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Trivulzio
die er seit jener Zeit durch Herausgabe seiner „Biologie oder Philosophie der leben-den Natur" (6 Bde., Göttingen 1802 — 22) und „Erscheinungen und Gesetzedes organischen Lebens" (i. u. 2. Bd. Bremen 1831 — 32), aus immer steigendeWeise beschäftigt hat, sodaß sein Name unter den ersten Physiologen Deutsch-lands genannt wird. Unter seinen übrigen Schriften sind ausgezeichnet: „Bei-träge zur Anatomie und Physiologie der Sinncnwerkzeuge der Menschen undThiere" (erstes Heft, Bremen 1828, Fol.). Vorzüglich aber hat er sich in, Ge-biete der vergleichenden Anatomie ein großes Verdienst durch seine Untersuchung«»über die luftathmenden Insekten (Arachniden) erworben, die ec in seiner Schrift„Über den innern Bau der Arachniden" (Nürnberg 1812, 4.) darlegt. DasAuSland hat T. anerkannt und geehrt, macht ihm jedoch den Vorwarf, daßseine physiologischen Ansichten nicht immer haltbar seien, und daß er zu viel Ge-wicht auf die vergleichende Anatomie lege. Dem sei wie ihm wolle, T.'s Namewird in der Geschichte der Physiologie stets Epoche machen, theils durch dieGründlichkeit und Originalität seiner allgemeinen Ansichten des Lebens, theilsdurch den Reichthum an neuen Thatsachen, deren Entdeckung die Naturgeschichteseinem Fleiße, seinem Scharfsinn und seiner Geschicklichkeir verdankt. — SeinBruder, Ludwig Christian, früher Professor der Botanik und Director desbotanischen Gartens in Brcslau, jetzt in gleicher Eigenschaft in Bonn lebend, bc-hauptet unter den Botaniker» unserer Zeit denselben Platz, den sein Bruder unterden Physiologen einnimmt. Auch er hat im Pflanzenreiche sich vorzüglich die Phy-siologie zum Gegenstand seiner geistreichen und gründlichen Forschung gewählt.In den „Vermischten Schriften anatomischen und physiologischen Inhalts" (4Bde., Göttingen 1816 — 21), und „Beiträge zur Anatomie und Physiologieder Thiere und Pflanzen" (erstes Heft, Göttingen 1813, 4.), welche er beide inGemeinschaft mit seinem Bruder herausgab, sind mehre seiner gehaltreichen Ab-handlungen enthalten, und unter den einzeln erschienenen Schriften sind besondersauszuzeichnen: „Vom innern Bau der Pflanzen und von der Sasibewegung indenselben" (Göttingen 1808); „Bon der Entwickelung des Embryo und seinenUmhüllungen im Pflanzenei" (Berlin 1816, 4.)z „Die Lehre von dem Geschlechtder Pflanzen" (Bremen 1822), worin er das Sexualsystem gegen neuere An-griffe vertheidigt z und „Da oro voßotubili ejusgue mututiorubus" (Bres-lau 1828). (2)
Trivulzio (Johann Jakob). Es mag nicht allzu oft vorkommen, daßvornehme Geburt, Reichthum, Unabhängigkeit, mit ausgebreiteten Kenntnissen,Liebe zu Wissenschaft und Kunst und einem cdcln Gemüthe sich in solcher Weisevereinigt finden, wie es bei dem Marchcsc Trivulzio der Fall war. Einer der erstenFamilien Italiens angehörend, die den berühmten Marschall Ludwig All. unterihre Vorfahren zählt, ward er am 22. Jul. 1774 geboren und erhielt eine sehr sorg-fältige Erziehung im väterlichen Hause. Früh schon mit der classischen Literaturund der Philosophie Griechenlands und Roms vertraut, fand er in den Alten wäh-rend seines ganzen Lebens Freunde und Begleiter, während er sich mit gleichemEifer dein Studium der vaterländischen Schriftsteller, besonders Dante's und jenerinteressanten Epoche widmete, in deren Kenntniß er wol nur von Wenigen über-lroffen worden ist. Blos Bescheidenheit und Mistrauen in seine Kräfte hielten ihnab, durch sein eignes poetisches Talent zu glänzen, das schon in seiner Jugend,wo der berühmte Parini, der Dichter der TagSzeiten, ihm Freund und Letterwurde, vielversprechende Blüten trieb. Sein allen edeln Gefühlen offenes Herz,sein vortrefflicher Charakter und sein durch die griechische Philosophie genähr-ter Geist zeigen sich am besten in seinen vertrauten Briefen, die er an viele der be-rühmtesten Gelehrten Italiens, mit welchen er in genauen Verhältnissen stand,Monli, Pindemonte, Perlicari, Cicognara, Cesari, Mai und Andere schrie«,
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