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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
612
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6l2 Tcrceira und die porkug. Regentschaft in den 1.182932

Fahrzeuge, worunter eines mit 150 portugiesischen Flüchtlingen, ungehindert zuAngra. Die Besatzung von Terceira zählte jetzt, mit Inbegriff der Miliz, an5600 Mann. Endlich am 15. März 183t) langte auch, von Don Pedro adgsandt, der Marquis von Palmella, begleitet von dem Staatsrath Guerreiro, aufTcrceira an und am folgenden Tage erfolgte die Einsetzung einer förmlich Organist,-ten Regentschaft. In dem deshalb erlassenen Decrete des Kaisers erklärte derselbedaß er als Vertheidiger der Rechte seiner Tochter aus vormundschaftlicher Pflichtfür nothwendig gehalten habe, eine Regentschaft einzusetzen, die in seiner Tochterköniglichem Namen die Königreiche Portugal und Algarbien, nebst ihren Besitzun-gen regieren und verwalten solle. Diese Regentschaft bestand aus drei Mitgüedeni,dem Marquis von Palmella, dem Grafen Villaflor und dem Staatsrathe JoseAntonio Guerreiro. Sie ernannte einen Ministerstaatssecretair, welcher die Ge-schäfte aller Departements leiten sollte, bis die Autorität der regnrenden Königinin der ganzen Monarchie fest begründet sein würde. Hierauf erließen die Regentenam 2V. März 1830 aus dem Regieiungspalaste zu Angra eine Proklamation andie Portugiesen, worin es am Schlüsse hieß:Auf die Stimme des Rechts wer-den alle großherzigen Vaterlandsfreunde sich für uns waffnen; die SouveraineEu-ropaS müssen nnsern Bemühungen Beifall sanken, und Gott, der unsere Eibeannahm, wird unsere Sache segnen." So war demnach der Bruderkrieg zwischenDon Pedro und Don Miguel erklärt.

Die Macht der Kämpfer auf Tcrceira für Donna Maria's legitime Rechteward jetzt durch Unterstützungen von Freiwilligen aus England, Frankreich und drnBereinigten Staaten Nordamerikas dergestalt verstärkt, daß der Graf von Villa-flor, Oberbefehlshaber des constitutivnnellen TruppencorpS auf Terceira, im Apr.1831 beschloß, einen Eroberungszug zur Unterwerfung der übrigen Azoren zu un-ternehmen. Doch gab es auch in der constitutionnellea Partei Zwietracht; Sal-danha wollte Villaflor's Oberbefehl nicht anerkennen, und es bildete sich zu dessenGunsten eine Verschwörung, die aber entdeckt und vereitelt wurde. Villaflor'sExpedition 19 bewaffnete Schiffe mit 1580 Mann konnte daher erst imJul. 1831 unter Segel gehen. Am 23. Jul. nahm sie ohne Kampf die JnsilKapal in Besitz, da die miguelistische Besatzung sich mit Waffen und Gepäck nachSän Miguel eingeschifft hatte. Hier befand sich jetzt, unter dem Befehle des Ober-sten Silva Reis, eine Macht von 2600 Mann regulairer Truppen mit 10 StückGeschütz. Villaflor landete am 1. Aug. 1831 an einer Stelle, die von einemVolkshauftn unter Anführung eines fanatischen Priesters vertheidigt wurde.Der Priester siel im Kampfe, der ordnungSlose Haufe zerstreute sich und die Lan-dung ward ohne weitem Widerstand vollzogen. Bald nachher erschien die Vorhutdes miguelistischen Heers, sie wurde von Villaflor's tapfern Jägern geworfen undzerstreut. Am folgenden Morgen früh zog Villaflor gegen Ribeira Grande, woSilva Reis seine ganze Streitmacht zusammengezogen hatte. Der Kampf begann,ward aber erst um zwei Uhr Nachmittags durch einen Flankenangriff entschieden.Der Sieger drang mit den Fliehenden zugleich in Ribeira Grande ein. Villaflorblieb Meister derStadt und bemächtigte sich bald darauf auch der Hauptstadt PuntaDelgada. Der Gouverneur entfloh aus einem englischen Schiffe; der Rest sein»»Truppen streckte das Gewehr, und Sän Miguel, die größte (16 O Weilen mit80,000 Emwohnern) der Azoren, huldigte am 4. Aug. der Königin Donna Ma-ria. Die übrigen Azoren, Püo, St.-Georg, Graciosa, Flores und Corvo unter-warfen sich freiwillig. Unterdessen war Don Pedro, nachdem er die Kaiserkronein Brasilien niedergelegt hatte, in Frankreich angekommen, und hatte sich vonEherbourg mit seiner Gemahlin und Tochter nach England begeben, wo sie am 2.Aug. 1831 in London eintrafen. Hier betrieb er auf das thätigste die Kriegsrustun-gen gegen seinen Bmder und wurde dabei durch die Theilnahme der britischen Na-

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