er sich besonders in der Schlacht ,i

bei Mosaisk hervorthat. Er war der Erste, der mit seinen Polen in Moskau ein- di

zog, und seine Leistung bei dieser Gelegenheit war so ausgezeichnet, daß der Gene- ,

ral Sebastian! dem Kaiser den Vorschlag machte, auf das tapfere 10. Regiment z

eine Denkmünze mit der InschriftLrsxn rinllicutu" schlagen zu lassen, u. be- twies gleiche Kraft und Starke im Glück wie im Unglück. Das zeigte er beim Rück- ,zuge aus Rußland, wo er dem Fürsten PoniatowSki, der damals krank war, das !Leben rettete. Zum Brigadcgcncral ernannt, errichtete er in Krakau wiederum ein «

Regiment leichter Reiterei, das er nach dem Namen des Gründers von Krakau, ,j

dem heiligen Krakus, Krakusen nannte. Dieses neugebildete Regiment zeichnetesich 1813 Vortheilhaft aus, und die Erinnerung daran bewirkte, daß die gesammte , i-Reiterei, welche während des Aufstandes von 1830 gebildet wurde, den NamenKrakusen erhielt. Als Führer des Vortrabs beim achten Armeekorps erwarb sich ^

U, in dem gefahrvollen Feldzugc von 1813 neuen Ruhm. Obgleich vewundet, »er- z«

ließ er doch das Heer nicht, sondern trug bei Leipzig viel zur Gefangennehmung desGenerals Meerveldt und dessen Schar bei. Nach der Schlacht erhielt er auf einer ^Sendung an den König von Sachsen ein« schwere Wunde und gerieth in Gefangen-schaft, Hiermit cndigl sich der erste Zeitraum von U.'S militairischer Laufbahn,

Zwar schon durch Napoleon in der Hoffnung auf die einstige Unabhängigkeit seines jVaterlandes getäuscht, organisirte er dennoch, als Rußland die polnische Armee «umbildete, eine Division reitender Jäger, Bald aber durchschaute er die Plane j

Rußlands, welches aus Polen eine russische Provinz zu machen beabsichtigte, t,

nahm sogleich seine Entlassung und zog sich auf seine Güter im Großherzog- ,,

lhum Posen zurück, wo er, den Blick unablässig der Zukunft zugewendet, nur sh

auf die Wiedergeburt seines Vaterlandes dachte, und nebst Lukasinski die patriotische f-Verbindung stiftete, welche sich den Namenleiossinier^" (Sensenträger) gab,

Bald war diese über ganz Polen verbreitet und am 3, Mai 1821, am Iah- ^rcstage der Constitution von 1791, wurde sie im Walde von Biclanp geord- ^net. Einige schwache Mitwisser gingen bald in die von der geheimen Policei ge- ^

legten Fallstricke. Auch Uminski wurde am 21. Febr, 1826 verhaftet und nach der ^ ^

Festung Thorn gebracht. Da er im Verhör zu Warschau Niemand verrieth, und , ^