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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel
In Folge jener engem politischen Verbindung »nd um dem Kaiser von Ruß-land für die geleistete Hülse zu danken, ward im Oct. 1833 Fewzi Ahmet Paschaals außerordentlicher Gesandter nach Petersburg gesandt, wo er Ende Nov. an-kam. Daselbst wurde am 29. Jan. 1834 ein anderer Tractat zwischen Rußlandund der Pforte abgeschlossen und von Ahmed Pascha unterzeichnet, dessen Wort-laut zwar noch nicht bekannt ist, von dessen Inhalt aber man so viel weiß, daß ervollkommen geeignet sei, die eifersüchtigen und besorgten Gemüther von der Frie-densliebe des russischen CabinetS und den für die Pforte vortheilhaften Zusichert!»»gen zu überzeugen. Die für dieselbe harten Bestimmungen des Friedens zu Adria-nopel sind ermäßigt und die noch zu leistende Summe soll auf ein Drittel vermin-dert sein; in den beiden Fürstenthümern aber sollen, wahrscheinlich »loch im Apr.,Hospodaee ernannt und sodann die Moldau und Walachei von den russischen Trup-pen geräumt werden. *) Auch soll den Handelsschiffen unter englischer Flagge dieDurchfahrt und der Eintritt in das schwarze Meer zugestanden bleiben. AhmedPascha, der während seines Aufenthalts in Rußland alles Merkwürdige, beson-ders Unterrichtsanstalkcn, Fabriken und Militairwesen mit großer Aufmerksam-keit gesehen und dabei Kenntnisse und Bildung gezeigt hatte, verließ P.'erSSurgam 17. Febr. 1834. Gegenwärtig setzt die Pforte ihre Rüstungen thätig fort, umfür jeden möglichen Fall vorbereitet zu sein. Der Vicekönig von Ägypten hat zwar.als Vasall der Pforte einen Theil des verlangten Tributs in Konstantinopel ent-richtet und seine Unterwürfigkeit auch sonst zu erkennen gegeben; allein seineMacht scheint nichts weniger als gesichert zu sein. Ägypten ist durch die Härte,mit welcher die hohen Abgaben eingetrieben und die Maßregeln des Monopolsy-stemS ausgeführt werden, erschöpft, und die Unzufriedenheit des Volkes sehr groß;auf der Insel Kreta hat die barbarische Grausamkeit, durch welche sein Statthalterdie Beschwerden der Griechen und der Bewohner überhaupt über die despotischeVerwaltung unterdrücken zu können glaubte, und die Griechen, welche auszuwan-dern versuchten, bestrafte, einen blutigen Ausstand zur Folge gehabt. Selbst un-ter den höhen, Offizieren im Dienste des VicekönigS war die Unzufriedenheit sogroß, daß mehre derselben, als z. B. Osmann Nureddin Bei, Admiral und Günst-ling Mohammed Ali's, Selim.Bei, JdriS Bei und Hussein Bei im Dec. 1833nach Konstantinopel entwichen, wo ste (im Febr. 1834) im Dienste des Sultansangestellt und auch sonst ausgezeichnet wurden. In Syrien droht ebenfalls wegenJbrahim's Pascha militairischen Despotismus eine Empörung auszubrechen.Englische Blätter gaben die traurigsten Berichte von der Zerrüttung dieses schönenLandes durch Jbrahim's Verwaltung. Die Einwohner, die ihn als Retter be-grüßt hatten, verabscheuten ihn bald als einen der schlauesten und wildesten Tyran-nen. Außer der von ihm eingeführten Zwangsconscription, dem Steuerdruck undeinem starken Einfuhrzölle, erregten Jbrahim's Versuche, in den neuen Gebietendasselbe System einzuführen, das sein Vater in Ägypten so gewinnreich gefunden,indem er angefangen die vornehmsten Landcserzeugniffe zum Monopole für sich zumachen, offenen Widerstand. Die Stadt DamaScus, die seit undenklicher Zeitin Folge der Gastfreundschaft, die sie den Pilgrimmen auf ihrer Reise nach undvon Meeca zu erweise» verpflichtet war, von allen Arten von Steuern befreit war,verjagte die Besatzung, welche mit Gewalt Jbrahim's Befehl, die diesem heiligen
') Als Kompetenten für die HoSpodarenwürde in der Walachei nennt man denGroßbojaren und General der w'alachischen Miliz, Alexander Ghika, und für dic-mbe Würde in der Moldau die Großbojaren Michalaky Stourdza und Alexander, vika,. einen Verwandten des vorerwähnten Alexander Ghika. Die Räumungludst dürfte aber wol noch bis In den Jun. verschoben werden, will in den inner»und südlichen Provinzen des russischen Reichs großer Mangel an Brotfrucht undsvurage herrscht. Dies ist in den Fürstenthümern nicht der Fall.