644 Treschow
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Probe, als er 1797 in Upsala aufgerufen wurde, die Vermählung des KönigsGustav Adolf mit der Prinzessin von Baden zu feiern. Er dichtete >edoch nichtimmer lateinisch, sondern bald griechisch, bald schwedisch. Als akademischer Lebrertrat er 1800 auf und erhielt seit 1805 dreimal von der schwedischen Akademie diezweite goldene Medaille. Seitdem zeichnete er sich als Übersetzer aus, und war derErste, der die von Voß aufgestellten metrischen Grundsätze in die schwedischeSprache einführte. Er hat seit 1807 die Hälfte der Zlias, den Anakrcou und dieFragmente der neun griechischen Dichterinnen mit griechischem Texte, schwedischerÜbersetzung und lateinischen Anmerkungen als Dissertationen herausgegeben.Die schwedische Sprache hat er, wie Voß die deutsche, mit vielen alterlhümlichenlandschaftlichen und neugebildeten Wörtern und Wendungen bereichert, und ob-gleich er, zuweilen über die Grenzen hinausschrcitend, viele zu gekünstelte Wortbil-dungen aufgenommen hat, so sind doch mehre seiner Schöpfungen sehr geistreich.Er hat geschätzte Ausgaben von mehren Elasstkern, z. B. Taoitus, Cäsar, LiviuS,in Upsala herausgegeben. Als er 1825 vom König zum Pfarrer in Söderköpingernannt wurde, verfügte er über sein durch Fleiß und Entbehrungen erworbene«Vermögen, indem er die Bestimmung machte, daß ein Theil desselben den geschick-testen akademischen Lehrern, ein anderer denjenigen Studircnden, die sich der la-teinischen Dichtkunst widmeten, als Stipendien zufalle» sollte, der Überrest aberwurde zur Besoldung eines Arztes in seinem Geburtsorte Torpa ausgesetzt. (6)
Tresch o w (Niels), geboren am 5. Sept. 1751 zu Drammen im südlichenNorwegen, wo sein Vater als Kaufmann lebte, wurde durch den Einfluß seinerfrommen, der Brüdergemeine angehörenden Ältern, früh zu religiösen Gefühlen ge-stimmt. Zugleich entwickelten sich aber auch seine Verstandesanlagen, mehr ver-möge eines innern Triebes zum Lesen und Lernen, .als durch den ihm ertheiltenPrivatunterricht, und zwar so schnell, daß er schon in seinem 15. Jahre völlig reiffür die Universität befunden wurde. Er begab sich nach Kopenhagen, um sich derTheologie zu widmen; allein bei seiner Vertrautheit mit der deutschen, französischenund englischen Sprache zogen ihn die philosophischen Wissenschaften so sehr an, daßer zwar nicht jenes Studium vernachlässigte, doch dem freien Nachdenken über diewichtigsten Angelegenheiten deS Menschen den Vorzug gab. Geschichte, Mathe-matik und Physik ertheilten seinem Geiste Kraft und Umfang. Die Dichter EduardStorm und Nordal Brun, ebenfalls Norweger, waren seine vertrautesten Freunde.Wahrheiten zu ergründen und diese sich und Andern deutlich zu machen, betrachteteer als den Zweck des Studirens. Nach einem fünfjährigen Aufenthalte in Kopen-hagen übernahm er das Conrectorat an der Gelehrtenschule in Drontheim. Hiertrat er zuerst als Schriftsteller auf, indem er eine bei einer Schulfeierlichkeit gehal-tene Rede über die Vortheilhafte Anwendung der Beredtsamkeit drucken ließ. Die-ser Erstlingsversuch berechtigte zu großen Erwartungen. An die Stelle des gelehr-ten Humanisten, Jakob Baden, 1780 als Rector nach Helsingör berufen, lemte erKant's „Kritik der reinen Vernunft" kennen. Zwar hatte er schon dieses großenDenkers Abhandlung „Oo mnnfli sensibiiis ot intellectuslis prineipiis" gelesen,allein jetzt erst drang er ganz in den Geist seines Systems ein, und bewies es durcheine Reihe gehaltvoller Aufsätze in der dänischen Zeitschrift „Minerva". Als er1789 die überaus vortheilhafte Stelle als Rector der Kathedralschulczu Christianiaerhalten hatte, genoß er des Umganges mehrer durch Würde», Reichthümer undvaterländische Gesinnung ausgezeichneten Männer, deren Hauptbestreben Beför-derung der geistigen Bildung war. , Durch diese aufgemuntert, hielt er vor einemzahlreichen Publikum Vorlesungen über Kant's Philosophie, welche bald auch imDrucke erschienen und, in« Deutsche übersetzt, überaus günstig beurtheilt wurden.Als Mitglied einer Commission zur Verbesserung des Schulwesens im dänischenReiche arbeitete er insonderheit dahin, selbst mit Aufopferung eigner Vortheile, der