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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
614
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614 Tets von Goudrian Theiner (Z'oh. ?lnton Auguslin)

Tcts von Goudrian (A. W. N. van), niederländischer Finanzmi-nister, geboren 1771 im Haag, wo stin Vater, Bür -ermeister zu Dordrecht, da-mals sich aufhielt, studirte die Rechtswissenschaft zu Lepden und wurde darauf bei

der Stadtverwaltung zu Dordrecht angestellt. Als bei dem Ausbruch der Revolu-tion 1795 die Partei siegte, welche seine politischen Grundsätze verurtheilten, legteer sein Amt nieder und lebte seitdem als Sachwalter zu Dordrecht, wo er sich durchseine Geschicklichkeil und B-redlsamkeit großen Ruf erwarb. Die Ereignisse desJahrS 1818 rissen ihn aus seiner ruhigen Zurückgezogenheit. Er war einer de,thätigsten Gehülfen des Grafen von Hogenk orp bei der Wiederherstellung der Un-abhängigkeit Hollands, übernahm die einstweilige Verwaltung der Departementsder Scheldemündüngen und nach den erfolgten Capitulationen wurden ihm die vonden Franzosen besetzten festen Platze Gorkum, Helder und Naarden übergeben.Der Prinz von Vranien b stäligte nach seiner Rückkehr ihn in jenem Verwaltungs-amtc, bis er ibn im Apr. 1814 zum Gouverneur von Nordholland ernannte.Während einer Zeit von 15 Jahren hat sich T. den Ruf cinls gesch.ick en Verwal-lungSbeamten erworben, der seine Dienstpflichten mit den Interessen der ihm un-tergebenen Staatsbürger zu vereinigen wußte. Nach dem Tode des Finauzmim-sters Appelius berief ihn der Aönig im Apr. 1829 zu der erledigten Stell.-, die T.seitdem mit einem Eifer und einer Thätigkeit verwaltet, die allgemeine Anerkennunggefunden haben. Nicht alle Maßregeln, welche in die Zeit seiner Verwaltung fal-len, fanden jedoch allgemeine Billigung, ja kein Minister des Königs der Niederlandewar in und außer der Ttändeversammlung so zahlreichen Angriffen von Seilenso vieler Bürger aus allen Gegenden deS Reichs ausgesetzt als erade er. ZweiUrsachen erklären diese Erscheinung. Zuvörderst kommt hier die Natur der Amts-verrichtungen eines Finanzministers in Betrachtung, dem man es nicht zur Pflichtmachen kann, unwandelbare Grundsätze anzuwenden, streitcnde und stets wechselndeInteressen zu beachten. Dann aber wird die Schwierigkeit der St llung einesFinanzministers in den Niederlanden nicht wenig erhöht durch den zum Theil wah-ren, größlentheiis aber auS irrlhumllcher Ansicht angenommenen, aber tarum inder öffentlichen Meinung dennoch vorhandenen Widerstreit zwischen den Finanz-interessen der nördlichen und südlichen Niederlande. In Beziehung auf einzelneFinanzunternehmungen, einzelne Maßregeln, könnte T. im Irrthum gewesen lein,aber der Zustand, in welchem sich die Finanzen nach so vielen unglücklichen Ereig-nissen jetzt befinden, gibt für seine Verwaltung im Ganzen ein günstiges Zeugniß.Sei» früheres öffentliches Leben spricht durch entscheidende Thatsachen für seineRedlichkeit. Überdies sind die gegen ihn gerichteten Angriffe oft von der Art, daßsie miteinander in offenbarem Widersprüche stehen. Mag man dem Minister zu-weilen vorwerfen können, daß er sich zu sehr in die Darlegung von Gründen ein-lasse, die nicht alle von gleichem Gewichte sind, so möchte man diesen Mangelnicht sowol seinem lebendigen und scharfsinnigen Geiste, sondern vielmehr den Ei-genheiten der technischen Gerichtssprache zuschreiben, und er wird bei ihm völlig aus-gewogen durch die ihm eigne Leichtigkeit des Ausdrucks, scm glänzendes Talent derImprovisation, seine Höflichkeit und seine unwandelbare Mäßigung, und da erdiese Vorzüge stet« zeigt, so treten die Äußerungen kräüiger und warmer Beredt-samkcit, dir er nur bei großen und wichtigen Veranlassungen zeigt, desto wirksamerhervor (74)

Theincr (Johann Anton) Pfarrer zu Polsnih in Niedersch-eüen, rühm-lich bekannt durch seine Bemühungen den Gebrechen deS katholischen Kirchcnw-senSabzuhelfen, wurde 1891 zu Breel-u geboren, wo sein Vater, ein armer Lchvk-mach.-r, lebte, der nicht in der Lage war ihm eine seinen Talenten gemäße Erzie-hung zu geben. T. besuchte die unter der Leitung des kräftigen Äanzelredn.rs Krü-ger blühende Elementarschule des Domstifts, w'bm--t« sich den Studien, ha»»