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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
618
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Thierry (Augnstin Am«-d6e)

Liebe für die Schönheiten der Natur neue Anregung durch Jlgen's fromm-energischen Charakter, und dieser ließ ihm zum Studium seines Lieblings-saches vielseitige Unterstützung angcdeihen. Schon damals schrieber als Ab-schiedsworte an seine Freunde eine Geschichte der Süß- und Salzwasserpoh-pen. Darauf entschied er sich für den ärztlichen Beruf und lag der Philo-sophie, Naturkunde und Arzneiwiffenschaft in Leipzig mit so gutem Erfolge ob,daß der um die Augenheilkunde so verdiente Professor Rillerich ihn 1817 zum Ge-hülfen wählte. Einen ehrenvollen Ruf als Lehrer an das ökonomische Institut zuTieffurth bei Weimar ablehnend, nahm er lebhaften Antheil an der neubegründe-ten naturforschenden Gesellschaft in Leipzig und bereitete sich durch häufige Excur-sionen und Einsammlung von Pflanzen und Thieren zu einer Reise nach dem Nor-den vor, welche er 1820 in Begleitung seines Freundes Günther antrat, nachdemer die AbhandlungIle llx>l»ticlibu»" geschrieben und die Medicinische Doctor-würdc erlangt hatte. Über ein Jahr blieb er auf Island mit Forschungen über dieÖkonomie der Phoken und anderer Seethiere, sowie der noch wenig bekannten nor-dischen Vög-l beschäftigt. Au Ende des Jahrs 1821 heimgekehrt, begann er nebender Anordnung der Reiseausbeute seine akademischen Vorlesungen über Zoologiean derHochschule zu Leipzig, wo er bald zum Secretair der ökonomischen Gesellschafternannt wurde, bis er in Folge des Beifalls, der dem ersten Band seinerRiise nachdem Norden Europas" (die Naturgeschichte der nordischen Seehunde und andererSäuger enthaltend, Leipzig 1824) zu Theil ward, den Ruf als Jnspector beim kö-niglichen Naturaliencabinet zu Dresden erhielt. Hier zunächst mit der Aufsichtund Anordnung des zoologischen Theils beauftragt, wußte er seine seltenen Kennt-nisse durch Vorlesungen in der Blochmann'schen Lehranstalt (von 182628)und beim Cadeltcncorps (seit 18Z0) ins Leben treten zu lassen. Ein großer Theilseiner nalurhistorischen Sammlungen ist für das königliche Naturaliencabinet an-gekauft worden. Der erste Band des WerkesFortpflanzung der Vogel Europas",das er in Verbindung mit einem ältern Bruder, dem Prediger Ge org AugustWilhelm T. und dem Prediger Christian Ludwig Brehmss. d.) herausgab,erschien 1825 zu Leipzig und wurde 1831 mit dem sechsten Bande beschlossen.Der zweite Theil derReise" als eigentlicher Reisebericht mit Bemerkungenüber alle Theile der Naturgeschichte erschien 1827, und 1828 gab er seinLehr-buch der Zoologie" (Berlin) heraus. Zu derselben Zeit begann er die lateinischeÜbersetzung der Erläutcrungstafeln zur vergleichenden Anatomie von CaruS, welcheüberall verdiente Anerkennung gefunden hat. (6)

Thierry (Äugustin), geboren zu Paris 1788, bildete sich in der dortigenNvrmmschule und trat dann, noch ziemlich jung, in die Schriftsteller!aufbahrnEr arbeitete zuerst an einigen Zeitschriften, vorzüglich an demDvnsenr enrnpeeir"von Comte und Dunoper. Als diese Zeitschrift ein Tagesblatt geworden war,lieferte er derselben eine Menge Aufsätze über Geichichte, Literatur und auchTheater. Man erkannte darin eine für Menschenrechte und Freiheit glühende See-le, ein sehr reizbares und für alles Gute empfängliches Gemüth. Nach demAufhören desOenseur nuropäeu" schrieb er Einiges für den6-nrrrr-n srim-gais", besonders die Briese über die französische Geschichtschreibung, die nach-her gesammelt und vermehrt unter dem TitelI-aXroe sur l kietaire rie Tran-ce" (Paris 1827) erschienen und in einer nachfolgenden Auflage noch sehtverbessert wurden. Der Verfasser stellt hier über mehre Punkte der GeschichteFrankreichs ein kritisches Licht auf und behandelt selbst einige dunkle Stellen dersel-ben, im Gegensatze zu den falschen oder mangelhaften Darstellungen älterer Ge-schichtschreiber. Bei seinen Nachferlchunaen über die Geschichte Englands hatte ihnbesonders die Unterdrückung der Angelsachsen durch die Normänner beschäftigt,welche die englischen Geschichtschreiber unter den normännischen Königen absichtlich

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