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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
623
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Thiers 62Z

maligen Freunde, besonders Carrel, noch jetzt verfechten; wie weit ist aber jetzt daspolitische System desNational" von demjenigen des doctrinairen Ministeriumsentfernt ? T. billigt vermuthlich im Herzen nicht alle Schritte dieses Ministeriums,aber öffentlich bekennt er sich zu demselben, und ist für die Folgen seines Systemsverantwortlich.

Nach dem Schlüsse der Sitzung der Kammern machte T. 1833 eine Reisenach England, um die großartigen Anlagen des Landes, besonders die Eisen-bahnen, kennen zulernen. Bald nach seiner Rückkehr heirathete er die Tochterdes Generaleinnehmers DoSn, die ihm eine Mitgift von 2 Millionen Francs ge-bracht haben soll. Er ist durch Finanzoperationen, wahrscheinlich durch Ankäufeund Verkäufe an der Börse reich geworden, und könnte jetzt auch ohne ein öf-fentliches Amt und ohne Schriftstellcrbeschästigungen bequem leben. Als imAnfange der Sitzung von 1834 die Opposition in der Depulirtenkammer de»Ministern ihre heimliche Anhänglichkeit an die Grundsätze der Restaurationvorwarf, und diese Gesinnung als einen grellen Abstich gegen die von demjüngsten dieser Minister, T., in seiner Revolutionsgeschichte geäußerte Denkartschilderte, trat T. auf die Rednerbühne, und übernahm nicht allein die Vertheidi-gung des gesummten Ministeriums, sondern auch seine eigne. Er führte als Bei-spiel der nichtaristokratischen Grundsätze der jetzigen Regierung dieses an, daß er,ein bloßer Gelehrter, in den Rath hochbcrühmter Männer berufen worden sei.Dann kam er auf seine Revolutionsgeschichte zu spreche». Er habe dieses Weckzu einer Zeit unternommen, als sogar die liberale Opposition die RevolutionS-männer mit ihrem Fluche verfolgte.In meinem Unwillen über diese Ungerechtig-keit, sagte er, brachte ich einige Jahre meines Lebens, und zwar die arbeitvollestendamit zu, die Rcvolutionsbegedenheiten wieder in ihren rechten Gesichtspunkt zustellen. Zwar habe ich bedauert, daß die Freiheit so viele Verbrechen begangenhat; allein deshalb habe ich nichtsdestoweniger behauptet, daß die Begebenheitan und für sich groß, gut und für die Menschheit ersprießlich gewesen sei, daßman, wie bei allen Dingen, das Gute vom Bösen sondern müsse, daß die mei-sten der seitdem Verbannten und im Elende lebenden Menschen durch die Zeitum-stände verführt worden seien. Ich wollte ferner einigen Leuten beweisen, daß auchrechtschaffene Menschen im Schwindel der Revolutionen zuweilen schreckliche, vonihnen nicht vorhergesehene Ergebnisse hervorrufen können; ich wollte Jedem be-greiflich machen, daß Dieser oder Jener, der heute die Ordnung liebt, sie nichtzerstören will, daß Dieser oder Jener, vom Parteigeist verleitet, Manches thun würde,was er garnicht glaubt und was er heute verdammt. Diese Lehre, und nichtdie abscheuliche, die man mir vorwirft, habe ich meinen Zeitgenossen geben wollen.Ich bin vielleicht der einzige zum Mikgliede der Regierung erhobene Schriftsteller,welcher eingewilligt hat, viermal ein Buch drucken zu lassen, das er geschriebenhalte, als er zur Opposition gehörte, und der auch nicht eine Zeile darin hat verän-dern wollen. Es ist erschienen wie es geschrieben worden ist, und ich wünsche, manmöge mich nach diesem Texte beurtheilen, den ich nie ändern werde, weil er derAusdruck meiner innersten Überzeugung ist. Sie werden daraus sehen, das ich ineinem Alter von 23 Jahren, da man die äußerste Freiheit liebt, von der Eonstitu-tion des Jahr-S 1791 mit der Nichtachtung gesprochen habe, die jeder über diegesellschaftliche Ordnung nachdenkende Mann gegen Diejenigen hegen muß, dieeine Monarchie gegründet haben, welche nur zwei Jahre gedauert hat. Ich habemich mit Männern verbunden, welche sich wie ich einem ernsthaften Studiumwidmeten, und den geschichtlichen Thatsachen emsig nachspürten; ich habe sie inder Opposition angetroffen und bin ihnen beigetreten. Schon damals unter derRestauration sahen wir Leute, die kein Zügel zurückzuhalten vermochte. Damalssagten wir uns oft, daß wir Freunde der Freiheit sie der Dynastie nicht zum