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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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Thiers

erkannt, wobei das Besondere eintraf, daß der Preisbewerber noch eine andereSchrift über denselben Gegenstand, aber unter einer andem Gestalt eingesendethatte, wofür ihm als Accessit zuerkannt wurde. Er begab sich nun mit seinemFreunde nach Paris, um sich hier aus Schriftsteller« zu legen. Sie waren beidefreisinnige Jünglinge und machten sich bald mit den ausgezeichnetsten Journalistender liberalen Partei bekannt. T., der lebhaftere und gefälligere von beiden, kamauch schnell in Thätigkeit. Seine erste Leistung war 1822 eine Bearbeitung derMemoiren der englischen Schauspielerin Miß Bellamp, für die Sammlung derdramatischen Memoiren, welche ein pariser Buchhändler veranstaltet hatte. Da-mals wurde er in den pariser Zeitschriften als einsoune ecrivain llont le talcotclrmno sie grancles espöranco«" bezeichnet. Noch im Laufe desselben Jahres un-ternahm er eine Reise ins südliche Frankreich und durchwanderte die Pyrenäen, wosich ein französisches Heer zusammenzog, um Ferdinand zu Hülfe zu kommen unddie uneingeschränkte Regierung wiederherzustellen. Er gab hierüber eine anzie-hende SchriftDes kvrenäes et I« will! cke la lllrance" (Paris 1823), heraus,worin er in mehren Kapiteln geistreiche und freimüthige Bemerkungen über die süd-lichen Städte Frankreichs, über die Grenze Spaniens und die sogenannte Regent-schaft von Urgel zusammengestellt hatte. Dieses Werk ist kürzlich wieder aufgelegtworden. Während Mignet einen Abriß der Revolutionsgeschichte ausarbeitete,hatte T. mit einem andern jungen politischen Schriftsteller, Felix Bodin, eine Ge-schichte derselben Revolution nach einem weit größer» Maßstabe unternommen.Doch scheint auch dieses Unternehmen anfangs, wahrscheinlich auf Antrieb iineSVerlegers, blos auf einen Abriß berechnet gewesen zu sein; denn T. beginntmit der Ankündigung, er wolle in wenig Worten die Geschichte einer merkwür-digen StaatSumwä'zung schreiben. Bodin sollte blos als Einleitung eine Ge-schichte der Reichsständc vom 1.1388 hinzufügen. Daraus wurde jedoch nichts,und T. schrieb seineListvire <ie la revolution lle k'rance" allein; sie dehnte sichaber unter der Arbeit aus, und wurde zuletzt ein sehr weitläufiges und beinahe voll-ständiges Werk. Die ersten zwei Bände erschienen 1823; die Auflage wurde schonim folgenden Jahre vergriffen, und es erschien eine neue, nebst der Fortsetzung. DasWerk wuchs zuletzt zu 10 Bänden an, und es ist 1833 eine neue Auflage davon er-schienen. Bisher ist keine bessere Geschichte über jene merkwürdige Epoche geschrie-ben worden. Der Verfasser hat einen blühenden und lebhaften Styl, er schildertmit geschickter Hand die merkwürdigen Personen, welche in der Revolution aufge-treten sind, beurtheilt die Begebenheiten unparteiisch, wicwol beständig aus ei-nem freimüthigen Gesichtspunkte, und spürt den verborgenen Ursachen und demZusammenhange der Dinge mit großem Scharfsinne nach. Man erstaunt, daßdieses ein so reifes Urtheil verrathende Werk die Arbeit eines ganz jungen Schrift-stellers ist. Zwar werden ihm einige Jrthümer vorgeworfen, auch mag er zuwei-len die eine oder die andere Quelle vernachlässigt haben; allein diese Fehler beneh-men dem schönen Ganzen wenig von seinem Werthe. Eine kleinere Arbeit, die erum diese Zeit übernahm, zeigte andere Anlagen in ihm, die man nicht vermuthethatte, und die er späterhin auf einem größer» Schauplatze zu entwickeln Gelegen-heit fand. Für dieLaw^cloperÜL progressive", ein Werk, das bei den erstenHeften stehen geblieben ist, schrieb er nämlich den ArtikelLaw" und setzte auf einesehr geschickte Art das Finanzsystcm dieses unter der Regentschaft des Herzogs vonOrleans nach Frankreich berufenen Schcttländers auseinander. Man konnte ausdiesem Aufsätze, welcher ein kleiner Band geworben ist, erkennen, daß T. auch derFinanzwissenschast seine Aufmerksamk.it gewidmet hatte. Einige Zeit nachher trater in die Redaction desOvnstitutionnel", und wurde einer der Haupkredactorrndieses Blattes. Im Frühjahre 1830 faßte er den Entschluß, mit seinenFreunden Mignet und Armand Carrel eine neue freisinnige Zeitung unter dem