Therium Thürmer 629
Thorium und Thorerde. Berzelius hat in einem, von Esmarkvor nicht gar langer Zeit bei Brcvig in Norwegen entdeckten neuen Mineral, demThorit, eine neue Erde entdeckt, die er mit dem Namen der schon früher soge-nannten, später widerlegten, Thorerde belegt hat, da sie viele von deren Eigen-schaften besitzt-, auch hater das Metall, welches die Basis dieser Erde ausmacht, undden Namen Thorium erhalten hat, nebst den hauptsächlichsten Salzverbindungenderselbe» dargestellt. Da« Thorium ist cisengrau, metallisch glänzend, wird wedervon warmem noch kaltem Wasser oxydirt, verbrennt aber bei gelinder Erhitzungmit ganz ungewöhnlichem Glänze zu Thorecde. Es verbindet sich mit Sauer-stoff, Schwefel, Phosphor u. s. w. Die Thorerde, welche als das Oxyd desThoriums zu betrachten ist, zeigt in ihrem Verhalten am meisten Ähnlichkeitmit der basisch phosphorsauern Bltercrde. Sie bildet Salze gleich andern Er-den. Das Nähere über das Thorium und die Thorecde s. in Poggendorfs „An-nalen", Bd. XVI. fit)
Thürmer (Joseph), geboren am 3. No». 178S zu München, war vonseinen Ältern dem väterlichen Gewerbe bestimmt, als ihn die Liebe zur Kunst un-widerstehlich dem Berufe zutrieb, dem seine erprobte Neigung gehörte. Durch denBesuch der Sonntags- und Werktagsschulc und durch heimliche Übung im Zeich-nen sich vorbereitend, machte er es möglich, daß er 1817 in die Bauakademie auf-genommen werden konnte, wo Professor Fischer, das junge Talent bemerkend, baldvon dem entschiedensten Einflüsse auf seine ganze Bildung wurde. Es war eineBegünstigung des Zufalls, daß er Mitschüler wie Gärtner — bekannt durch seineAnsichten sicilischer Monumente — Zieland, Ohlemüller, Weiß und besondersGutensohn dorr vorfand, deren wetteifernde Anregung ihn zu immer neuen Übun-gen spornte. Kleine Ferienreisen in die Rheinlande, um die Münster zu sehen und»ach Oberitalien, die letztere mit dem zu früh in Rom verstorbenen LandschafterFohr und mit Gutensohn, verschafften seiner leicht gestaltenden Phantasie neueAnschauungen. Doch seine Sehnsucht stand nach Rom und dem Heimatlande al-ler Kunstbildung, nach Griechenland; die Mittel zur Reise dahin sollte eine Preis-arbeit ihn verschaffen und gab sie. Eine ausgestellte architektonische Zeichnungerhielt den Preis, der eine vierjährige Unterstützung in Rom zusicherte. Am11. Der. 1817 reiste er dahin ab, und kaum dort eingetroffen, suchte er Gleichge-sinnte zu gewinnen, die zur Reise nach Griechenland mit ihm sich vereinigten.Hübsch, gegenwärtig in Karlsruhe, Heger, jetzt in Darmstadt, und Koch in Ko-penhagen, Architekten, die ihrem Namen einen Klang gegeben haben, brachen mitT., der große Opfer diesem Wunsche dringen mußte, am Schlüsse des Jahres 1818auf und nach längerm Verweilen in Korsu, wo der Wind sie zurückhielt, kamensie über Konstantinopel nach Athen, wo sie sich am längsten aufhielten. Die fünfMonate, die sie dort zubrachten, verwandte T. mit unausgesetzter Thätigkeit, umdie damals noch vorhandenen Trümmer architektonisch zu messen, genau zu durch-forschen, sie zu zeichnen und in großen landschaftlichen Ansichten ihre malerischeWirkung sich gegenwärtig zu erhalten. Seine Reisegefährten gaben ihm dasZeugniß, daß er unermüdlich gewesen, zu sammeln und in sich aufzunehmen undmehr noch als diese Stimme beweisen es seine Sammlungen, deren kleinster Theil inden drei Heften „Ansichten von Athen und seinen Denkmalen" (16 Blätter desgrößten Querfolio, Rom 1823 — 26), vorliegen. T. hatte durch den jetzigenTheatermaler Schilbach in Darmstadt sich mit der malerischen Auffassung vonArchitekturgegenständcn immer vertrauter gemacht, und sowol Neigung als Noth-wendigkeit wies ihn daraufhin, in Rom, wohin er 1821 zurückkehrte, diesenTheil der Kunst neben seinen Architckturstudien eifrig zu pflegen. Mit welchemErfolge er dies that, beweist die 1824 zu Rom herausgekommen« nordwestlicheÜbersicht von Rom, genommen vorn Thurme des Capitals, an welcher der Maler