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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
611
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Terceira und die pcrtug. Rc^.nlschast in den I. I8o9 32 VI l

ihm gegen ChaveS (s. d.) gefochten hatten. Die provisorische NegierungSjuntaübergab ihm, als dem Stellvertreter Don Pedros, ihre bisherige Gewalt. Hier-auf versammelle er die Truppen, begeisterte sie durch seine Anrede und gab dentapfern Zagern eine von Donna Maria gestickte Fahne. Ais er nun auch die Der»thcidigungsa,,statten auf der ganzen Küste untersucht und die Anlegung neu.rWerke angeordnet hatte, erließ er am 23. Jun. 1828 eine Prociamalion, woriner sich als Gouverneur und Generalcapikain der azorischen Inseln ankündigte, alleBewohner derselben unter das legitime Banner der Königin Maria II. rief, undverhieß, daß unter des Allmächtigen Schutze bald der Augenblick erscheinen werde,wo das Joch des Usurpators zerbrochen und die ganze befreite Monarchie der Treuewie dem Ruhme Tececiras und der Azoren die gerechten Opfer der Bewunderungund Verehrung darbringen würde. *)

Unterdessen bot Don Miguel List und Gewalt auf, um Terceira zu über-wältigen. Die Znsil wurde von dem Linienschiffe Joao VI. von 74 Kanonen,einer Fregatte und einer Brigg blokirt. Der Admiral erwartete noch eine zweiicAbteilung, deren Ausrüstung aber sich verzog. Inzwischen gelang eS Don Mi-guel, Vecrälher zum Abfall zu erkaufent aber daS Complott ward entdeckt, undViilaflor ließ vier der StrafbarstO hinrichten. Um dieselbe Zeit erschien am28. Jul. eine feindliche Flotte von 20 Segeln, darunter zwei Fregatten, zwei Cor-veltcn und neun Briggs, mit 4000 Mann Truppen, einem Criminalrichter undzwei Henkern am Bord, auf der Höhe von Terceira. In der Erwartung einesAuSbruchS von Unruhen lavirte Don Miguel's Flotte bis zum 10. Aug. bald aufdieser, bald auf jener Seite der Znsel. Als nichts erfolgte, griff der Feind am11. Aug. Morgens 11 Uhr den Posten von Villa da Praga an. Nachdem seinFeuer bis vier Uhr gedauert hatte, landete eine Truppenadtheilung, um das FortEspiritu Santo zu erstürmen. Sie erkletterten die Höhe des ForlS, während dieFahrzeuge zurückruderten, um mehr Truppen ans Land zu setze». Nun aber stürz-ten die Eonstitulionnellen aus ihren versteckten Stellungen hervor auf den Feindund demaskirten ihre Batterien. Zugleich bemächtigten sich die Bauern der Boote,die am Ufer geblieben waren. Von allen Seiten angegriffen und zurückgeworfen,eilte der Feind nach d,n Schiffen, die er nicht fand. Hier war er dem mörderischenFeuer von den Höhen bloßgcsiellt, und wer sich nicht ergab, fiel oder wurde insMeer gestürzt. Eine zweite Abtheilung Truppen eilte zwar herbei, um zu landen,aber das Feuer von den Forts und Küstenbatterien war jetzt stärker als da« vonden feindlichen Schiffen. Mehre Fahrzeuge wurden in Grund gebohrt, anderestrantetcn, im Kampfe mit der unruhigen See, an der Küste, und wer sich nichtergab, wurde niedergehauen. So entkam von 1200 Mann, die gelandet waren,nicht Einer. Fünfhundert Miguelisten streckten das Gewehr und traten in dieReihen der Constitutionneilen. Als die Nacht einbrach, kappten die feindlichenKriegsschiffe die Ankertaue und suchten das Weite. Vier Kanonierschaluppcn wur-den in. Stich gelassen. Das stürmische Meer trieb Hunderte von Leichnamen unddie Trümmer der zerstörten Boote an« Ufer. Die Eonstitutionnellen hatten, durchihre Stellung gedeckt, nur drei Offiziere und an 40 Mann verloren. Der Feindwagte keinen zweiten Angriff. Seine Flotte kehrte nach Lissabon zurück, doch blie-ben sechs miguelistische Kreuzer, worunter drei Fregatten, in der Nabe von Ter-ceira, bis auch diese am Ende des Jahres 1829 durch einen heftigen Windstoß zer-streut wurden.

Bald nach jenem Siege erließ der tapfere Villaflor am 26. Aug. aus Angraeinen Aufruf an sämmtliche Bewohner der Azoren, um sie zur Rückkehr unter dieHerrschaft der Königin zu bewegen. Am Ende des Jahres 1829 landeten mehre

*) Billaflor llrß auch auf Terceira im Namen der Donna Maria Münzen schla-gen, die jetzt eine Seltenheit der Münzkabinette sind.

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