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Vierter Band (1834) S bis Z
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Tholuck

er selbst von der Theilnahme an jenem Verketzerungsacte frei geblieben war, und daßer ein Einschreiten der Regierungsgewalt gegen die rationalistischen Kirchenlehrernicht billigte; allein da er in der Hauptsache immer noch mit den dogmatischenGrundsätzen jener Partei einverstanden war, so richteten sich doch vorzugsweise derUnwille und die literarischen Angriffe der freidenkenden Theologen gegen ihn. Un-ter diesen Angriffen bei weitem der empfindlichste war ohne Zweifel der durchK. A. Fritzsche in Rostock geschehene; denn während alle Andern nur gegen T.'sdogmatische Grundsätze ankämpften, beschuldigte ihn Dieser der gröbsten Unkundein der Sprachlehre und Auslegungskunst und begründete seine Behauptung durchdie Nachweisung einer großen Anzahl der ärgsten Verstöße gegen Grammatik, Ety-mologie-c. in seinen exegetischen Schriften. (S. Rationalismus und Su-pcrnaturalismus.) Ungeachtet sich T. dagegen zu vertheidigen suchte, so guter konnte, so war doch damit in der literarischen Welt der.Ruf der Gelehrsamkeit,den er bisher genossen hatte, bedeutend gesunken. Dies hinderte jedoch keineswegs,daß er nicht bei seincrPartei nach wie vor in hohem Ansehen gestanden hätte, beson-ders da ihm ein vorzügliches Talent des Lehrvortrages den Beifall vieler Studirendenin Berlin und in Halle verschaffte und dadurch für seine religiösen Grundsätze einenicht geringe Anzahl vonAnhängern gewann. Auch durch seine Schriften wirkten mitziemlich bedeutendem Erfolg ausdie religiöse öffentliche Meinung ein. Aber auch außerDeutschland gewann er auf England und Amerika einen nicht geringen Einfluß,indem theils durch seine Schriften, theils durch seine Reise nach England und diedadurch dort angeknüpften Verbindungen, durch seine fortgesetzte Eorrespondenzmit England und Amerika in den Angelegenheiten seiner religiösen Partei, durchseine Theilnahme an den Misflonsanstalten und durch mehre, jetzt als Lehrer inEngland und Amerika angestellten jungen Männer, die unter ihm studirt hatte»,sein Name vorzugsweise in jenen Ländern bekannt wurde. Im Allgemeinen ist, zur Würdigung T.'s zu unterscheiden, seine Stellung als eins der Häupter jenermystisch-religiösen Partei, und seine Bedeutung als Gelehrter und Schriftsteller.Über das Wesen jener religiösen Partei und sein Verhältniß zu ihr vergleiche manden Artikel Hcngstenberg und die Evangelische Kirchenzeitung. Zudem dort Bemerkten ist nur noch hinzuzusetzen, daß T. in seinem dogmatischen Sy-stem freier ist und mehr auf einem speculativen Grunde steht, als die strengere, inHengstenberg repräsentirte Fraclion derselben, und die dogmatische Ausschließlich-keil und das darauf gegründete fanatische Verketzerungs- und Versorgungssystemnicht billigt. Er scheint sich daher seit der halleschen Katastrophe von seiner frühernTheilnahme an derEvangelische»Kirchenzeitung" losgesagt zu haben und hat eineeigne theologische Zeitschrift gegründet. SeinLiterarischer Anzeiger für christ-liche Theologie und Wissenschaft überhaupt" (Halle 1830 33), hat mehr alsjene den wissenschaftlichen Standpunkt festgehalten und überhaupt auch währenddes heftigsten Parteikawpfes eine rühmliche Mäßigung beobachtet. Seine Wirk-samkeit als Gelehrter uud Schriftsteller hat wieder, wie dies die Geschichte sei-ner Ausbildung gezeigt hat, zwei Seiten, die orientalischchistorische und die ei-gentlich theologische. In dem erstem Gebiete hat er sich durch die Aufhellung desdunkeln Gebiets der Geschichte der orientalischen Mystik, ein unbestreitbare«Verdienst erworben, wie dies hauptsächlich dir beiden Schriften:Ssulismus «.tlleoovplua?er-ur,im pantkcisticrr" (Berlin 182t) undBlütensammlung au«der msrgenländischen Mystik, nebst einer Einleitung über Mystik überhaupt undmorgenländische insbesondere" (Berlin 1825), bezeugen, und entfernter gehörtdahin auch die Schrift:Spekulative Trinitätslehre des spätern Orients" (Berlin^25). In der Theologie hat er hauptsächlich für Dogmatik und Exegese desN.T. gewirkt. In Hinsicht der erstem ist sein Hauptwerk:Die Lehre von der

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