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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopcl
in der Provinz erhobenen Abgaben an den Desterdar eingeschickt werden sollen, derdann an den Sultan z» berichten hat, ob st« im Sinne des Gesetzes entworfenvertheilt und erhoben worden find. Sämmtliche Pforten- und Reichsämter wur-den, nach der neuen im „stlonitenr ottoman" vom 17. Jan. 1834 publicirtenEinrichtung, in vier Elasten getheilt. Au d-r ersten gehören allein der Kiahajaker,oder Minister des Jnnem, der Reis-Effendi, oder Minister der auswärtigen An-gelegenheiten (gegenwärtig Khadlchi Akif Effendi) und der Desterdar, oder Finanz-minister des Reichs. Die Großwürdeträger des Reichs: der Scheick-el-Jslamoder Großmufti, der Sadre-Asam oder Großwesstr, die Mitglieder des Divans fürdie RechtSangelegenhciten und die Militairchess haben wie bisher ihre hohe Stelllung behalten. Mehre Ämter und Unterstellen wurden abgeschafft, die Unisormi-rung der Staatsbeamten durch Ehrenzeichen abgestuft, vielen Stellen, die bis-her nur eine ungeregelte Einnahme hatten, ein bestimmter Gehalt angewiesen, undfür die jährliche Bekanntmachung des Tewdschihat (Liste der Staatsämter) derdem Ramazan vorangehende Monat Schaban festgesetzt; während jene für dleStatthalterschaften, wie bisher, nach dem Bairamsfestc erlassen werden soll. Vieleandere Neuerungen betreffen mehr die Sitte des HoflebenS, als die GewohnheitendeS Volkes. Der Sultan selbst zeigt sich häufig öffentlich. Er besucht die Märkte,Spaziergänge und Kaufmannsladen. Er ladet die Großen des Reichs zu sich »inund beehrt sie mit seinem Besuche. Auch bei der Anwesenheit des Kronprinzen vonBaiern und bei andern feierlichen Gelegenheiten wurde die bisherige orientali-sche Hofsitte mehr und mehr curopäisirt. In der Provinzialverwaltung strebenMahmud'S Reformen dahin, die künstlichen Kasten- und Rastenprivilegien zuzerstören, die Feudalmacht der Beis aufzuheben und Gewerbfleiß und Bildung un-ter allen Völkern seines Reichs zu befördern. Aur Unterweisung der Türken gestat-tete der Sultan sogar dem Missionar des amerikanischen MissionsvcreinS, Tor-dalk, Lancasterschulen anzulegen, welche guten Fortgang haben sollen; eine Spe-cialschule für Wundärzte wurde 1832 errichtet, uud im Febr. 1834 die Errichtungeiner Post zum Behuf regelmäßiger Bciefbeförderung durch die ganze Türkei be-schlossen *), wodurch sich die Pforte zugleich eine neue Einnahmequelle von sechsMillionen Piaster jährlich eröffnet haben soll. Die Herstellung der Finanzen wardas dringendste Bedürfniß der Pforte. Auch hier schien sie endlich zu einem bishernoch nie angewendeten Mittel schreiten zu wollen, zu einer Anleihe bei dem HauseRothschild; allein es fehlte ihr an Realitäten, um Capital und Zinsen zu decken.So bedeutend nun diese und andere Veränderungen sind, welche der Sultan durchseine Machtvollkommenheit hervorbringt, so liegt denselben doch kein allgemeinerund tiefer Umbildungsplan zu Grunde, wie er einst vor dem Genie des Reforma-tors Rußlands, vor Peter dem Großen, lebendig stand. Durch alle Neuerungenwurde die starre Anhänglichkeit der jeder Geisteseultur feindlichen Türken an dieunsoeialen Grundsätze ihres Glaubens bisher nur erschüttert, gereizt, nicht aufgeho-ben. Denn es fehlt ihnen das Princip der wahren Civilisation, das religiöse. DieReformen Mahmud'S haben nämlich grade die religiöse Grundlage des muselman-nischen politischen Lebens geschwächt und einen feindseligen Gegensatz zwischen derNation und Mahmud'S Herrscherwillen hervorgebracht, der nur zur Auflösung undzum politischen Tode führen kann. ")
«) Hadi Effendi wurde zum Gcneraldirector des CentralpostamtS in Konstantinexcl ernannt. -
über den gegenwärtigen, zwischen Untergang und Rettung schwebendenstand des türkifrten Reich« vergleiche man Adolf Slade'S (Offizier in der brumpeMarine, der während des Krieg« mit Rußland an Bord des Schiffes des oran 'dan Pascha diente) „kecorcls vk rravels in 'lurkaz-, 6reeoe etn. in(L Bde., London 18SZ) und Urquhari'S „Inrlr«-)- anrl it- i-s-ouca«, mn -oipnl vrganisstion snrl sie« trsrle, tlre «täte ainl prospeet« of b,nßnsn co
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