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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel

Ali setzte seine KriegSrüstungcn fort und traf Anstalten, dem Ibrahim neue Ver-stärkungen zu schicken. Um so mehr lag jetzt der Pforte, die von dem Erfolge dervorn Admiral Roussin in Alexandria gemachten FriedenSeröffnung sobald noch-keine Nachricht erhalten konnte, an einem unmittelbaren und wirksamen B-istandeRußlands. Der Kaiser Nikolaus aber war kaum von dieser neuen Verwickelungunterrichtet worden, so ertheilte er den Befehl, daß die in Odessa vorbereitete Ex-pedition mit den Landungstruppen unter Segel ging. Dies geschah am 29. März,und sein Minister in Konstantinopel wurde beauftragt, auf das Bestimmteste zuerklären:daß das dem Sultan, auf das ausdrückliche Verlangen dieses Sou-vcrains, zum Beistande gesandte Geschwader und Truppencorps den Befehl habe,in der von ihnen eingenommenen Stellung bis zu dem Augenblicke zu bleiben, woIbrahim Kleinasien geräumt haben, über den TauruS zurückgegangen sein undder Pascha von Ägypten in die von der Pforte vorgeschlagenen Bedingungen ge-willigt haben würde." Jenes russische Hülfscorps langte am S. Axr. bei Konstan-tinopel, wo alles zu besten Empfang vorbereitet war, an und bezog sofort ein Lagerauf der asiatischen Küste. Dies verwandelte die Scene auf einmal. RußlandsLager auf den Höhen von Khunkiar Zskelesi gebot dem Eroberer in Konjeh:Bishierher und nicht weiter!"

Unterdessen hatte der Admiral Roufsin seinen Adjutanten mit einem an denBieeiönig gerichteten Schreiben vom 22. Fedr. 1833 nach Alexandrien gefchickt,worin er denErlauchten Herrn, in Übereinstimmung mit der erhabenen Pforteund im Namen der französischen Regierung, zur Annahme der von Halil Paschaüberbrachten Bedingungen zu bewegen suchte, damit durch die erfolgte Aussöhnungder Beistand des russischen Geschwaders überflüssig werde; Se. Hoheit möchte da-her Ihr Heer unverzüglich in die Grenzen des Ihrer Verwaltung anvertrauten Ge-' bictS zurückziehen, zu welchem noch die Paschaliks von Sl. Zean d'Acre, Jerusa-

lem, Tripolis in Syrien und Naplous hinzugefügt werden sollten, und in die al-len Verhältnisse zum Sultan zurückkehren. Frankreich werde die Verpflichtungen,die er (der Admiral Roussin) eingegangen sei, erfüllen. Es habe die Macht dazuund er (der Gesandte) sei Bürge für seinen Willen. Es bleibe ihm also nur dieHoffnung, daß Se. Hoheit Frankreich nicht in die grausame Nothwendigkeit ver-setzen werde, eine Macht anzugreifen, welche theilweisc Frankreichs eig-nes Werk sei". Noch bestimmter und kräftiger war das Schreiben des Ge-sandten an Ibrahim Pascha abgefaßt. Er sagte darin:Bei Strafe, das otto-manische Reich einen Raub Rußlands werden zu sehen, ist eine mächtige NationFrankreich, durch die Zustimmung Englands unterstützt gezwungen, mit ihremganzen Gewicht einzuschreiten, um den Vorwand zu einer Invasion zu vernichten,welche Europa erschüttern würde.In Folge der von mir, Namens meiner Regie-rung eingegangenen Verpflichtung", heißt es weiter in diesem Schreiben,mußder Friede zwischen Ägypten und der Pforte als geschloffen betrachtet werden, unterder Bedingung der Investitur mit den vier (obengcnannten) Gouvernements.Diese Bedingungen können durchaus keine Modifikation erleiden; es muß alle Er-örterung darüber wegfallen und die Feindseligkeiten müssen sofort aufhören u. s. w."Der Adjutant fugte noch mündlich hinzu, daß, wenn der Dicekönig auf seinen Fe-derungen beharre, die vereinten Flotten Frankreichs und Englands sofort nach derägyptischen Küste absegeln würden. Allein Mohammed Ali war kein AntiochuS.Auf deS Admirals Roussin im Tone des Römers E. Popillius kaenas geschriebe-nen Brief antwortete er, Alexandria am 8. März'):Sagen Sie mir doch, ichbitte Sie, mein Herr Gesandter, woher haben Sie das Recht, von mir zu verlan-gen, daß ich mich also selbst aufopfere? Ich empfehle die Annahme der letzten Vor-schläge, die ich durch Vermittelung Sr. Exrellenz Halil Pascha gemacht habe."

'1 Dies« Antwort traf am 23, Mär» in Konstantinopel ein,