Ukert
Uminski
681
angesprochen hat, viel erwarten, da sie, zu erschütternd in der Darstellung, alsGedicht U.'S vollendetste Arbeit sein soll. Adel der Gesinnung, Würde, Haltungder Charaktere, präcise Diction, pathetische Erhebung zeichnen U,'s Dramenaus, die, aus innern, Bedürfnisse hervorgegangen, nicht wie die Legion unse-rer heutigen Bühnenstücke den ephemeren Geschmack unsers Publikums im Augehaben. (9)
Ukert (Friedrich August), Professor am Gymnasium und Bibliothekar zuGotha, geboren 1780 zu Eutin, begann seine schriftstellerische Laufbahn mitschätzbare» Untersuchungen über einzelne Gegenstände der Erdkunde des classischenAlterthums, z. B. über die Geographie des Hekatäus und Damastes und dieGeographie Homer's, ehe er in seiner „Geographie der Griechen und Römer"1. Band und 2. Band, erste Abtheilung, Weimar 1816—21), das ganze Gebietzu bearbeiten begann, zu welchem er aber erst nach einer langen Pause zurückkehrte)indem er in der zweiten Abtheilung des zweiten Bandes (1832) den Norden vonEuropa und Gallien nach den Ansichten der Alten darstellte. Sein „Gemälde vonGriechenland" (Königsberg 1811), war auch eine Frucht der Studien, zu welchenjene Forschungen ihn geführt hatten. GaSpari'S „Vollständiges Handbuch derneuesten Erdbeschreibung" erhielt von ihm (1824) einen Beitrag in der Beschrei-bung der Nord- und Südhälste von Afrika. Seines 1814 zu Gotha verstorbenenVaters Georg Heinrich Albrecht „Dr. Martin Luther's Leben" (2 Bde.,Gotha 1817), das besonders durch reichhaltige literacische Nachmessungen schätzbarist, wurde von ihm herausgegeben. Seit 18 '8 verband er sich mit Heeren zurHerausgabe der von mehren Gelehrten bearbeiteten „Geschichte der europäischenStaaten", welche noch fortgesetzt wird.
Umbreit (Friedrich Wilhelm Karl), Professor der Theologie zu Heidel-berg, geboren am 11. Apr 1795 zu Sonneborn im Herzogthum Gotha, studirtezu Gvttingen, wo er bereits in seiner gekrönten Prcioschrsst „Ommontntio exlli-bens lliotorium Lmirnrui» ul Oinruil ox Abuiferlu" (Göttingen 1816, 4 ),seine gründlichen Forschungen im Gebiete der morgenländischen Literatur erprobte,die er später in seiner Schrift: „Koheleth's, des weisen Königs Seelenkampf, oderphilosophische Betrachtungen über das höchste Gut" (Gotha 1818), gleichfallsbethätigte. Denselben Gegenstand berühkte seine Dissertation: „Olioie.tk scep-ticu, >1o su,»ll>„ bona" (Göttingen 1819), mit welcher er sich in Göttingen alsPrlvatdocent habilitirte. „Das älteste und schönste Lied der Liebe aus dem Mor-genlande" (Gottingen 1820, 2. Ausgabe Heidelberg 1828). ist eine ausgezeich-nete Übersetzung und Erklärung des hohen Liedes. Nachdem er bereits 1820 Pro-fessor der Theologie in Heidelberg geworden war, setzte er seine exegetischen Studiender alttestamentlichen Urkunden fort, deren Ergebnisse „Das Buch Hiob, Über-setzung und Auslegung, nebst Einleitung über Geist, Form und Verfasser dcSBuchs" (Heidelberg 1824, 2. Ausq. 1832), und sein „Philologisch-kritischerund philosophischer Cvmmcntar der Sprüche Salomo's" (Heidelberg 1826) wa-ren. Seine kleine Schrift: „!)« vetaris ta-tamanti prcmliotis, cinrissimis unti-guiMmi tampneie orntorilms" (Heidelberg 1833, 4.), scheint eine neue Richtungseiner Forschungen zu eröffnen. In Verbindung mit Ullmann gibt er die Zeit-schrift: „Theologische Studien und Kritiken" (Hamburg 1828 fg.), heraus.
Uminski (Johann Nepomuk), geboren um 1782 im GroßherzogthumPosen, trat, kaum 14 Jahre alt, als Freiwilliger in die polnische Armeeabthei-lung des Generals Dombrowski, unter dessen Führung er den BefreiungskampfKvsciuszko's1794 mitfocht und schon bei dieser letztenKraftanstrcngung seinerNationvorder endlichen Zerstückelung des Vaterlandes sich glänzende Lorbern errang. Vonnun an lebte er abwechselnd in Dresden und auf seinen Gütern, um den Augen-blick abzuwarten, wo das Vaterland seines Armes bedürfte. Diese Gelegenheit