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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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625
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Staatscredit hatte sich gehoben; die Geschäfte waren in angemessenen organischenZusammenhang gebracht, man hatte Zollverträge mit Baden (am 8. Sept. 1824)und mit Preußen (am 14. Febr. 1828) abgeschlossen, schon 1825 war t ie Re-daction des Staatszinösußcs auf 4 Procent vorgenommen worden, und daS Fi-nanzwesen war überhaupt, offenbar auch deshalb, weil es vcrhältnißmäßig die ge-ringsten Schwierigkeiten darbot, von allen Theilen des öffentlichen Haushalts deram besten eingerichtete, was auch die Stände mehrmals lobend anerkannten. KeinWunder also, daß man 1829 den Eintritt des Ministers in einen noch grossemWirkungskreis mit großen Hoffnungen sah, obgleich allerdings hierzu der Um-stand viel betrug, daß dadurch «in anderer Candidat, der Kanzler von Arens inGießen, verdrängt ward. Zm Herbst 1829 trat der Landtag zusammen. DerMinister hatte den neugewählten StaatSdiencrn den Urlaub nicht versagt; seinBenehmen gegen die Stände war während des Landtags angemessen, offen und loyal,und der Landtagsabschied auf ähnliche Weise gehalten; man war daher im Ganzenzufrieden, und übersah theilwkise den adeligen Nepotismus, der besonders bei Be-setzung von Stellen bei Collegien häufig hervortrat. Aber allerdings gab eS baldAnlaß zu strengern Urtheilen. Das Martialgesetz vom Oct. 1880, unbegründeterlassen und noch unbegründeter drei Wochen hindurch nicht außer Wirksamkeitgesetzt; daS Verfahren in der Södeler Sache, die Nichkertheüung lange nach-gesuchter Zeitungsconccssionen, der Censurdruck, das achtsame Horchen aufdie Politik des Ostens und auf Hoflaunen; all Dies wurde dem dirigir,irdenStaatsminister schon seit längerer Zeit zur Last gelegt, während man in der neue-sten Zeit noch mehr Anlaß zu Beschwerden fand. Dahin gehört die Reihe von Or-donnanzen, die mit der Ordonnanz gegen den zweidrücker Pressverein und über-haupt alle Vereine, welche politische Zwecke haben, am 12. März 1882 begann,und dann in der Ordonnanz wegen Aufhebung des Kassations- und Revisions-hoseS für Rheinhessen (vom 23. Zurr. 1832), der Ordonnanz gegen Volks- undandere Versammlungen u. s. w., und endlich in dem Beitritte zu den frankfurter Bun-destagSbeschlüssen vom 28. Jun. 1832, sowie in der Willkürlichkeit sich fortsetzte,mit welcher der Artikel 73 der Verfaffungsurkunde auf eine der Freiheit gefährlicheArt, wie selbst nicht unter dem Ministerium von Grolmann, seine Anwendungfand. Übrigens besitzt T. schnellen Überblick, Geschäftskunde, diplomatische Ge-wandtheit, und ist zugleich durch großen Reichthum völlig unabhängig. Inder Ständevcrsammlung hat er sich, wenn er selbst auftrat, bisher nur durch einigevon ihm ausgearbeitete treffliche Reden und einige Rechenschaftsberichte aus-gezeichnet; ein schwaches Gehör aber hindert ihn am Eingehen in eine parlamenta-rische Erörterung. Bei dem im Jan. 1834 eröffneten Ministerconfercnzcn inWien war er der Bevollmächtigte des Großherzogs von Hessen. (16)

Tholuck (Friedrich August Deosidus), Professor der Theologie zu Halle,wurde am 30. März 1799 zu Breslau geboren und zu dem Gewerbe seines Vaters,eines Goldarbeiters, bestimmt, verließ er in seinem zwölften Jahre die Schule und tratals Lehrling ein. Da er jedoch eine Abneigung gegen dieses Geschäft zeigte, so kehrteer bald wieder in das Gymnasium zurück, und bezog 1816 die Universität zu Bres-lau, ohne sich noch für ein bestimmtes Studium entschieden zu haben. Indessentrat bald seine Vorliebe für die orientalische Literatur so entschieden hervor, daß ersich an Kosegarten mit der Bitte wandte, ihm die Mittel zu dem Studiumderselben zu verschaffen. Noch war er kaum ein Vierteljahr aus der Univer-sität gewesen, als er den Entschluß faßte, sich dem berühmtcn OrientalistenPrälaten von Die;, ehemaligem preußischen Gesandten in Konstantinopel, in dieArme zu werfen. Empfohlen von dem Philologen Schneider und einigen andernbreslauer Gelehrten, begab er sich nach Berlin und fand bei Die; eine so unerwartetEonv.-ker. der neuesten Zelt und Literatur. IV. 40