Tymowski Tyszkiewicz (Thaddäus) 677
scbe Onir-or-iteiton eil bet »kackemisck on,I«r»ijs" (Leyden 1828) und die 1829erschienene Schrift: „Orer cke rvotonscliappalijleo 1,e»eler>ir>g cler regtsgeleoi<>-deill". Unter dem Titel „Nnemo-z-ne" gab er anfangs mit van Kämpen, späterallein, von 1826 — 30 eine Sammlung interessanter Abhandlungen aus allenFächern der Literatur in 20 Banden heraus. Er beschäftigt sich jetzt mit einerneuen Ausgabe von Bilderdyk'S „llvllumlscire Kistorie", welcher er viele Anmer-kungen hinzufügen wird. (74)
Tymowski (Joseph), russischer Staatsrath und Kammerhcrr, einer derfähigsten Köpfe Polens, aber nicht durch den großartigen Patriotismus seinerLandsleute ausgezeichnet, welcher der kräftigen Nation selbst im Unglücke nochdie Achtung aller Freigesinnten erworben hat. In der Woiwodschaft Kalisch um1790 geboren, erhielt er die ersten Grundlagen seiner Erziehung im väterlichenHause und begab sich später zur Vollendung seiner Studien nach Paris. Noch sehrjung wurde er nach Errichtung des Herzogthums Warschau im Verwaltungsfacheangestellt, und 1815 wegen seiner großen Gewandtheit im schriftlichen Ausdruck,seiner seltenen Kenntnisse und des überwiegenden Geschäftstaktes als Director derKanzlei und des Staatsiecrctariats von Polen nach Petersburg berufen, von woer 1820 wieder in sein Vaterland zurückkehrte, um hier die Stelle eines Obersteuer-cinnehmers und Generalsecretairs im Staatsrathe zu verwalten. Bald darauf er-nannte ihn der Kaiser zum wirklichen Staatsrath und Kämmerer. Bei dem Aus-bruche des Aufstandes nom 29. Nov. 1830 schien er an dem Schicksale seines Va-terlandes warmen Antheil zu nehmen. Die Stirnmführcr des Volkes übertrugenihm, seine Verdienste anerkennend, das wichtige Amt des ersten Serretairs derNationalregierung, allein T. legte dasselbe bald darauf freiwillig nieder, sagte sichvon aller Theilnahme an dem Befreiungskämpfe seiner Landsleuke loS und zog sichauf seine Güter zurück. Erst nach Warschaus Fall trat er aus der wohlberechnetenVerborgenheit hervor, ließ sich wieder in dem Verwaltungsrathe anstellen undführt, wie früher für die Sache der Unabhängigkeit, jetzt für die Aufrcchthaltungder russischen Herrschaft die Feder. (8)
Tyszkiewicz (ThaddäuS), aus einer der ältesten und angesehensten li-thauischen Familien stammend, kämpfte schon 1794 in Kosciuszko's Heere alsAdjutant des Generals Jasinski, focht 1807 als Commandant der EhrengardeNapoleons tapfer bei Eylau und Friedland und wurde 1809 Oberst und Befehls-haber eines Regiments polnischer Lanziers. Bei Eröffnung des Feldzugs von 1812ward er General und führte die zweite Reiterbrigade unter Joseph Ponialowski.Von den Russen gefangen, ward er nach Astrachan gebracht, wo er bis zur Ent-scheidung des Krieges bleiben mußte. Nach dem Frieden ward er zum Senator-rastellan des Königreichs Polen ernannt, und gehörte 1828 zu den Abgeordneten,welche der Senat abschickte, um den Proceß der in der Angelegenheit der patrioti-schen Gesellschaft verdächtig gewordenen Polen zu beleuchten. Er war auf seinenGütern in Lithauen, als 1830 die Revolution in Warschau ausbcach; aber erüberließ sich nicht den ersten Aufwallungen des Volkes, sondern beobachtete dieFortschritte des Aufstandes und blieb ruhig in seinem Schlosse, wo er von denRussen streng beobachtet wurde. Als nach einigen Monaten Chlapowski in Li-thauen erschien, schloß sich T. ihm an und begleitete ihn bis sich jener mit Giclgudvereinigte. Zum Präsidenten der provisorischen Regierung in Lithauen ernannt,suchte er den Aufstand zu leiten und sich in den Besitz von Hülssquellen zu setzen.Kann man ihn von dem Vorwürfe einer langsamen und zaudernden Handlungs-weise nicht freisprechen, so darf man doch die Schwierigkeiten nicht übersehen, auswelche er stieß, während er sich genöthigt sah, einem schwachen Heere auf dem Zugedurch «in von den Russen abgeschnittene« Land ohne Geld, ohne Kriegsbedarf undohne Magazin zu folgen. Bei diesen Zögerungen und bei T.'S Unschlüssigkeit ent-