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Vierter Band (1834) S bis Z
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel

schloß flüchtete. Mehmed, Pascha von Rustschuck, umzingelte Skutari, das auch,sowie die ganze Küste Albaniens, von einer Abtheilung der türkischen Flotte dlokirtwurde,und Mustapha's Paschalik wurde inKdnstantinopel demGroßwessir alsSratt-halterschast verliehen. An die Bosnier aber erließ MiloschOdrenow i tschss.d.),als Fürst von Serbien, eine Proklamation, worin er sie zur Unterwerfung ermähnte,widrigenfalls er mit seinen Serbiern gegen sie ziehen würde. Der Großwessir hattejetzt sein Hauptquartier in dem von ihm eroberten Alessio (Festung l-'esch) ge-nommen, und traf Anstalten zur Belagerung der Festung Skutari (Ende Iul.1831), mußte aber, weil in Bosnien der Aufruhr fortbrannte, in diese Provinzziehen, wo der neu-Statthalter Ibrahim Pascha, nur noch bei Nowibasar sichmit wenigen Trup > m behaupten konnte. In Konstantinopel hatte man zwar umdiese Zeit sehr günstige Berichte aus den empörten Provinzen; allein die Bestäti-gung des schon verkündigten Triumphs und der völligen Bezwingung deS Paschavon Skutari traf nicht ein. Der Großwessir mußte auf seinem Marsche nachBosnien in Uskup (Skopia) stehen bleiben und wurde bei Koskowa von den Bos-niaken geschlagen, worauf er sich nach Macedonien zurückzog. Da er nun auch ei-nen Theil seiner Truppen nach Konstantinoxel zu schicken den Befehl erhielt, sokonnte er nichts weiter gegen Bosnien unternehmen. Überdies wurden noch dietürkischen Truppen, weiche unter Zzzed Mehemed die Stadt Skutari beseht har-ten, am 18. Aug. von den dortigen Einwohnern, in Verbindung mir den da-selbst versteckt gebliebenen aldanesischen Soldaten, unvermuthek überfalle» und dieStadt zu verlassen, gezwungen. Es kostete neue Anstrengungen, um diese Stel-lung wieder einzunehmen. Der Großwessir versuchte jetzt durch UnterhandlungenZeit zu gewinnen. Auch gelang es, im Scpt. 1831 den Redellenhäuprling in Un-tcraldanien, Seliktar Poda, welcher sich bisher auf seinem für unbezwinglich gehal-tenen Bergschloffe vertheidigte, zur Unterwerfung und Übergabe dieses Fortszu bewegen. Seliktar-Poda erkaufte die Bewilligung eines freien Abzuges initseiner Familie und begab sich über Korfu nach Ägypten und Mekka. Sein Sohnblieb als Geißel bei dem Großwessir und wurde in Konstantinopel von dem Sultanmit Huld und Gnade behandelt. Gleichzeitig unterhandelte Reschid Pascha mitden Bosniern. Die Rebellen verlangten als Ersatz der Kriegskosten eine Zahlungvon 3000 Beuteln (1s Mill. Piaster), die Erhaltung des allen Zustandes inBosnien, und Amnestie für den Pascha Mustapha von Skutari. Der Groß-wesflr bewilligte Alles, unter Vorbehalt der großherrlichen Bestätigung. So bliebHussein Bei (oder.Hassan Pehki), Capitain von Gradachacz, im Besitz der usur-pirten Macht eines Wessirs in Bosnien, und behauptete sich gegen die im Landenoch übrigen Anhänger der Pforte durch ein wahres Schreckensystem und Hinrich-tungen. Um diese Zeit verheerte auch die Cholera die westlichen Provinzen.

Endlich unterwarf sied Mustapha Pascha, durch das Bombardement der Ci-tadelle von Scutari auss Äußerste gebracht, am 10. Nov. 1831 dem Großwessir,nachdem er die Versicherung von den großmüthigen Gesinnungen des Geoßhecrn«rha-len und dagegen auf die seit mehr als 300 Jahren in seiner Familie vererbteWürde eines Pascha in Oberaldanien verzichtet hatte. Mustapha begab sich anBord eines türkischen Kriegsschiffes, das ihn nach Konstantinopcl führte (EndeDec. 1831), wo er völlige Begnadigung erhielt. Diese Milde war in den Jahr-büchern des türkischen Reichs etwas so Außerordentliches, daß die höchsten Staats-manne», der Kaimakan Pascha, der Kapudan Pascha, der Serjasker und der ReisEffendi, dem Grvßherrn in feierlicher Audienz ihren ehrfurchtsvollen Dank bezeigten.Nunmehr gelang es dem Großwessir im Mai 1832 mir Beistand der Serbier,"ach Bezwingung des letzten Rebellen Haffan Pehki durch den Sieg bri Sienieza,"uch ganz Bosnien der hohen Pforte wieder zu unterwerfen. Mit gleicher Groß-muth behandelte der Sultan die in Asten besiegten Rebellen. In Bagdad hatteCoav.-Lrx, der neursten Seit und Literatur IV. 42