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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
609
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Terceira und die portug. Regentschaft in den I. !82932 669

Energie in Verfolgung eines festbestimmten Lebensziel« auf un« macht, verbindetsich der wohlthuende Eindruck eines durchgängigen und wohlberechnclen Zusam-menhangs, welchen die vielseitigen Richtungen diese« Mannes genommen, undwie die von ihm gegründeten Anstalten für Stempelschneidekunst, Schrift- undStcrcotypengieß.rei, Buchdruckern und Buchhandel sich gegenseitig auf das glück-lichste unterstützt haben. (68)

Terceira und die portugiesische Regentschaft in denJahren 182932. Jene kleine Insel des atlantischen Meere« hat in derneuern Geschichte durch Palniella's Klugheit und Villaflor's Muth, mit welcherdiese edel» Portugiesen aus den Felsenboden derselben das Thronrecht einer lOjäh-rigen Kaisertochter stützten und von hier au« das unterjochte Portugal befrei-ten, eine politisch-militairifche Wichtigkeit erlangt. Terceira oder Tcrcera, diedritte der Azoren, welche um die Mitte de« 15. Jahrhunderts von Flammlä»-d-rn entdeckt wurde daher ihre lateinische Benennung Dertiaria liegt fast inder Mitte jener Inselgruppe, die nach ihr auch TerceiraS genannt wird'), unterdem 38" 38' 10" N. B., fast 18° westlich von Portugal. Da« kleine Eiland(10^ Hi M.) ist größtentheils von steilen Felsen umschlossen, die dasselbe unzu-gänglich machen, bis aus einige durch Festungswerkle gedeckte Stelle». Sie hat13 Meilen in der Länge und 6 Meilen in der Breite. Bon Osten nach Westen er-hebt sich die Serra de Santa Barbara, und an der Südküste der Monte do Brasil.Im Innern bildete sich 1761 ein Vulkan, auch litt seitdem die Insel sehr durchErdbeben. Die Hochebenen der Gebirge sind ein gutes Weideland, daher ist hiervorzügliche Nindviehzucht; außerdem hat Terceira Pferde, Schafe, Ziegen, Wild,Geflügel, Fische und Schildkröten. Der fruchtbare Boden erzeugt viel Weizen,Mais, Bohnen, Hirse, Flachs und Wein. Trockene Farben, Bauholz und Wein dieser meistens als Branntwein sind wichtige Handelsartikel; der Wein istvon mittler Güte. Auch gibt eS Kastanien, Maulbeerbäume, Citronen, Po-meranzen, Äpfelbäume, Zedern, BamS und Pisang. Der Ölbaum findetsich auf den Azoren nur in Terceira; es hat aber keine Ölbereitung. Die Bewoh-ner der Insel, 30,000 an der Zahl, in einer Stadt, zwei Marktflecken und 15Dörfern, sind portugiesischer Abkunft. Sie unterhalten Schiffahrt mit etwa 30eignen Fahrzeugen und haben lebhaften Verkehr mit fremden Schiffen, die nachOstindien oder Amerika segeln und hier Erfrischungen einnehmen. Die Haupt-stadt ist Angra, der Sitz des Gouverneurs und des Bischofs der Azoren, mit einemguten Hafen und 60 ü>, nach Andern 15,000, Einwohnern.

Terceira war schon in frühern Zeiten ein Bollwerk der portugiesischen Treue.AIS nach Don Sebastian'« Verschwinden der spanische Philipp 1580 Portugalüberzogen, den vom Volke als König ausgerufenen Antonio, Prior von Crato, ver-drängt und die Huldigung der Portugiesen durch Alba's Kriegskunst erzwungenhatte, unterwarfen sich dem spanischen Monarchen alle außereuropäischen Provin-zen, nur nicht Terceira, wo Figueroda Antonio's Recht vertheidigte. Eine spa-nische Flotte, welche eine Landung versuchte, wurde zurückgeschlagen. Hierauf be-hauptete den Besitz der Insel und der übrigen Azoren, unterstützt von französischenund englischen Miethstruppen, Emanucl von Sylva, den Antonio zum Grafenvon Torres Vedras ernannte. Allein am 26. Jul. 1583 landeten 10,000 MannSpanier und Deutsche auf Terceira und eroberten die Jns.l. Emanuel von Sylvawurde enthauptet. Nachdem bald nachher auch Fayal am 2. Aug sich unterwor-fen hatte, war Philipp II. Herr der Azoren. Schon damals erkannte man denBesitz dieser Inseln als wichtig für die Behauptung Portugals, und beide Theileriefen fremde Krieger in ihren Sold. Engländer, Franzosen, Spanier und Deutsche

') S. ,,Oistor^ ok tbo -Veores or IVostorn Isianä-e" (London 1813).

Eonv.-Lex. der neuesten Seit und Literatur IV. 39