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Tyszkicwicz (Vmccnz, Graf)
floh dir günstige Zeit. Die unglückliche Schlacht bei Wilna machte die Lage despolnischen Heeres noch trauriger. T. floh mit Gielgud nach Samogitien undfolgte ihm endlich auf das preußische Gebiet.
Tyszkicwicz (Vincenz, Graf), geboren um 1795 in Galizien, tratnach Vollendung seiner Studien in Wilna früh in Kriegsdienste und focht ln denFeldzügen von 1809 und 1812. Nach der Entscheidung des Schicksals seinesVaterlandes 1814 nahm er Theil an allen geheimen Verbindungen in Polen un-bekümmert um die Gefahren, welchen die Mitglieder derselben ausgesetzt warenund da er auch Mitglied der russischen Verbindung von 1825 gewesen war undzu Lukasinski's polnischer Gesellschaft gehört hatte, ward er zu achtmonatlicher Ge-fangenschaft verurtheilt. Als er seine Freiheit wieder erlangt halte, begab er sichnach der Ukraine, wo sein Bruder Heinrich AdelSmarschall von Kiew war, undließ sich 1827 in Podolien nieder. Die Bewohner dieser altpolnischen Provinz war-teten auf die günstige Gelegenheit, sich dem alten Vaterland! wieder anzuschließenund kaum war die Nachricht von dem polnischen Aufstande angelangt, als sie ihrenLandSmann Denisko nach Warschau schickten, um mit der neuen Regierung Ver-abredungen zu treffen. Chlvpicki wies den Gesandten ab und die Podolier bliebenihren eignen Anstrengungen überlassen. Sie richteten ihre Hoffnungen auf T.,der sich durch seine persönlichen Eigenschaften Vertrauen und Liebe erworben unddurch die erlittenen Verfolgungen allgemeine Theilnahme gewonnen hatte. Dieeinflußreichsten Bewohner der Ukraine übertrugen ihm die Leitung des Ausstände«.T., der damals zu Oczcretna, einem Gute seines Bruders, lebte, weigerte sichlange, eine so große Verantwortlichkeit zu übernehmen, gab aber endlich nach, da-mit man nicht seine Weigerung einem Mangel an Muth und Festigkeit zuschreibenmöchte, wiewol er sich vorbehielt, in dem Augenblicke, wo alles zum AuSbrnchvorbereitet und die Zeit zum kräftigen Handeln gekommen sei, die ihm über-tragene Gewalt in die Hände eines geübten Kricgömannes niederzulegen. Er gabwährend seiner kurzen politischen Laufbahn mehr als einen Beweis edler Entsagung.AIS bei der Wahl eines Anführers dcS podolischen AufstandeS die meisten Stim-men in, Bezirke Wienniga ihn gewählt, die Wähler im Bezirke Hayzyn aber Jo-hann Sulatycki ernannt hatten, erbot er sich, um jede dem Gemeinwohl nachthei-lige Trennung zu verhüten, seinem Mitbewerber zu weichen und als Podolier ihmGehorsam zu schwören. Die Umstände machten aber diese Vereinigung unmög-lich und so leitete T. den Aufstand in ganz Podolien und der Ukraine. SeinHaus wurde der Mittelpunkt aller Berathungen über die gemeinsame Sache.T. wählte vier Bürger zu Bezirksvorstehern, die von ihm Befehle erhieltenund es gelang ihm, trotz den russischen Kundschaftern, alle Elemente des Auf-standeS zu vereinigen. Das Einrücken des Generals Dwernicki in Volhynienführte den Ansbruch herbei. In dem Augenblicke aber, wo T.'s Vorbereitungeneingreifen sollten, erschien an der galizischen Grenze der Major ChruScikowski, demes als angeblichen Agenten der polnischen Regierung gelang, Anhang zu gewin-nen. Die Einigkeit der Verbundenen ward aufgelöst. ChruscikowSki ertheilteBefehle, die er schnell wieder zurücknahm und verschob die Zeit zur Ergreifung derWaffen, nachdem er sie bereits festgesetzt hatte. T.'s Festigkeit wußte auch diesesHinderniß zu besiegen. Von der Mehrzahl der Bewohn« PodolienS und derUkraine unterstützt, bestimmte er den Tag des Aufstandes auf den 5. Mai 1831.An diesem Tage sollten alle Hauptpunkte besetzt werden, die Nationalfahne solltein Podolien und der Ukraine wehen und ein Gesetz den Leibeignen Freiheit und E>-gcnthumsrecht gewähren. Einige Theilnehmcr brachen aber vor dem bestimmtenAugenblicke los, und so wurde der nicht gleichzeitig begonnene Aufstand jedem Zu-fall preisgegeben. Bei dem Anfang des KriegS legte T. sein Amt in der Ukrainenieder, wie er früher angekündigt hatte, und durchzog das von russischen Kriegs-