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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
628
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628 Thomson Thone

Sünde und vom Versöhner, oder die wahre Weihe des Zweiflers" (Hamburg1823), worin er die Augustinische Sündentheorie aus seiner eigenthümlichen spe-kulativen Grundlage entwickelt, ohne jedoch, wie er vorgibt, darin der rein kirch-lichen Form dieser Lehre getreu geblieben zu sein. Seine exegetischen Werke sinddie zahlreichsten, und wir nennen von denselben:Auslegung des Briefes Paul! andie Römer" (Berlin 1824, 3. Auflage, 1831);Commentar zu dem EvangelioJohannes", (Hamburg 1827, 4. Auslage 1833);Umschreibende Übersetzungdes Briefes Pauli an die Römer" (Berlin 1825, 2. Auflage 1831);Philo-logisch-theologische Auslegung der Bergpredigt Christi nach Matchaus" (Hamburg1833). Mag man-auch die besonders gegen diese evangelischen Schriften gerich-teten harten Angriffe Fritzsche's nicht für ganz ungegründet halten, und einenTheil des bedeutenden Absatzes, den sie gesunden haben, weniger der Gediegenheitihrer Gelehrsamkeit als der Vorliebe seiner zahlreichen Partei, die in ihnen die ihrsonst mangelnde wissenschaftliche Autorität begierig ergriff, zuschreiben, so kannman doch ohne parteiliche Befangenheit nicht ganz Fritzsche's herabwürdigendemUrtheile beistimmen, wonach T. einer absoluten Unfähigkeit als Ausleger beschul-digt wird. Außerdem lieferte T. einige Beiträge zu Neander'sDenkwürdigkei-ten" (Bd. 1, Berlin 1822), und hat auch außer seinen (Predigten, gehaltenzu Berlin, Rom, London und Halle", Berlin 1829) mehre einzeln gedruckteVortrage herausgegeben; doch haben diese Leistungen nur für seine religiöse ParteiBedeutung, und zeugen nicht von vorzüglicher Rednergabe. (2l)

Thomson (Thomas), Professor der Chemie an der Universität zu Glas-gow, ein noch jetzt lebender englischer Chemiker, welcher den Ruf, den er genießt,der Herausgabe eines sehr ausführlichen Systems der Chemie, das auch mehrfachin andere Sprachen übersetzt worden ist, und vielen eignen chemischen Unter-suchungen, insbesondere über die chemische Proportionenlchre, verdankt. Er hatdie Atomgewichte der einfachen und vieler zusammengesetzten Stoffe durch eigneVersuche bestimmt, und dabei die Voraussetzung durchzuführen gesucht, daß dieAtomgewichte aller einfachen Stoffe genaue Multipla von dem des Wasserstoffsseien; auch scheinen seine Versuche diese Ansicht, als deren hauptsächlichster Ver-fechter er zu betrachten ist, zu unterstützen. Er gerietst indeß in diesem Bezüge in«inen empfindlichen Streit mit Berzelius, der mehre Ungenauigkriten dieses Che-mikers aufdeckte, und da auch von ander» Seiten die Zuverlässigkeit seiner Anga-ben öfters verdächtig geworden sind, so hat das Vertrauen zn seinen Untersuchun-gen sehr dadurch gelitten, und man pflegt nicht leicht mehr eine Angabe auf diebloße Autorität T.'s hin für erwiesen zu halten. Indeß fährt Derselbe noch jetztfort, die Welt mit Arbeiten zu beschenken, die wenigstens den äußern Anschein gro-ßer Präcision haben. (11)

Thone (Carsten Wilhelm), geboren 1790 zu Amsterdam, erhielt zwarkeine literarische Erziehung, sondern wurde zum Kaufmannsstande gebildet, ver-band aber, wie mehre Holländer, den Dienst der Musen mit kaufmännischen Ge-schäften und erwarb sich einen geachteten Namen in der dramatischen Literatur.Er schrieb mehre Charakterlustspicle in Versen, die in Holland selten sind, daszwar gute Trauerspiele besitzt, aber nur sehr wenige Lustspiele, die sich über dasNiedrigkomische erheben. T.'s beste Stücke sind:Oucke en nieueeo recken"(1828);De Mockeckiog-ere, ol veio reck bet ambt belrben?" (1830). Das erstge-nannte Stück ist höchst anziehend durch den glücklichen Gegensatz der Sitten undCharaktere, durch schöne Verse und patriotische Tendenz. Das zweite Stück fandzwar nicht minder Beifall, doch ist die Verwickelung weniger spannend. Auch dasLustspielve Oovergenoegecke" wurde 1832 günstig aufgenommen. T. istSchatzmeister des NationaltheaterS zu Amsterdam, das auf Kosten der Stadt un-terhalten und von kunstliebenden städtischen Beamten verwaltet wird. (74)