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Vierter Band (1834) S bis Z
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652
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopcl

Auslande einen türkischenMoniteur"; er gestattete sogar, daß Bibeln unter denTürken vertheilt wurden. Im Ort. 1829 beschloß er einen großen Reichstag allerPaschas, Gerjaskers u, s. w. zu berufen. Auch der Vicekönig von Ägypten, derDei von Algier, der Bei von Tunis und der Pascha von Tripolis wurden einge-laden, allein sie kamen nicht. Gleichzeitig wollte er sein europäisches Heer wiederaufrichten und seine bei Navarin zertrümmerte Flotte herstellen; den Erfolg sahman in dem Kriege mit Ägypten.

Die türkische Regierung selbst nahm seit der blutigen Vernichtung der Za-nitscharencorporation (Jun. 1826) eine etwas mildere Form an. Die Sicherheits-policci stand jedoch unter der Aufsicht eines strengen Mannes, des Khosrew Pascha,des verhaßten Begünstigers der Reformen. Auf Rußlands Verwendung ward denverwiesenen Armeniern und Fanarioten die Erlaubniß zur Rückkehr nach derHaupt-stadt gewährt, die wenigsten aber erhielten ihr consiscirtes Eigenthum zurück; derGroßwessir Reschid Mehemed Pascha versprach in Adcianopel, jede Bedrückung,welche sich seine Unterbcfehlshaber zu Schulden kommen ließen, streng zu bestra-fen; der Sultan verhieß im Dec. 1828 eine allgemeine Amnestie und erklärtealle Rajahs seines Reichsfür ein ihm von Gott anvertrauleS Gut." Mit denAbgeordneten der Serdier ward glimpflich unterhandelt; doch suchte die Pforte hierwie überall, auch jetzt wie sonst, dieses Augeständniß oder die Erfüllung lästiger Be-dingungen hinzuhalten und Zeit zu gewinnen. Indeß drang der russische Gesandte,Marquis von Rideaupierrc (s. d.), mit seinen Vorstellungen gewöhnlich balddurch. Gleichzeitig bemühten sich der französische Botschafter, Graf Guillemi-not, und der britische, Sir Robert Gordon, den Einfluß ihrer Höfe, namentlichbei den Angelegenheiten G r i e ch e n l a n d « (s. d.), geltend zu machen. Die Pfortemußte die neue Abgrenzung des jungen Staates zugestehen; auch erkannte Mah-mud mit großer Gefälligkeit den König Otto von Griechenland an; nur hat er bisjetzt (März 1834) den bereits ernannten Gesandten Griechenlands, Zographos,noch nicht angenommen, weil er vor der Abzahlung der von Griechenland zu ent-richtenden Territorialentschädigunzssumme einem Schiffe mit griechischer Flagge,das den Gesandte» nach Konstanlinopel führen soll, die Durchfahrt durch die Dar-danellen nicht gestatten will. Obgleich nun Herr von Rothschild jene Zahlung zuleisten erböiig sein soll, so weigert die Pforte sich dennoch, sie anzunehmen. DerReis-Effcndi soll sogar dem griechischen Geschäftsträger in Konstanlinopel, HerrnMano, zu verstehen geben haben, daß e« der Pforte weit angenehmer sein würde,wenn der König Otto einen Baier oder sonstigen Ausländer, statt eines geborenenGriechen, zu seinem Geschäftsträger ernennen wollte. Es ist also die völkerrecht-liche Verbindung zwischen dem Padischah und dem griechischen Königreiche nochnicht ausgesprochen und befestigt.

Die Spannung, welche zwischen der Pforte und Mohammed Ali, dem Vice-könig von Ägrvten, durch gegenseitiges MiStraucn entstanden war, wurde immerernsthafter. Mahmud konnte ihm die Capitulation von Morea nicht verzeihen,und erließ gegen den stolzen Vasallen mehr als einen geheimen Tvdesferman. DerVicekönig hatte schon im Anfange des ZahreS 1829 den Befehl erhalten, unver-züglich 2V,OVOMann unter Jbrahim'S Anführung nach Konstantinopel zu senden,seine Rechnungen einzuschicken, und die noch im Hafen von Alexandrien befind-lichen drei türkischen Schiffe nach Konstanlinopel unter Segel gehen zu lasse«.Mohammed Ali vollzog aber nur den letzten Theil des Befehls; er lehnte die übrigenFoderungen ab, und beschloß, sich auf den Fall eines offenen Bruches zu rüsten.Später, im Nov. 1829, sandte er jedoch, um den Schein zu retten, wenigstenseine halbe Million Talaris, als Abschlag von der Sumine, welche Ägypten zu derrussischen Kriegscontribulion zahlen sollte, nach Konstanlinopel. Da der Viceköniggut ausgerüstete und bemannte Kriegsschiffe besaß, durfte er bei Ägyptens Küsten-