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Vierter Band (1834) S bis Z
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Türkei seit dem Frieden zu Adriano-cl

Der Ausgang der polnischen Znsurrection beruhigte die Pforte über dasjetzige System ihrer Politik. Sie wandte nunmehr ihre Aufmerksamkeit auf dieWiederherstellung des Wohlstandes ihrer durch Krieg, Aufruhr und Pest ver-heerten Puovinzen. Der Sultan ließ große Summen Geldes unter die Grundbe-sitzer vertheilen, Ladungen mit Getreide und Lebensrnitteln in die verarmten Ge-genden abgehen, und bekannt machen, daß diese Bezirke in den nächsten zwei Zäh-ren keine Abgaben entrichten sollten. In Konstantinopel selbst aber dauerte dieWährung fort, weit das Volk überhaupt mit den Neuemngcn unzufrieden war.Mahmud richtete daher die Polizei der Hauptstadt nach europäischer Art ein undstellte an,rie Spitze dieser Verwaltung eine» DewlebNasiri oder Policeidireclor.Darauf beschloß er was bisher im Frieden noch kein Sultan gethan hattesich auf die Flotte und in die Provinz zu begeben, um den Zustand der Dardanel-levschlösser zu untersuchen. In seinem Gefolge befanden sich, gewissermaßen alsGeißeln, !>ie Söhne der Großen. Auch nahm er die Reichssiegel mit, worausman schlosi, er wolle Befehle zur Einziehung der Güter der UlcmaS erlassen.Mahmud segelte mit der Flotte, unter Hallt Pascha, durch die Dardanellen undstieg bei G allipoli und bei Tenedos anS Land, und verweilte in Adrianopel einigeTage. H ierauf sah er das bei Adrianopel unter Hussein Pascha gelagerte Heer.Nach eine r Abwesenheit von 33 Tagen, traf er am 5. Zul. in seiner Hauptstadtwieder ein. Hier hatte unterdessen der Kaimakan die öffentliche Ruhe durch strengeMaßregel n erhalten. Im Allgemeinen machte diese Reise auf das Volk und dasHeer in t Lonstantinopel einen günstigen Eindruck. Man überzeugte sich, Mah-mud woll.! mit eignen Augen sehen. Denn an allen Orten, die er besuchte, nahmer Bilisch nften an, die größkentheils Klagen seiner Unterthanen gegen ihre AgaSenthielten > welche hierauf in Adrianopel sich verantworten mußten. Auch ließ derSultan ü derall Beweise seiner Freigebigkeit zurück.

Um destp verworrener war der Zustand der entfernter» Provinzen. Wäh-rend in A lbanicn und Bosnien der Großwessir mit seinen Truppen im Besitzemehrer Städte sich befand, und durch die geheuchelte Unterwürfigkeit der bosni-schen und albanesischen Stämme getäuscht, mit der Einführung eines neuen Mili-tair- und Abgabenspstems in Zanina sich beschäftigte, brach der Aufruhr, erregtdurch geh. nmc Anstiftung des Mustapha, Pascha von Scutari, aufs Neue mitverdoppelt er Wuth los. Die Verschwörung der albanesischen Häuptlinge hatte einetief nach BoSnien, wo der Pascha von Trawnik, Mustapha'S Schwiegersohn,für dieselb ! thätig war, und nach Macedonien, ja selbst bis nach Adrianopel undÄonstantinopel hin verbreitete Verzweigung. Der Aufstand der albanesischenHäuptling e setzte bald ganz Albanien, Bosnien und einen Theil von Macedonienin Flamm wn. Nur die slawischen GebirgSsoldaten der Herzegowina blieben derPforte tret». R-schid Pascha stellte sie unter den Befehl des Sohnes des früherstrangulirl en bosnischen Wesstcs Solimail Pascha, und bezog ein verschanztes La-ger. Unte wessen hatte Mustapha, Pascha von Scutari, die Stadt und das Ge-biet von D lonastir beseht, von wo er bis Perlepo vordrang. 'Hier schlug ihn zwarder Großw essir am 2t. Apr. 183t und einige Tage später bei Dcrbentehan aufsHaupt; allein im Rücken von Unteralbanien aus durch Seliktar Poda bedroht,welcher in t er Stadt Gorha seine Scharen zusammenzog, mußte er nach Mona-stir zurückg ihen, wo er sich in seinem Lager verschanzte und Verstärkungen ausAdrianopel erwartete. Diese Umstände benutzte Mustapha, um sich mit einemCorpS von t2,tX)0 Bosniern zu vereinigen. Dem von den Rebellen gefangen ge-nommenen Wesflr von Bosnien, Ali Nawik Pascha, gelang e« jedoch, in die Her-zegowina mich Stolacz zu entkommen, und der Großwessir erkämpfte so wichtigeVortheile lidcr die Bosnier und über die Albaneser, daß Mustapha in seinerHauptstadt Skutari Schutz suchte, und Seliktar Poda sich in sein festes Berg-