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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
598
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598 Talleyrand

der erfahrene Diplomat mit dem Januskopfc das europäische Wort der L-zitimitj,vor dem Ccngresse als Richtschnur auf, und rettete dadurch die Dynastie der Bourbons in Frankreich, in beiden Sicilien und später auch in Parma. Allein ,r r.zin Wien Rußlands aufsteigende Große, und hatte daher mit Castlcreagh an ei«,geheimen Allianz Großbritanniens, Frankreichs und Östreichs (vorn 3.1815) gearbeitet, (s, Flaffan'sGeschichte des wiener Cvngreffes), die jedochweil Rußland nachgab, nicht ins Leben trat. Dies war die Ursache, warum derKaiser Alexander ihn ungern an der Spitze des französischen Ministeriums sahAls nun der Vertrag vom 20. No». 1815 besprochen wurde, ahnete T. gleis, ^fangs den Vorwurf, den die dadurch auf Frankreich gelegten Lasten ihm einst zu-ziehen würden. Er konnte jedoch dem Abschlüsse desselben nicht ausweichen.erleichterte Alexander selbst dem Fürsten einen ehrenvollen Rückzug. Er äußernnämlich, wie Flafsan erzählt, gegen Ludwig XVI ll. wenn dieser Minister undseine Kollegen entfernt würden, verspreche er, die Kriegssteuer, welche Frankreichauferlegt werden sollte, um 100 Millionen vermindern zu lassen. Diese« Aner-bieten theilte der König dem Minister T. mit; worauf Derselbe nebst seinen Lusti-gen die Entlassung verlangte. Jetzt unterzeichnete der Herzog von Richelieu denverhängnißvollen Traktat. So entging T. dem in Frankreich zur Schmach gestem-pelten Vorwürfe, Frankreich durch den Tractat von 1815 gedemüthigt zu haben.Er blieb seitdem fern von der Verwaltung, beobachtete aber und kannte die Stel-lung und die Stärke der Parteien besser als Einer. Man kann sagen,.daß er nichtauf der Höhe, sondern über dem Gipfel aller Verhältnisse und Begebenheiten stand.Obgleich er nun in der Pairskammer oft im Sinne der Opposition sprach, so ge-hörte er doch zu keiner Partei. Dagegen galt jedes trockne, einsilbige Witzwort vonihm wie ein Orakelspruch, und Vielen erschien er hinter den Wolken der Restauration als Frankreichs personificirte Intelligenz; daher wer klug war in Noth undVerlegenheit zu ihm, dem Nestor Frankreichs, aufblickte. Nur Karl X. sah in T.blos seinen Oberkammerherrn. Als nun Ministerien auf Ministerien folgten, alsder Zwiespalt zwischen der Gegenwart und dem alten Hofe, als die Opposition inden Kammern immer größer wurde, und Karl X. diesem Allen nichts entgegenzu-setzen wußte, als sein Ministerium Polignac: da ahnete T. die Nähe einer Kata-strophe, undersprach dieses Vorgefühl aus, indem er jenes letzte Mittel des alten

Die Juliuswoche kam; Republik und Monarchie wurden in Frage gestellt.T. stand fern. Als jedoch der Herzog von Orleans zwischen der Krone und derGenerallieutenanksstelle ungewiß schwankte, als die neue Charte an die ihm ange-tragene Volkskrone geknüpft wurde, da fragte er den Fürsten um Rath, undT.'s Wort,il kaut nccepter" entschied das Schicksal Frankreichs. Der ichonsich öffnende Abgrund republikanischer Anarchie wurde geschloffen. Ludwig Philippließ seine Thronbesteigung durch außerordentliche Abgesandte den großen europäi-schen Höfen anzeigen; durch den General Baudrand in London, durch den Grast"Belliard in Wien und durch den Grafen von Lobau in Petersburg. General Bau-drand hatte bereits am 25. Aug., in seiner feierlichen Audienz bei dem vor zwei Mi-nuten erst zur Regierung gelangten König Wilhelm IV., das Notisicationsschr-I-ben wegen der Thronbesteigung seines Monarchen überreicht und war aufs freund-lichste empfangen worden. Dies bestimmte die Richtung der Politik Frankreich«.Je weniger die mit den übrigen Großmächten kaum hergestellte diplomatisch!Verbindung der neuen Dynastie Vertrauen einflößte, und je verwickelter di-auswärtigen Verhältnisse Frankreichs durch die belgische Revolution wurden,weil in Paris selbst eine mächtige Partei die neue Bahn der Völkcrsywpathumit Ungestüm verfolgte; um so dringender war eS für den Kcnig LudwigPhilipp, der seine Lage sehr richtig beurtheilte, einen Stützpunkt für st»»"

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