6!0 Terceira und die portug. Regentschaft in den I. I82S — Z2 ^
nahmen gleichen Antheil mit den Portugiesen an dem Feldzuge von Terceira. Spä-ter (t86S) wurde dies« Insel das Exil d-s unglücklichen, von seiner Gemahlin, MariaFranciSca von Savoyen, und seinem Bruder, Don Pedro, 1668 entthronten Kö-nigs von Portugal Alfons VI. Alfons lebte acht Jahre auf Terceira und wurdedann als Staatsgefangener in das Schloß zu Einlra abgeführt, wo er am12. Sept. 1683 starb. In der neuesten Zeit wurde Terceira abermals der Mit-telpunkt des Kampfes um den Thron von Portugal. Als 1828 Don Miguel dieRechte seines Bruders Don Pedro, der ihn zum Regenten des Königreichs imNamen der Königin Donna Maria da Gloria, seiner Tochter, emannt halt», sei-nem Eide und seinem den europäischen Großmächten gegebenen Versprechen ent-gegen, durch das Scheinbild einer Cortesversammlung für ungültig erklären undsich als König von Portugal huldigen ließ, blieb Terceira allein der Donna Mariatreu. Porto und die übrigen der Königin Donna Maria und der Constitution er-gebenen Städte wurden nach und nach besiegt; der Marquis von Palmella, dieGenerale Villasior, Saldanha, Sampayo, Studbs und mehre andre edle undtapfere Portugiesen verließen ihr unglückliches Vaterland; hierauf wurde auchMadeira von Don Miguels Truppen bezwungen, und die Kolonien in Afrika undAsien huldigten dem Usurpator. Von Madeira ging Don Miguels Expeditionnach den Azoren unter Segel. Auch diese Inseln unterwarfen sich der Grwalt;nur Terceira wies jede Auffoderung des Befehlshabers des miguelistischen Ge-schwaders zurück. Azevedo Lencos' Landungsversuche im Sept. 1828 wurdenzweimal abgeschlagen, und der miguelistische Befehlshaber mußte sich begnügen, dieInsel in einer gewissen Entfernung zu umkrcuzcn. So blieb Terceira im Besitzeder constitutionnellen Anhänger Don Pedro s und wurde dadurch die Basis ent-scheidender Operationen gegen die Macht des Usurpators von Portugal. Unterdes-sen war Donna Maria von Nio Janeiro nach Europa gekommen und suchte Hülfein England. Sie ward hier am 22. Der. 1828 von Georg IV. als Königin em-pfangen, und in Plqmouth versammelten sich 3800 Kriegslcute in ihrem Solde,darunter 800 Offiziere; außerdem viele portugiesische Paus, Geistliche, Magi-stratspersonen und Rechtsgelehrte. Allein das damalige Ministerium (Wrllington)trug Bedenken, die Sache der jungen Königin zu unterstützen, und der Marquisvon Palmella ward deshalb nicht als ihr Botschafter anerkannt. Die englischenKreuzer bewiesen sich sogar feindselig gegen die von England nach Terceira segeln-den Schiffe, w-lche Soldaten und Kriegsgeräth dahin führen wollten. (Vergl>Portugal.) Der Blick der Constitutionnellen blieb also einzig aus Terceira ge-richtet. Hier befanden sich aber an porrugiesischen Truppen nicht mehr als ein Ba-taillon Jager unter dem Obersten Torrcs, ein Bataillon Freiwilliger, ein aus Solda-ten von verschiedenen Regimentern zusammengesetztes Bataillon, ein ganz ausOffl-zieren bestehendes Bataillon, ein Artillcriccorps und eine Escadron Reiter; zusam-men etwa 2000 Mann. Sie besetzten das Hauptfort der Insel, die Posten Villada Praza und So Matleo, überhaupt alle mit Batterien und Redouten ver-sehenen Punkte, wo cin Angriff erwartet werden konnte. Verstärkungen waren da-her dringend nöthig. Eine nordamerikanische Brigg, die den englischen Kreuz rnuntrr Kapitell» Fitz-Clarence und den miguelistischen Kriegsschiffen zu entgehenwußte, brachte im F>br. 1829, theils aus England, theils aus Frankreich,portugiesische Emigranten auf die Insel, wo nach und nach Waffen für 6000Mann und KriegSbedarf angehäuft wurden. Nun gelang es auch rin-m englischenSchiffe, das zuvor von London nach Havre gesegelt war, im Jun. 1829 den Gra-fen Villaflor nebst dessen Adjutanten, Grafen Ficalhao, Don Carlos Mascaren-bas, Don Antonio de Mello, Major Mendcz und einigen 20 constitutionnellenportugiesischen Offizieren in Terceira ans Land zu setzen. Villaflor wurde in Villada Pcaga mit lautem Jubel empfangen, vorzüglich von den Soldaten, welche unt-r
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