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Vierter Band (1834) S bis Z
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel

erben, bevor er einen Khodscha oder Lehrer übergeben wurde, im Beisein des Sul-tans gewisse Stellen aus dem Koran vorlas und ihn hierdurch gleichsam zu seinergeistigen Bildung einweihte. Auf diese Feierlichkeit ließ der Sultan GastmählerSeiltänzer und Reiterkünste, wie auch des Abends Feuerwerk folgen. Die nachKonstantinopel zurückgekehrten katholischen Armenier erhielten endlich auch einigenErsatz. Der Sultan gab ihnen die zur Zeit ihrer Verfolgung weggenommenen !und vom Staat an Türken verkauften Häuser zu Pera wieder; freilich in Felge !des Brandes größtentheils Ruinen. Man hatte jedoch davon Diejenigen ausge-nommen, welche von den türkischen Eigenthümern nach Art dcr muselmännischenHäuser angestrichen worden waren. Erst im Ort. 1831 erließ der Krvßherr, aufVerwendung der fremden Gesandten mittels eine» Hattischerifs den Befehl, daßauch die gefärbten Häuser in Pera und Galata von den Türken geräumt und ihrenrechtmäßigen Eigenthümern zurückgegeben werden sollten. Durch die Verwen-dung des Generals Guillcminot waren die katholischen Armenier von der orienta-lischen armenischen Kirche emancipirt worden Jetzt ward ihnen gestattet, eineeigene Patriarchalkirche in Galata zu erbauen, welche 1833 vollendet wurde unddcr schönste christliche Tempel im Orient ist. Der bisherige schiSmatisch-armenischePatriarch aber, Karabed, erhielt seine schon öfter nachgesuchte Entlassung, und duGroßherr ernannte an seine Stelle Stephan Pipiman, aus JSnikenid (Mono-dien) zum Patriarchen. Bald nachher wurde den Rajahs von Aioali in Klein-asien, welche an der griechischen Jnsurrection Theil genommen hatten und ausge-wandert waren, Amnestie ertheilt, ihr Eigenthum ihnen zurückerstattet, undSteuererlaß für die ersten Jahre bewilligt. Auch gewährte die Pforte den verarm-ten Küstenbewohnern Unterstützungen theils in baarern Gelde, theils in Lebens-rnitteln und in Arbeitswerkzeugen. Den Bewohnern von Ehios und Tenedoswurden ebenfalls ihre nach der griechischen Revolution confiScirten Güter zu-rückgegeben, und die Pforte nahm, wie der ottvmanischeblonitour" versichert,die dafür angebotene Entschädigung von 500,000 Piaster nicht an. Überhaupttraf der Sultan, ohne Unterschied der Religion, manche gute Einrichtungen.Nur die Ausgabe neuer Münzen, die um 25 Procent schlechter geprägt waren, imOct. 1831, eine unverständige Finanzoperation, zu dcr ihn die Erschöpfung desSchatzes nöthigte, störte den Verkehr und brachte große Unzufriedenheit hervor.

Um diese Zeit war der Kapudan Pascha, Halil Rifaat Pascha, von seinerFahrt nach Mitylene, Scio, RhoduS und Copern, durch die Dardanellen nachKonstantinopcl zurückgekehrt, nachdem er sein Vorhaben, nach Ägypten zusegeln, der furchtbaren Verheerungen wegen, welche die Cholera dort anrich-tete, hakte aufgeben müssen. Sein Zweck, dem Vicekönig von Ägypten, dessenehrgeizige Absichten und große Rüstungen Verdacht erregten, zu beobachten undnach den Umständen gegen ihn einzuschreiten, wurde nicht erreicht. Dcr Vicekönighatte nämlich von allen Angestellten, sowie von der Armee und dcr Marine einenEid dcr persönlichen Treue sich ablegen lassen, und ohne dazu den Befehl von derPforte erhalten zu haben, eine Armee, angeblich zur Unterdrückung deS Ausstän-de» in DamaSkuS, zusammengezogen, seine Florte auf den Kriegsfuß gebracht undsogar mit aus England erhaltenen Eongrcve'schen Raketen versetzen. Da er nunaufeinen Fcrman des Padischah, der ihm die Expedition nach Syrien einzustellenbefahl, nicht nur nicht achtete, sondern vielmehr sein Heer sofort in den letzten Ta-gen de» Oct. 1831 durch die Wüste nach Syrien vorrücken ließ, so war der in sei-nem AuSgangc so verhängnißvolle Krieg zwischen Ägypten und der Pforte ent-schieden. Das trefflich eingeübte ägyptische Heer zählte 21,400 Mann < darunter4 Regimenter Reiterei, 1000 Mann ungeregelter Reiter, und 1800 Mann Ar-tillerie); die Flotte bestand aus 7 Fregatten von 04 Kanonen, 6 Eorvekten,

3 Briggs, 7 Goelctten, 17 Transportschiffen und 10 Kanonierboolen. Hr« und