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Ticdemann
Fries Antheil hatte. Das große Unternehmen der „Nonumeoti rlella rellgioneOrisüuna", das sein Freund Gutcnsohn, gegenwärtig Hvfarchitckt dci Königsvon Griechenland, eben mit Knapp begonnen hatte, als T aus Griechenland zu-rückkehrte, mag diesem den Gedanken eingegeben haben, ein ähnliches zu beginnendas indeß einer uns näher liegenden Zeit zugewandt sein sollte. Bei ihren ge-meinschaftlichen Studien der Denkmale der neuern Architektur ergab sich sehr balzdaß die Gebäude aus dem Zeitalter Leo X. und seiner nächsten Nachfolger nochkeineswegs auf eine für Architekten belehrende Weise dargestellt seien und mit nieermüdendem Eifer gingen er und sein Freund nun daran, dieselben zu messen, zuzeichnen, besonders ihren innern Wandschmuck als wesentlich mit dem Ganzen zu-sammenhangend darzulegen. Der reiche Stoff gestaltete sich zu einem Werke undund so erschien 1826 das erste Heft der „Sammlung von Denkmalen und Ver-zierungen der Baukunst in Rom, aus dem 15. und 1k. Jahrhundert", die 1SZ2zu Dresden mit dem 24. Blatte beschlossen ward. Die Mehrzahl der Blätter istvon T. ausgeführt, doch muß man beklagen, daß dieser unerschöpfliche Schatz derreizendsten und anpassendsten Verzierungen noch bei weitem nicht genug zur Aner-kennung gekommen ist. Indessen war das Talent, das diese Werke darlegten undder Sinn für die edelsten'Aufgaben der Architektur, der sich dadurch aussprach,nicht unbeachtet geblieben; denn 1827 erging an T. gleichzeitig von Frankfurtam Main aus und von Dresden ein Ruf, und er entschied für den letztem. Nochkurz vor der Abreise aus Rom, im Jun. 1827, zeichnete und maß er, in Verbin-dung mit Otto von Stackelberg und dem LegationSrath Kestner jene neuerdingsso vielbesprochenen Hypogäcn von Corneto. Seit dem Sept. 1827, wo T alsaußerordentlicher Professor an der Bauschule zu Dresden angestellt ward, derenspecielle Leitung ihm als wirklicher erster Professor der Baukunst seit dem Dec.1832 übertragen wurde, entwickelte er aber eine Wirksamkeit als Lehrer, die demtrefflichen Mann noch lange ein dankbares Andenken sichern wird. Auf dasHöchste und Beste seiner Kunst einsichtig hinweisend, sorgfältig in Allem, was vonihm selbst ausging, unermüdek thätig und gegen Schlendrian wie gegen Trägheit,bald ernst, bald fein, aber immer durch Darlegung des Bessern ankämpfend,wußte er Sinn für das Gediegene, Zweckmäßige, Schöne um sich zu wecken undzu begründen, und auch bei dem Bau des Postgebäudes zu Dresden, bei der Aus-führung der nach SchinkelS Riffe erbauten Hauptmacht, bei mehren Privatgebäu-dcn sich als Praktiker bei verwilderten Handwerkern in Ansehen zu setzen. Dieserschönen Wirksamkeit machte eine Lungenkrankheit am 13. Nov. 1833 in Mün-chen, wohin er während der Ferien gereist war, ein Ende. Die Anerkennung, dieT. in Dresden gefunden, erwiderte er dankbar, unter anderm 1830 durch Ableh-nung eines Rufes nach Gotha. (14)
Tiedemann (Friedrich), großhcrzoglich badischer Geheimrath undProfessor, Director des anatomischen Theaters, sowie der zoologisch-anatomischenSammlung auf der Universität zu Heidelberg, ist einer der gefeiertsten deutschenPhysiologen. Er war früher auf der Universität zu Landshut, die er mit Heidel-berg vertauschte, als Lehrer angestellt, und hat nicht wenig dazu beigetragen, dengroßen Ruf dieser Hochschule zu gründen, zu vermehren und zu erhalten. Dieglänzendsten Ancrbietungen (j. B. ein Ruf nach Berlin als Rudolphi's Nachfol-ger) vermochten ihn nicht, Heidelberg zu verlassen, wo sich eine von ihm angelegtereichhaltige anatomische Sammlung befindet. Der Dank der Stadt und die An-erkennung des Großherzogs und der StaatSregierung lohnten für das gebrachteOpfer. Als Lehrer der Anatomie, der pathologischen Anatomie und Physiologieist T. sehr geschätzt, und als Gelehrter hat er die Aufmerksamkeit des Im und Aus-landes erregt, indem fast allef seinen Schriften, ausgezeichnet durch Styl undMethode, in ausländische Sprachen, vorzüglich in« Französische übersetzt worden