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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel
Orte verliehenen Vorrechte aufzuheben und ihn denselben Bedingungen, wie dasübrige Syrien, zu unterwerfen, zur Ausführung bringen sollte. Ibrahim sah sichdaher genöthigt, sein Heer, das 70,000 Mann stark sein soll, fortdauernd aufdem Kriegsfuße zu erhalten. — Der Virekönig von Ägypten mußte 1833 in Ara-bien, namentlich in dem HedschaS, einem gebirgigen Küstenland« am arabischenGolf, eine furchtbare Jnsxrrcction, an deren Spitze ein Türke, Namens Bilmez,mehrmals gesiegt hatte, mit einem beträchtlichen Heere unter seinem Neffen AhmetPascha bekämpfen, die jedoch nach der Unterwerfung Urmens ihr Ende erreichthaben dürfte. All Dies scheint der Pforte Vertrauen auf eine günstigere Wen-dung der Dinge einzuflößen. Indeß hat ste noch immer mit der Beruhigung ihr«eignen Provinzen und mit der Herstellung ihrer Finanzen ') vollauf zu thun. DieFeuersbrünste in Konstantinopel wiederholten sich fast täglich in der ersten Hälftedes Febr. 1834. In Bosnien nahm die Anarchie wieder überhand, Räuber-banden streiften umher, und Fürst Milosch von Serbien muß hier der Pforte thä-tigen Beistand leisten. In Albanien wurden die Klagen über Ali Nanuck, Pa-scha von Seodrn (Skulari), so laut, daß die Pforte im Febr. d. I. dem Verlan-gcMder-asurgirten Einwohner nachgab, und Haffercs Pascha zu Nanuck's Nach-folger ernannte, diesen aber zum Ersatz der erpreßten Summen und zum Schaden-ersatz verurtheilte. Alle Willkür in der Verwaltung solle fortan einem geordnetenSysteme weichen und die Provinzialregierung gesetzmäßig sein. Dessenungeachtetsollen die Albanesen, Nachrichten aus Scodra vom s. Jan. 1834 zufolge, durcherwählte Repräsentanten den Sultan schriftlich gebeten haben, daß die RegierungAlbaniens von der Pforte denjenigen Individuen anvertraut werden möge, welchedie Versammlung der Repräsentanten erwählen werde; daß die den albanesischenLandeigcnthümern durch Ali Pascha von Janina eingezogenen Güter den recht-mäßigen Besitzern zurückgestellt werden; daß die Truppen des Großherm Albanienräumen und daß man endlich die Festungen sowol als die an den Engpässen derGebirge gelegene» Castelle albanesischen Soldaten überweise. Unter diesen Be-dingungen würden sie sich der Zahlung eines jährlichen Tributs unterwerfen. So-nach dauert der Widerstand gegen die Pforte fort, und Albanien strebt nach demBesitze einer nationalen Verfassung, wie sie Serbien bereits errungen hat. ImPaschalik Bagdad hatten sich der Scheich Dscherba und mehre Horden empört;in Verbindung mit andern Rebellen in Bassora, nebst dem Statthalter von Mosul,Jadja Pascha, umlagerten sie Bagdad. Zur Dämpfung des Aufruhrs wurde vonKonstantinopel Agiah Effendi nach Bagdad gesandt, worauf es dem Statthaltervon Bagdad gelang, die Rebellen im Jan. 1834 zurückzuschlagen, einige Anfüh-rer derselben sielen im Kampfe, andere wurden gefangen, der Scheich aber undJahja Pascha retteten sich in die Wüste und Said Pascha ersetzte den Letztem inder Statthalterschaft von Mosul. Auch in Kurdistan ward die Herrschaft derPforte jetzt weniger als je anerkannt. Die Kurden hatten bisher jeden Versuch,sie von ihrem herumziehenden Leben und ihren Raubzügen abzubringen, vereitelt.Die Pforte ernannte daher im Jan. 1834 Reschid Mehcmed Pascha zu ihremGeneralstatthalter in den PaschalikS Siwas, Rakka, Dicrbekr und andern nurdem Auftrage, ein regulaireS Heer zu bilden und die Unterjochung der Kurden zuvollenden. Die Rebellen in Kleinasien wurden schon früher besiegt, und derrussische Commandant in Tiflis, General Rosen, nahm ihren Anführer, KadiKiran, nebst einigen 100 von seiner Bande gefangen und überliefert« sie den tür-kischen Behörden.
Endlich wurden auch (im März 1834) die Unterhandlungen über die grie-chischen Angelegenheiten beendigt. Der Bankier Rothschild soll der Pforte be-
Der Curs des türkischen Geldes war so schlecht, daß am 4 März d. A.der Gulden 404 bis 4054 Para stand.