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Tunnel
Einer der eifrigsten Theilnehmer, I. Wyalt, nahm mehre Jahre später denGedanken wieder auf, und als der Ingenieur Brunei den Plan der frühem Unter-nehmung geprüft hatte, war er der Meinung, daß das Werk ausgeführt werdenkönnte, wenn man den Stalln in der festen Sandschicht ansinge und ihn dicht unterder den Boden des Strombetts bildenden Thonschicht forttriebe, da man ungeachtetdes stellenweise sehr lockern Boden« zwischen jenen Schichten Raum genug findenwürde. Die Ansicht eines von dem Bohrwurm sTerello) ausgehöhlten Schiff-kiels brachte Brunel auf den Gedanken, den er bei seiner Unternehmung befolgte.
Er wollte gleichzeitig mehre aneinander liegende Aushöhlungen machen mittels ei-ner Vorrichtung, die man den Schild genannt hat. Sie glich der bei dem Grund-bau im Wasser gebräuchlichen, sogenannten Krippe oder Wasserstube (l-atarlleuu),ward aber in horizontale statt in vertikaler Richtung angewendet, und be-stand aus zwölf parallelen, dicht aneinander liegenden Rahmen, deren jeder 22Fußhoch und in drei Stockwerke getheilt war, sodaß das Ganze 36 Öffnungenoder Zellen halte. Bon diesen Zellen aus sollten die Bergleute, gleich ebenso vielenBohrwürmern die vorliegende Schicht aushöhlen, während andere Arbeiter ihnennachrückten, die Höhlung mit Ziegeln auszufüttern. Um die Rahmen in Bewe-gung zu setzen, war jeder mit starken Füßen versehen, die auf einer Schneeschuhenähnlichen Unterlage standen und Gelenke hatten, mittels welcher die Rahmen, undzwar jeder für sich, schrittweise fortgeschoben wurden. Dieser Plan, der .1823 be-kannt gemacht wurde, fand Beifall, und als im Fedr. 1824 durch Unterzeichnun-gen eine ansehnliche Summe zusammengebracht war, wurde der neue Tunnel ineiner, von dem frühern etwas entfernten Richtung im März 1825 begonnen. Eswurde zuerst ein Schacht von 50 Fuß im Durchmesser abgeteuft, in welchemkünftig der Fußweg hinabgehen sollte, bis zu einer Tiefe von 40 Fuß und durcheine Schicht von Kies und nassem Sande, wo die Arbeiter mit den größtenSchwierigkeiten zu kämpfen hatten. Eine Dampfmaschine von 30 Pferdekrafthalfiden ausgegradenen Schutt zu Tage fördern. In jener Tiefe wurde der Schildzur Anlegung des Tunnels aufgestellt, der Schacht aber noch tiefer gesenkt undauf dem Boden desselben eine Senkgrube von 25 Fuß im Durchmesser angelegt,um das Wasser abzuleiten. Der Schild ward unter einem mächtigen Thonlagerangebracht und gegen Anfang des Jahres 1826 lEgann die Öffnung des Tunnels.Ungefähr 9 Fuß war der Schild vorgerückt, als die schützende Thonschicht auf-hörte , und Wasser mit nassem Sande hereinbrach. Die Arbeit rückte mehre Wo-chen lang nur langsam vor, bis im März der Schild wieder in eine festere Schichtkam. Bis zum 14 . Scpt. 1826 war der Tunnel bereits 260 Fuß vorgerückt, als ,man in der lockern und nassen Schicht, zu welcher man gekommen war, über demobern Theile des SckildeS eine Höhlung bemerkte. Die Flut war hoch und esstürzte Sand und Wasser auf den Schild herab; aber man war auf den Unfallvorbereitet, die Öffnung wurde bald ausgefüllt und die Arbeit vorsichtig fortgesetzt.Zu Anfang des Jan. 1827 war der Tunfiel bereits 350 Fuß-lang, als abermalsbei. einer hohen Flut ein Theil der obern lockern Schicht einstürzte, doch wurdedurch die getroffenen Vorkehrungen das Eindringen des Wassers verhütet. Diesenachtheiligen Einwirkungen der Flut auf die Erdschichten in einer Tiefe von 30Fuß machten die Arbeit ebenso schwierig als gefährlich. Die Schichten warenzwar in ihrem natürlichen Zustande fest, selbst wo sie aus Sand und KicS bestan-den, aber bei einer so ansehnlichen Aushöhlung, welche dem Wasser neue Ab-flüsse öffnete, waren einige Schichten zersetzt und erweicht, einige ganz flüssig ge-worden, ja selbst die aus Kieselgeschieben mit einem Bindemittel bestehendenSchichten wurden zuweilen ganz locker gefunden. Dies hatte die Folge, daß derBoden, der früher fest gewesen war, mittels beschwerter Bohlen erst verdich-tet werden mußte, ehe man den Grund legen konnte. Trotz diesen Schwierigkeiten