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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel 659
rine entrissen werden. Der Sultan war entrüstet und ließ einzelncBrandstifter hinrich-ten. Dessenungeachtet hörten die Feuersbrünste nicht auf; daher man glaubte, daßauch derseirKurzem verminderte Sold der Truppen die erbikterteMengc zu sclchemFrc-vil mit angereizt habe. So brannte am 29. Aug. der prachtvolle Palast des Kapu-danPascha (Divan Hanc oder AdmiralitätSpalast), und am 31.Aug. ein großer Theilder Vorstadt Ejub ab; sodann wurden am 3. Sept. gegen 2600 Gebäude in demvon Griechen und Armeniern bewohnten Stadtkheile Psannaiia eing asch.rt. Diegrößte Strenge gegen Landstreicher, viele Hinrichtungen und Streifwachen thatenendlich der Bosheit auf einige Zeit Einhalt. Zu diesen Unglücksfällen kamen nochdrei gleich furchtbare Krankheiten, die Pest, die Cholera und der Sonnenstich, wel-cher letztere die Menschen in einigen Minuten hinraffte, sowie am ü. Ort. einfurchtbarer Hagelschlag. Äonstantinopel gewann dadurch wenigstens eine bessereBauordnung; die Anlegung von Feuermauern, die Abschaffung der sogenannte»Sackgassen und der bisher an den Häusern angebrachten Voffprünge, sowieüberhaupt eine bessere Policei. Noch vor Kurzem (im Febr. 1834) schärfte einePvlicciverordnung des Serjasker Pascha den Türken eine größere Reinlichkeitmit den Worten des Propheten ein: „Die Reinlichkeit kommt vomGlauben".
In derselben Zeit wurde der seit längerer Zeit gehegte Plan des Gcoßherrn,die Herausgabe einer türkischen Zeitung in Konstanlinopel zu bewerkstelligen, aus-geführt und der Reichshistoriograph Eßad Effendi mit der Aufsicht über diese Un-ternehmung beauftragt. Dieses Blatt, Moniteur Ortoman genannt, erscheintseit dem s. Nov. 183t in türkischer und französischer Sprache wöchentlich «inMal'); es enthält, außer den politischen Ereignissen, auch Fermane und Actcn-stücke. Die französische Redaction wurde dem bisherigen Redacteur des „Ourrn röe Smprne", Herm Blacque, übertragen. Schon im Oct. war der Protpectusdieser Zeitung in türkischer Sprache im Druck ausgegeben. Er verdient als eineUrkunde von der Culturpolitik des DivanS der hohen Pforte eine Stelle in unsernDarstellungen aus der „neuesten Zeit und Literatur". Wir geben ihn nach dcrÜbersetzung im östreichischen Beobachter. Er lautet so: „Die erhabene Wissen-schaft, die man gemeiniglich Geschichte nennt, besteht in der chronologischen Aus-zeichnung und Bekanntmachung der Weltereigniffe. Sie ist gleichsam ein Anden-ken und Vermächtniß der Vorwelt an die Nachkommen, und gewährt den mannich-faltigsten Nutzen. Viele Gelehrte haben sogar die Geschichte, insofern sie auf dieGesetze der Staaten und die Verfassungen dcr Völker wesentlich «infli.ßl, als eineunentbehrliche Wissenschaft dargestellt. Der berühmte Sasidi, Commentator desWerkes Lamii, erzählt folgende wahr« Begebenheit, die als ein deutlicher Beweisfür die Unentbehrlichkeit des Studiums der G.schichte hier einen Platz finden möge:Im Jahre 422 dcr Hegira unter dem Chalifen Kaim aus dem Hause dcr Abassi-den, behaupteten einige Juden aus der Stadt Chaiber**), daß ihre Vorältel»schon seit Eroberung dieser Stadt von der Entrichtung der Kopfsteuer besten gen»-sen wären. Um die Wahrheit ihrer Aussagen zu beweisen und ihre eignen An-sprüche auf dieselbe Steuerfreiheit zu unterstützen, wiesen sie ein mit dem verfälsch-ten Namenszuge Ali el Murkaza's versehenes Document vor, unter welchem dieehrwürdigen Gefährten des Propheten, Saab den Moaz und Moavia als Zeuge»unterschrieben waren. Der Chaiife schien geneigt, ihrem Gesuche zu willfahren,allein sein erster StaatSsecretair Abulkassim schöpfte Verdacht und zeigte das Do-eument dem damaligen R-ichShistoriegraphen und Prediger von Bagdad. Dies,-
's Der Preis des Jahrganges ist 120 Piaster. Sie sollte hiernächst auch inarabischer, persischer, griechischer und armenischer Sprache erscheinen.
> Kleine Sladt und Festung, sechs Tagereisen nordöstlich von Medina. Sie
"rde vom Chalifen Ali, Sehne Acucalebs, erobert im fünften Jahre d r Hegüa.
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