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Vierter Band (1834) S bis Z
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Uechtritz (Friedrich von)

Dresden an den Fürsten Rcpnin abgesendet, um mit demselben lrans,toxische Ver-hältnisse zu ordnen. U. verschaffte dort dem Könige beträchtliche Geldsummen undverhinderte die Auslieferung der Festung Königstcin, sowie der in den Händen desKönigs befindlichen mehre Millionen betragenden StaatSpapicre an das russischeGeneralgouvernement. Im Sept. 1815 wurde U. zum sächsischen Gesandten amfranzösischen Hofe ernannt. Während seiner 13jährigen Mission leistete er seinemVaterland- wichtige Dienste, unter andem durch den für Sachsen zwischenihm und dem Herzoge von Wellington abgeschlossenen Vertrag vom 25. Upx,1818, wegen der Privatreclamationcn in Frankreich, dessen Resultat die inSachsen gehegten Erwartungen um mehr als das Doppelte überstieg. Da beidiesen Unterhandlungen theilweise auch das preußische Interesse von u. zur Zufrie-denheit des berliner Hofs mit wahrgenommen worden war, so erhielt derselbe da-für 1819 das Großkreuz des rothen Adlerordens, einige Jahre später das des säch-sischen CivilverdienstordenS und bei seinem Abgänge von Paris das große Bandder Ehrenlegion. Nach dem Regierungsantritte de« jetzt regierenden Königs vonSachsen wurde U. von Paris abberufen, zum Oberkammerherrn ernannt, imSpätherbst 1830 aber wieder in diplomatische Thätigkeit und als Gesandter amöstreichischen Hofe nach Wien versetzt.

Uechtritz (Friedrich von), geboren 1800 zu Görlitz in der Lausitz, auseiner in Sachsen angesehenen und weit ausgebreiteten Familie, besuchte zuerst dasGymnasium seiner Vaterstadt, dann die Universität Leipzig, wo cr'die Rechte stu-dlrts, um hierauf beim Stadt-und Äammergecicht in Berlin die gewöhnliche Re-screndarialscarrierc zu machen. Er wurde 1828 als Assessor zum LandeSgericht inTrier, ein Jahr daraus in gleicher Eigenschaft zu dem von Düsseldorf versetzt, woer sich noch befindet. Nachdem er als Student mit einigen Gedichten und Novel-len aufgetreten war, erschien (Brandenburg 1822) sein erstes selbständiges DramaEhrpsosthomoS", welchem bald darauf (Berlin 1823) seine zwei Trauerspiel!Rom und SpartacuS" undRom und Otto der Dritte" folgten. Hatte schondie Wahl des alten Kirchenvaters zum Helden eines Trauerspiels die Aufmerksam-keit auf den jungen Autor hingelenkt, der von der gewöhnlichen Bahn modernerArbeiter für das deutsche Theater abwich, so erregte die Kraft und Selbstbeherr-schung in seinemSpartacuS" noch mehr Erwartung. Sie wurde zum Theil inseinemAlexander und Darms" befriedigt, ein Trauerspiel, das, auf den deutschenHauptbühnen zur Darstellung gekommen, die Theilnahme aller Freunde der Kunstin Anspruch nahm. Zwar fehlt ihm noch der Stempel der Vollendung und man-cher Schmuck, der nicht gesucht werden darf, weil ihn der Dichter mitbringen mußtdie Kraft der Auffassung, die würdige Charakteristik, eine blühende Diction undvor allem eine hohe Begeisterung für die weltgeschichtlichen Helden, an die seinejunge Kraft sich gewagt, zeichnen dieses Trauerspiel indeß vor der großen Mehrzahlaller neuern aus. u. ist der erste namhafte Dichter, der einen Alexander aul diedeutsche Bühne gebracht, kein krankhaftes Geschöpf der Phantasie oder einer Be-griffswelt, sondern den historischen gotttrunkenen Welterobcrer, ein Wagstück,das ihm allein einen Ehrenplatz in der Literatur bereiten könnte. Ein Kampf ge-gen Tieck, der das Stück begünstigte und eS bei der Herausgabe (Berlin 182/)mit einer einleitenden Vorrede ausgestattet hat, und dessen Freunde, angeregt vonden Hegel'schcn Schülern, welche die Kunstansichten ihres Meisters durch einenFederkrieg gegen den Alexander probieren wollten, lange durchgeführt durch ver-schiedene Journale, gab dem Stück auch eine polemische Bedeutung. Sein näch-stes Trauerspiel,Das Ehrenschwerl", in Berlin zur Aufführung gekommen, be-rührt zu kleinlich bürgerliche Interessen, als daß eS nach jenem von großerWirkung hätte sein können. Von seiner neuesten Tragödie,Rosamunde" (dieLombardin), darf man, wiewol sie bei der ersten Aufführung in DreSden nicht ganz

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