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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
624
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Dpser bringen wollten. M>m beschuldigte uns der Unvorsichtigkeit, weil wir, frei-lich in geringer Anzahl behaupteten, jene Dynastie sei unverbesserlich, und sie werdesich nie die Zuneigung des Landes erwerben. Diele Leute, die damals zurück wa-ren , gehen jetzt allzusehr vorwärts." Hierauf antwortete ein Redner aus der Op-positionspartei, daß manche Leute, die damals vorwärts eilten, jetzt allzusehr zu-rück wären. Der Entwurf eines neuen ZollgcsetzeS, den er im Febr. in die Kam-mer der Abgeordneten brachte, fand um so mehr Gegner, jcweniger eS dem Mi-nister gelungen war, die von ihm vorgeschlagenen, die Handelsfreiheit beschrän-kenden Maßregeln zu rechtfertigen, und jcmehr er anerkannte Grundsätze derStaatswirthschaft verleugnete. Die von ihm verlangten hohen Schutzzölle aufmehre Einfuhrartikel, besonders Steinkohlen und Eisen, gaben nicht nur inFrankreich Anlaß zu Beschwerden, sondern erregten auch in England, dessen Han-delsinteresse dadurch bedeutend bedroht wurde, laute Unzufriedenheit. Er fand inund außer der Kammer entschiedene Gegner, welche die Blößen, die er nicht seltengab, zu benutzen wußten, wie z. B. die beider Erörterung über die HandelSver-hältnissc ihm entschlüpfte, bei einem Gelehrten ausfallende Äußerung, die engli-schen Minister hätten die ihnen angewiesenen besondern Summen verwendet, inIrland den caledonischen Canal anzulegen. Auch in dieser Sitzunghat daS Ministerium bei mehren Gelegenheiten einen gewandten Dorfechter in ihmgesunden, der freilich zuweilen in Sophismen sich verlor und selbst, wie am9. Febr., als er eine den Ministern ungünstige Wendung der Verhandlungendurch plötzliche Vorlegung unbedeutender Gesetzentwürfe schlau unterbrach, demVorwürfe der Unschicklichkeit sich aussetzte, den ihm der Präsident Dupin in einemheftigen Wortwechsel machte. T. ist klein und unansehnlich von Person, aber ge-fällig und einnehmend; im vertrauten Kreise ist er lustig, ja sogar muthwillig, undvergißt gern die Würde, worin er sich öffentlich einzwängen muß. Sein Empor-kommen hat ihn nicht eitel gemacht; er betrachtet seine hohe Stelle mit echt philo-sophischer Gleichgültigkeit. Gewiß ist er gem Minister; indessen hat er keineswegsvergessen, daß er noch vor wenigen Jahren bloßer Journalist war. Seine großeFertigkeit im Vortrage von Staatsangelegenheiten hat oft die ältesten Redner derDeputirtenkammer in Erstaunen gesetzt. Er ist einer der besten Redner, welcheFrankreich besitzt. Seine Rede ist von allem Schwulste, aller Schwerfälligkeitentfernt. Er spricht leicht, angenehm, doch ist meist Alles wohl überdacht. Mehreseiner größem Reden können als Muster parlamentarischer Beredtsamkeit, wenig-stens nach den Foderungcn der jetzigen Zeit, betrachtet werden. Er ward von derfranzösischen Akademie im Jul. 1833 zum Mitglicdc aufgenommen. (25)Thil (Karl du BoS, Freiherr du), großherzoglich hessischer Staatsminister,Franzose von Geburt, ist etwa seit 1804 durch Dienstverhältnisse aller Art, baldStaat«-, bald Hofdienste, an daS großherzogliche HauS, siine neuere politischeGeschichte und seine Interessen geknüpft. Geraume Zeit als Mitglied der Provin-zialregierung in Darmstadt angestellt, ward er bereit« 1814 geheimer Referendarim StaatSministerium. Späterhin eine Zeit lang Oberschenk, dann StaatSinini-ster und Regierungspräsident, im Apr. 1821 Minister der auswärtigen Angelegen-heiten und der Finanzen, ward er nach dem Tode des Minister« von Grolmann durchdas Zutrauen des verstorbenen Großherzogs am 19. Febr. 1829 zum dirigirendenStaatSministcr ernannt und erhielt den Vortrug bei demTroßherzoge in allenTtaatS-angelegenheiten, die in den Wirkungskreis der drei Departements des Staatsnuni-steriumS einschlagen. Dabei ward er zum Minister des Innern und der Just'jernannt, al« Minister der auswärtigen Angelegenheiten und de« großherzogliche»Hauses bestätigt, aber von der unmittelbaren Leitung des Finanzministeriums,welche ihm bisher oblag, entbunden. Er hatte als Finanzminister eines gutenRuf« sich erfreut. Das Abgabenwesen war unter ihm geordnet worden; der

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