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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel
wachen, zu welchem Ende auch ein der fremden Sprachen kundiger, sehr erfahre-ner Europäer angestellt worden ist. Dieser Plan wurde Sr. Hoheit, unserm gnä-digen Monarchen vorgelegt, der denselden in weiter Berücksichtigung des hierauserwachsenden -llgemeinen Nutzens, allergnädigst zu genehmigen geruhte. InFolge dieser allerhöchsten Entschließung, wurde in der Nähe deS Serjaskeriats(Palast des Serjaskers) eine eigne Druckerei unter dem Namen „kaiserliches Aei-tungsbureau" eingerichtet, zu deren Vorsteher der gewesene Molla von M,kka unddermaliger Reichshistoriogra-ph, Scheikzade Esseid Mehmed Effaad Effenoi, er-nannt ist. Ihm werden alle Nachrichten und zwar die politischen von Seite derPforte, die auf daS Militairwesen aber sich beziehenden vom Serjaskeriat täglichmitgetheilt werden. Zu diesen Mittheilungen sind, ohne jedoch aus ihrem bisberj-gen amtlichen Wirkungskreise zu treten, der Cbodscha der kleinen Stiftungen, Sa-rim Effendi, aus dem Ameddschi Kalemi (Seeretariat deS Reis Effendi), undder dem Serjrskeriat zugetheilte Said Beg, Sohn des ObcrsthofmeisterS der Sul-tanin-Mutter, beauftragt und ernannt worden."
Lies s Institut war zunächst darauf berechnet, die Gebildetem im Volkeüber die Politik der Pforte zu belehren und gelegentlich die Behauptungen fremderCabinete zu widerlegen. So hatte unter Anderm der französische Minister, GrafSebastian!, am 19. Sept. 1831 in der Deputirtcnkammcr die hohe Pforte eine»Leichnam genannt und behauptet, eine von oem Grafen Guilleminot der Pfortemitgetheilte Note sei von dem über diese Mittheilung erschrockenen Dioan am fol-genden Tage den Repräsentanten sämmtlicher Mächte mitgetheilt worden. Hierauferwiderte der „stlernitour ottnman" vom 19. Nov.: „Diese Behauptung sei einFalsum; zu keiner Zeit habe der Dioan in seiner Loyalität anvertrautcs diploma-tisches Geheimniß verrathen, und die Verschwiegenheit deS ottomanischen EabinetSsei so alt und von so hohem Rufe, daß sie in der Sprache der Diplomatie gewisser-maßen sprichwörtlich geworden. Herr Sebastiani versetze mit einem einzigenWorte die Pforte unter die Zahl der Regierungen, welche aufgehört haben zu existi-rm; cS sei überflüssig, die Unschicklichkeit dieses schneidenden und »»gemessenenAusdrucks hervorzuheben, den man aus dem Munde des Ministers einer großenNation am wenigsten erwarten dürste" u. s. w Sodann suchte aber auch derGroßhrrr durch Festlichkeiten und eitle Auszeichnungen die Meinung der Großenfür sich und seine europäischen Reformen zu gewinnen. Dieser Zweck hatte die am19. Aug. 1831 im Serail veranstaltete feierliche Ordensverleihung an die höchstenCivil- und Militaicbeamten, an das Pfortenministerium und einige ausgezeichneteMänner unter dem Pfortenperlonale und den UlcmaS, überhaupt an 38 vornehmeMuselmänner. Der an dem genannten Tage zum ersten Male vertheilte „Ordendes Ruhmes"') besteht aus vier Classen. Das OrdenSzeichen der ersten ist eingoldener, ringsrum mit Brillanten besetzter Medaillon, auf welchem das Tughraoder der Namenszug des Sultans, mit der Inschrift Nischani Jstichar (Zeichendes Ruhmes) zu lesen ist. Dieser Medaillon hängt an einer goldenen Kette,welche mittels einer reichverzierten Spange an einem brillanten Knopfe befestigtist; der Unterschied zwischen den verschiedenen Classen ist nur an den mehr oderminder kostbaren Verzierungen bemerkbar, und die letzte Classe besteht in der ein-fachen Medaille, welche ohne Einfassung an einen diamantenen Knopf geheftetist. — Eine andere Ceremonie war ebenfalls auf die öffentliche Meinung berech-net. Die Feierlichkeit des Lchranlritts des Thronerben Schehzad« Addulniedschid(geboren den 20. Apr. 1823), welche bisher in dem Innern des Serails vollzogenzu werden pflegte, wurde am 19. Sept. 1831 auf der Ebene von Haidar Paschaauf der asiatischen Küste begangen. Sie bestand darin, daß der Mufti dem Thron-
Ein anderer Orden, der des Mondes, war von Sclim im I. 1797 gestif-tet worden.