Druckschrift 
Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
650
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und ungeachtet das Wasser oft mächtig hereinbrach, rückte doch die Arbeit bis zumApr. 1827 so ansehnlich vor, daß der Schild oft 3 Fuß an einem Tage weiterkam.Die wiederkehrenden Unfälle veranlaßten den Baumeister im Apr. das Bett desFluffeS mittels einer Taucherglocke zu untersuchen. Einen Hammer und eineSchaufel, die man bei dieser ersten Untersuchung auf dem Boden des FluffeS zurückließ, fand man bei der nächsten nicht wieder. Am 12. Mai brach die Decke desTunnels über zehn Rahmen des Schildes nach einander ein, und als einer dermittlern Rahmen vorrückte, fand man den Hammer und die Schaufel, die sichwenigstens 18 Fuß tief vom Flußbett hinabgesenkt hatten. Die Arbeit war indeßwieder in eine festere Schicht vorgerückt, als einige Schiffe, die mit einer spätemFlut kamen, grade über dem Tunnel Anker warfen, wo nie Fahrzeuge geankerthatten, seit die Docken auch den Handelsschiffen geöffnet waren. Dies hatte dieFolge, daß die Theile des Flußbettes, welche den weichem Boden gegen die Wir-kung der Flut schützten, ausgewaschen wurden. Der Fluß brach herein, und füllteam 18. Mai 1827 den Tunnel. Als man mittels einer Taucherglocke die Öff-nung untersuchte, fand man den Bau unversehrt und der Schild schien unverletzt zusein. Man füllte gegen 3000 Tonnen Thon in Säcke, die mit dünnen Haselruthenumwunden waren, und stopfte damit die über 38 Fuß tiefe Öffnung. Im Zun.hatte sich das Wasser im Tunnel verlaufen, und im Aug. war der hinabge-stürzte Schult weggeräumt. Die Arbeit wurde darauf fortgesetzt, und obgleichder Schild durch die Gewalt der eingestürzten Massen bedeutend gelitten hatte, so- wurde d»ch der Bau 50 Fuß weit vorgerückt und reichte nun bis zur Mitte desFlusses bei niedrigem Wafferstande. Gegen Anfang des Jan. 1828 war derBoden, hauptsächlich wegen der Unterbrechung der Arbeit während des Weih-nachtsfestes, sehr locker geworden. Am 12. war die Gefahr so drohend, daß Bruneldie meisten Arbeiter wegschickte und nur 4 bei sich behielt. Alle Anstrengungen warenvergeblich, die einbrechenden Erdschichten abzuhalten. Einer der Wcrkleute entkam,nachdem er seine Arbeit verrichtet hatte. Plötzlich, als Brunel den Andern denWeg zur Flucht angab, stürzte mit furchtbarem Getöse die Decke herab. DieLichter der Arbeiter erloschen. Brunel fand durch die Dunkelheit den Weg zu demSchachte, von dem hereinbrechenden Wasser verfolgt. Die drei Arbeiter warennicht so glücklich und drei Andere, die nicht mehr bei der Arbeit angestellt waren,wurden Opfer ihrer Unvorsichtigkeit und Neugier. Die Kluft wurde, wie früher,ausgefüllt, und als man wieder in den Tunnel kam, fand man die Arbeit unzer-stört und der Schild bildete eine starke Widerlage, gegen welche die Säcke gelegtward. Die Geldmittel der Gesellschaft waren jedoch nun nicht mehr ausreichend,die Arbeit fortzusetzen, nachdem der Tunnel bis auf K00 Fuß vorgerückt war.Er ist 38 Fuß breit und 22 Fuß 6 Zoll hoch und bildet zwei Arkaden, von welchenaber jetzt nur eine besucht werden kann. Man hat die Enden der Bögen geschlossen,bis man Mittel aufbringen kann, die Arbeit wieder aufzunehmen. Dazu sind derGesellschaft mehre Plane vorgelegt, aber nicht genügend befunden worden. OhneErfolg hat man seither eine erhöhte Theilnahme des Publikums an dem Unterneh-men zu gewinnen gesucht. So zerstörend die letzten Unfälle gewesen sind, so ist esdoch gelungen, einen Bogengang in einem Boden anzulegen, wo erfahrene Berg-leute kaum einen engen Stelln zu treiben im Stande waren, und eS hat sich erge-ben, daß der drfolgte Plan zur Anlegung einer so bedeutenden Aushöhlung voll-kommen genügend und der bereits vollendete Bau gegen die Zerstörungen gesichertist, die man für unabwendbar hielt. Nach den Erfahrungen, die man mir einerungcprüflen Maschine bei der Hälfte der Arbeit gemacht hat, wirrte die andereHälfte wahrscheinlich ohne Unterbrechungen und mit geringern Kosten vollendetwerden können. Die Kosteffbei dem Tunnel waren im Durchschnitt nicht mehralS 3 Pfund Sterling 6^ Schilling aus die Kubikelle für die AuSschaffung des