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Vierter Band (1834) S bis Z
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel

Daud Pascha sich empört. Pest und Cholera verheerten die Provinz; in jenerStadt waren mehre tausend Häuser ausgestorben; die Pilgrime nach und vonMekka fielen, sowie die st- begleitende Schuhwache, größlentheils als Opferder Seuche, und furchtbare Überschwemmungen verwüsteten einen Theil von Bag-dad. Aber ärger noch plagte die unglücklichen Einwohner der tyrannische DaiidPascha durch Erpressungen und Frevel aller Art. Er ließ den großherrlichen Be-vollmächtigten, Sadik Effendi, welcher ihn durch Vorstellungen zum Nachgebenbewegen sollte, meuchlings ermorden. Darauf erhielt Ali Pascha von Aleppoden Auftrag, Bagdad unter seine Verwaltung zu nehmen und den Rebellen nachKonstantinopel zu schicken. Ali's Befehlshaber schlugen die Truppen des DaudPascha und rückten vor Bagdad, dessen Einwohner sie durch einen großherrlichenFerman zur Übergabe auffoderten. Allein Daud lockte durch List den Kasfim Pa-scha in die Stadt, wo er ihn des Nachts mit einem Theile seines Gefolges ermor-den ließ. Hieraus belagerte Ali Pascha die Stadt, vom 7. Zul. 183t an; DaudPascha schlug mebre Angriffe zurück. Endlich unternahm Ali in der Nacht zum15. Sept. einen Sturm und bemächtigte sich eines Thore«. Nun brach in derStadt der Aufruhr gegen Daud Pascha los; die Einwohner öffneten den Belage-rern ein zweites Thor und überlieferten den Rebellen dem Sieger. Daud Paschawurde mit seinem Sohne nach Diarbekir gebracht. Ali Pascha verwendet! sich fürBeide, der Grossherr schenkte ihnen das Leben, indem er ihnen Brussa zumAufenthaltsorte anwies. Auch den Truppen des Daud Pascha wurde die erbeteneAmnestie bewilligt, und sie dursten sich in ihre Heimat zurückbegeben. Baldnachher erhob Timur, der Pascha von Wan, südlich von Erzerum, an der Grenzevon Perfien, den Banner der Empörung. Dasselbe thut in Syrien der neuer-nannte Pascha von Damask, Mchmed Selim Pascha. Jener wurde durch denSerjasker von Erzerum besiegt, dieser aber von den Einwohnern der Stadt, welcheer grausam behandelte, gezwungen, sich in das Eastell zu flüchten. D-r Suliansetzte die rebellischen Paschen ab, und gab Damask, dessen Einwohner völlige Amne-stie erhielten, dem Hadschi Ali, Pascha von Konjeh. Mit diesen Empörungenhingen die geheimen Entwürfe des Vicekönigs von Ägypten, sowie der in den Pro-vinzen zerstreuten ehemaligenJanitscharenossiziere zusammen, welche an demPlane arbeiteten, den Sultan zu entthronen und die alten Einrichtungen wieder-herzustellen. Mahmud'S Policei entdeckte zwar schon im März 1831 ihre Verbin-dungen, selbst in Konstantinopel; nun folgten zahllose Hinrichtungen ohne Pro-ceß, und die Opfer der Justiz wurden ins Meer geworfen; aber.im Geheimen brü-tete die Rache fort, und wiederholte Brandstiftungen ängstigten die Hauplstadt.Am 2. Aug. 1831 vernichtete ein furchtbares Feuer die von den Franken bewohnt!Vorstadt Konstantinopels, Pera. Über 4000 Häuser und Hütten brannten ab,darunter das englische Palais, die von den russischen, preußischen und sardinische»Gesandtschaften bewohnten Hotels, das holländische und französische Botschafts-gebäude , die Dreifalligkeits- und die St.-Antoniuskirche. Der Verlust an Waa-ren, Kostbarkeiten und Gerathen wurde auf mehre Millionen geschätzt. Die Tür-ken widersetzten sich förmlich den freilich sehr schlechten LöschungSanstalten und er-klärten laut, daß der Brand von Pera eine Wiedervergeltung der Schlacht von Na-varin sei. Kaum konnten das östreichische Jnternuntiaturhotel und die russi-sche Kanzlei der Wuth der Flammen durch die eben anwesende östreichische Wa-

-> Nach einem Berichte des französischen Generalconsuls in Ägypten, Eimaut,schätzte man die Zahl der Cholera-Opfer in Mekka auf 12,000, ohne die zu EIN -einem großen Meßplatze, wohin sich die Pilgrime begeben; »m daselbst die drei gr-ßen, durch den Propheten eingekerkerten Dämonen nist Steinen zu werfen, und ozu Lrafata, wo sie für die aus dem Paradiese verstoßenen Adam und Coa dielichen Gebete verrichteten.