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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel 667
unter Segel. Endlich traf auch ein französischer Botschafter, der Admiral Rous-sin, am 17. Febr. in Konstantinopel ein, der sogleich am 19. von der Pforte ver-.langte, daß sie den Beistand Rußlands ablehnen sollte, indem er den Frieden zwi-schen der Pforte und Mohammed Ali abzuschließen übcmahm. Nun hatte aber derReis Effendi schon am 8. Febr. dem Herrn von Butcnieff die Frage vorgelegt,„ob eS bei dem jetzigen, weit größere Sicherheit für die Pforte versprechenden Zu-stande der Dinge nicht zweckmäßig sei, die Unterstützung, welche sie wenige Tagevorher (am 2.) in Anspruch genommen hatte, als sie sich noch von einer nahenGefahr bedroht glaubte, abzulehnen." Hierauf bemerkte der russische Gesandte,daß die Ankunft des Geschwaders schwerlich abzuwenden sein würde, wenn eS Se»bastvpol schon verlassen hätte; er foderte jedoch von freien Stücken die Pforte auf,ei« leichtes Fahrzeug zur Berfügung der kaiserlichen Gesandtschaft zu stellen, umdem russischen Geschwader vor seinem Einlaufen in den BoSporuS Gegenbefehleentgegenzuschicken und eS im Meerbusen von BurgaS vor Anker gehm zu lassen.Sodann stellte ihm, auf sein förmliches Ersuchen, der R-iS Effendi am 17. Febr.ein Memorandum zu, worin der am 8. Febr. ausgesprochene Wunsch aufgesetztwar. Herr von Butenieff wiederholte seine am 8. Febr. gegebene mündliche Er-klärung am 17. schriftlich und bemerkte, daß er in diesem Augenblicke weder einleichtes Fahrzeug noch ein Dampfboot zu seiner Verfügung habe, um «S in dasschwarze Meer zu schicken. *) Ehe aber dies geschehen konnte, ging die russischeSchiffsdivision am Morgen des 20. Febr. im BoSporuS auf der Rhede von Bu-lukdere vor Anker. — Unterdessen hatte auch der Sultan FriedenSbevollmächligtenach Alexandrien gesandt, den Kapudan Paschas Halil Pascha, in Begleitungdes Ameddschi-Esfendi (EabinetSsecretair des Reis Effendi) und anderer höherenBeamten der Pforte. Andere türkische Eommiffaricn waren in Begleitung desObersten Duhamel, vorn'Gefolge des Generallieutenants Murawieff, in dasägyptische Hauptquartier abgegangen, um Ibrahim Pascha von den Bedingungenin Kenntniß zu setzen, unter welchen die Pforte den Frieden suchte. Sie wolltenämlich den Fetwades Bannes zurücknehmen; Mohammed Ali solle sich dem Sul-tan als seinem rechtmäßigen Souverain unterwerfen, die Belehnung mit dem vonMohammed Ali gewünschten Paschalik von Sprien könne die Folge sein. AlleinMohammed bestand auf der unmittelbaren Abtretung von ganz Syrien mit Aleppo,DamaScuS und Adana.
So war die Sachlage, als Admiral Rousfln am 19. der Pforte den obener-wähnten Antrag machte. Als hierauf die vertrauten Rathgkber des Sultans, derEerjasker KhoSrew Pascha und der Generaladjutant, Muschir Achmed Pascha,sich mit dem russischen Gesandten am 20 und 22. Febr. über jenen Antrag unter-redeten, drückte sich Herr von Butenieff in demselben Sinne aus wie am 8. und17. Febr., worauf ihm zur Antwort die feierliche Erklärung gegeben wurde, daß,obgleich der Sultan noch immer hoffe, daß die ägyptischen Angelegenheiten sichfriedlich endigen würden, er gleichwol in allen Fällen beharrlich auf den hochherzi-gen Beistand des Kaisers rechne. Dieser Vorbehalt war sehr weise, denn Ibra-him Pascha hatte, mit Hintansetzung seiner eignen Zusicherungen und im offen-baren Widersprüche mit den dem Generallieutenant Murawieff gemachten Ver-beißungen, sein« militairischen Operationen weiter ausgedehnt, die türkischen Bc-börden in Smyrna am 18. Febr. 1883 durch einen seiner Anhänger absetzen las-sen '*) und sich der Städte Magnesia und Balikeser bemächtigt. Auch Mohammed
') Die darauf bezüglichen Aktenstücke sind abgedruckt im „Politischen Journal"1WZ Apr. Bergt. Rußland.
") Doch wurde in Folge der Vorstellungen der feinden Consuln und Gesandtendie Autorität des Sultans nach der Flucht des Lmir-Ssiendi in Smyrna am6. März 1SSZ wiederhergestellt. Magnesia wurde erst am Z. Mai von den Ägyp-tern geräumt.