Tavcyrand 5S7
die junge Dichterin schon 1818 den Namen Licori Partenopea. Sie lebte 1833zu Venedig und gab Akademien, die indessen nicht gleiche Theilnahme »rea-len, wie die frühern; doch war ihr da« Geschick, auch sehr schwierige Aufgabenmit Leichtigkeit, alltägliche mit Neuheit zu lösen, geblieben. (14)
*Talleyrand (Charles Maurice, Fürst), geboren zu Paris den 2. Febr.1754, Botschafter des Königs Ludwig Philipp am britischen Hofe. Nicht seinAlter von 80 Jahren hat diesen Staatsmann an die Spitze der europäischen Di-plomaten gestellt, sondern sein durch vielfache Wirksamkeit ausgezeichnetes, rei-ches Leben und das Urtheil der Zeitgenossen. Seit er 1789 als Bischof von Autun vonder Geistlichkeit zu ihrem Abgeordneten bei den Rcichständen erwählt, als Einer derErsten, dem dritten Stande sich anschloß und durch seine Stimme am 19. Jun.1789 die Vereinigung des geistlichen Standes mit dem dritten zu einer National-versammlung bewirkte, hat er, mitten im Kampfe der Meinungen und Leiden-schaften den Geist und das Bedürfniß seiner Zeit begriffen; er hat mitten imSturme der allgemeinen Umwälzung das wahre Ziel der Bewegung erkannt, undhochgestellt im Rathe der Völker und der Fürsten, stets durch Mäßigung derKraft, wie im Glück so im Unglück, das Schicksal Frankreich« und die Freiheitder Franzosen an Gesetz und Ordnung zu binden gewußt. Aus Überzeugung einFreund der constitutionnellen Monarchie, deren Thron er mit aufgerichtet hatte,entzog er sich, durch jenes Vorgefühl der Zukunft, durch jene seltene DivinationS-gabc, welche das Genie des Staatsmannes ist, oder — wenn man will — durchden Stern seines Glücks geleitet, im Anfange des Jahres 1792 dem blutigen Or-kan der Republik und beobachtete in England das politische Leben eines freien Vol-kes, das Königen gehorcht. Hier faßte er die Ansicht, welche bis in die neuesteZeit den Streitpunkt seiner Staatskunst bezeichnet hat, daß Frankreichs Glückund Macht, daß ein dauerhafter Weltfriede zunächst auf Frankreichs Verbindungmit England bemhe. Dann, als die Republik den Freund des Königthums von1791 verfolgte, das alte Europa aber den Bürger deS neuen Frankreichs, denvom Papste gebannten Erbischof, nicht dulden konnte, entzog er sich jedem Ver-dachte und jeder Gefahr durch seinen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten.Hier sah er die physischen und die moralischen Bedingungen, unter welchenei» großer, föderativer Freistaat mit einem Präsidenten an der Spitze, der mehrKraft zeigt, als ein erblicher Monarch-in England, auf einem weiten, noch wenigbevölkerten Raume bestehen kann, und begriff besser, als Frankreichs junge Re-publikaner vom I. 1830, warum die amerikanische, noch durch kein Jahrhundertbefestigte Skaalssorm für Frankreich und Europa überhaupt nicht tauge. Alsendlich das Schreckenssysteni die Neurrungssucht der aufgeregten Franzosen in demrepublikanischen Frankreich befriedigt hatte, kehrte er am Ende deS J. 1795 nachFrankreich zurück, und erhielt — ein vielgewandcrtcr Odpsseus — im Jul. 1797,die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten. Bald darauf, angefeindet von denParteien der „unmöglichen" Republik, trat »zurück; aber schon erkannte er denMann, der die eiserne Faust in dem samtenen Handschuh ein» Constitution zubrauchen wisse, um Franzosen regieren zu können. Es war Bonaxarte'). Nunfolgte Talleprand diesem Sterne Frankreichs und berechnete seine Bahnen — bis zudem Frieden von Tilsit. Spanien und Rußland lagen außerhalb jener Bahn: Na-poleon wußte sein Glück nicht zu gebrauchen. T. sah den Anfang des Endes kom-men, und 1814 entschied er die Restauration der Bourbons. Frankreich schienden Kreislauf seiner Revolution geschlossen zu haben und zu dem ersten Zielpunkt«derselben, zu einer legitimen constitutionnellen Monarchie zurückgekehrt zu sein.T. war in Wien, als Napoleon den Thron Ludwig XVIII. umstieß. Da stellte-) Bcrnadotte soll gesagt haben: „k-our gouvern» leg frnnynis, ii kaut uns