Loscht Trauer 643
liebenswürdig im Umgänge. Seine Gattin, Luise Sacnz de Viniegra, die Toch-ter eines achtbaren Hauses in Andalusien, eben so ausgezeichnet durch eine unterden spanischen Frauen seltene Bildung als durch heldenmürhigen Sinn, war stetsdie treue Gefährtin stines bewegten Lebens. In den ersten Jahren ihrer Ehe brachtesie während des Winterfeldzugs mehre Monate in den höchsten Gegenden der Py-renäen zu, und während der Schlacht bei Vittoria war sie in der Nähe des Kampf-platzes. Als T. zu Alicante gefangen saß, besuchte sie das Schloß jeden Abend inder Tracht der geringsten Volksclasse, um ihm Beistand und Trost zu bringen.Während seiner Gefangenschaft zuMurcia aber durfte sie ihn nur einmal sehen, ob-gleich sie dringend bat, seinen Kerker theilen zu dürfen. In England lebte sie mitihm in großer Aurückgezogenheit, ertrug mit heiterm Gemüthe viele Entbehrungen,und obgleich in Glanz und Überfluß erzogen, achtete sie keine Beschäftigung zu ge-ringe, keine Anstrengung zu groß, wenn sie ihrem Gatten Erquickung und Erhei-terung verschaffen konnte.
Toschi (Paolo), einer der ersten Kupferstecher Italiens, 1788 zu Parmageboren, wo sein Vater als Postcassirer lebte, erhielt den ersten Unterricht im Zeich-nen in der Schule des Malers Btagio Martini, und war schon im Begriff zurMalerei überzugehen, als Widerwärtigkeiten, die seine Familie trafen, ihn be-stimmten, 1809 nach Paris zu gehen, um unter Berwic's Leitung die Kupferstech-kunst zu erlernen. Bcrwic widmete ihm eine besondere Sorgfalt und sehr balderkannte T., daß er das Zeichnen nach unrichtigen Grundsätzen erlernt hatte, daßihm die Unkundc der Anatomie, der Perspective und der Antike großen Nachtheilbrachte und daß — wie er sagt — gut zu zeichnen, gleichsam die fünf Fünsthciledes Verdienstes eines Kupferstechers ausmachen. Auch Berwic hatte das Zeichne»zu einer Zeit gelernt, wo man nicht von den richtigen Grundsätzen ausging, undvielleicht wäre auch T., selbst bei dem anhaltendsten Fleiße und der sorgsamstenAufmerksamkeit, auf conventionnelle Zcichnenmanier gefallen, hätte ihn nicht dassorgfältige Studium der damals in Paris vereinigten Meisterwerke davor bewahrt.Bcrwic verdankt er die gründliche Kenntniß der Kupferstechkunst z die des Ätzen«und des Gebrauchs der kalten Nadel aber vorzugsweise dem Holländer Hoorteman.Durch beständigen Umgang mit den besten Kupferstechern hat er jedoch viele Vor-theile sich zu eigen gemacht, sich aber stets gehütet, irgend einem System ausschlie-ßend zu huldigen, und sich überzeugt, daß alles gut ist, wenn es zur Nachahmungder Natur beiträgt. Bis 1819 blieb T. in Frankreich und erhielt den Auftrag,Heinrich IV. Einzug in Paris von Gerard, in Kupfer zu stechen. Nach Italienzurückgekehrt, ließ er sich in seiner Vaterstadt nieder und gründete mit dem Pro-fessor Antonio Jsoc, seinem Verwandten, eine Privatkunstschule. Bald daraufwurde er zum Director der Akademie der schönen Künste in Parma ernannt. Die-ser Anstalt, welche nach veralteten Grundsätzen geleitet wurde, gab er ihre jetzigeEinrichtung. Auf seine Veranlassung wurde die neue Galerie erbaut, um dieKunstwerke der Akademie würdig aufstellen zu können. Zu seinen gelungenstenLeistungen gehörte sein Blatt nach Albano's Venus und Adonis und sein großesBlatt 1,0 kpaeirno <ii Sicilia nach Rafacls Gemälde in Madrid.
Trane'r (Johann Vindician), schwedischer Dichter, geboren am 11. Mär;1770 im Kirchspiel Torpa in Ostgolhland, der Sohn eines armen Sandmannes,konnte erst spit die Schule besuchen und war bereits 23 Jahre alt, als er die Uni-versität zu Upsala bezog. Schon in der Schule zeichnete er sich durch Fleiß undschnelle Fassung au«. Die alten Dichter waren seine Lieblinge und besonders zogAsiDv>d an, dessen Werke er zum Theil schon als Schüler auswendig wußte.Die Silbenmeffung und die Versform lernte er ohne Studium und des Ausdruckswar er so mächtig, daß er schon früh lateinische Verse mit großer Leichtigkeit schriebund zuweilen auch improvisirte. Bon diesem Talente gab er zum ersten Male eine
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