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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
593
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Süvtrn 59Z

fange, wle in einer kritischen SchriftÜber Stellen au« Pindar" (Lemgo 1786),seine Übersetzung derSieben vor Theben" des Äschylus (Halle 1797) und einzel-nen Schulschristen (;. B.Über TaciluS", Elbing 1803), seine Gelehrsamkeitund echt humanistisch« Bildung zu zeigen. Zu Königsberg regten seine geistreichenVortrage, mir hoher Annehmlichkeit der Rede geschmückt, nicht bloß die Studi»renden an, sondern versammelten auch einen Kreis von Zuhörern, die durch Bil-dung und Rang gleich ausgezeichnet waren und deren Königsberg zu jener Zeiteine ziemliche Anzahl in seinen Mauern zählte, um seinen Lehrstuhl. Aber schonam Ende des Jahres 1808 entzog ihn ein höherer Beruf diesem Kreise, für denS. recht eigentlich gemacht zu sein schien. Der König ernannte ihn zum SraatS-ralh in der damaligen Scction für Cultus und Unterricht im Ministerium des In-nern; als solcher folgte er dem Hofe nach Berlin und ist seitdem fast 21 Jahrelang als Rath in der höchsten Staatsbehörde für den öffentlichen Unterricht wirk-sam gewesen, von 1817 an als wirklicher geheimer OderregierungSrath und Di-rektor der UntcrrichlSabthcilung im geistlichen Ministerium, eine Stelle, die er zu-erst allein, seit 1825 in Gemeinschaft mit dem wirklichen Geheimrathe vonKamptz verwaltete. In seinen letzten Lebensjahren zehrten organische Übel, die sichallmälig in seinem Innern entwickelten, an seinen körperlichen Kräften, indeß diegeistigen fortwährend thätig blieben. Doch war seine Thätigkeit mehr literarischenUntersuchungen und Arbeiten zugewendet, den Geschäften seines Amtes vermochteer, durch Krankheit behindert und auch wol sonst verstimmt, nicht mehr mit dersel-ben Regsamkeit vorzustehen, wie in den frühem Jahren. Im Sommer 1829zeigte sich eine schnellere Abnahme seiner Kräfte, welcher der regsame Geist verge-bens entgegenstrebte, bis gänzliche Abzehrung und Entkrästung am 2. Ort. 1829ein schmerzloses, sanftes Erlöschen des Lebens herbeiführte.

S. verdient, wenn auch nicht gradezu als der Begründer deS dcrmaligenpreußischen TymnasialwesenS, doch als der thätigste Beförderer desselben ange-sehen zu werden. Unter den Ministern, W. von Humboldt, von Schuckmannund von Altenstein, hatte er sich des ausgezeichnetsten Vertrauens seiner Vorge-setzten erfreut und war dadurch in den Stand gesetzt werden, die Ideen seines rei-chen Geistes zur Grundlegung einer Schulverfaffung, die vorzugsweise auf dastüchtige und geschmackvolle Studium der alten Sprachen gebaut war, zu verwirkli-chen. Die meisten jener Verordnungen, die seit 1810 von der Unterrichksbehördeergangen sind (s. Preußische Gymnasien), waren unter S/S Mitwir-kung entstanden, seine Erfahrungen als ehemaliger praktischer Schulmann, seinegründlichen Kenntnisse und seine aus den Musterschriften der Alten gewonneneästhetische Bildung begünstigten seinen Eifer, um zu Reorganisation eines StaatS,der vorzugsweise auf geistige Bildung und Regsamkeit gestützt ist, das Seinige bei-zutragen. Es ist nicht blos in Deutschland, sondern auch in Frankreich durchCousin und in England durch Bulwer anerkannt werden, welche erfreuliche Re-sultate der preußische Gymnastalunterricht unter Nicolovius' und S/s Leitung, mitder sich seit 1817 Schulze'- (s. d.) umfassende Thätigkeit vereinigte, errun-gen hat. Für die materiellen Bedürfnisse des LehrstandeS und für eine ehrenvolleStellung desselben im Staate sorgte S. mit großer Humanität. War gleich seinerster Empfang abgemessen, oft wol kalt, so ging man doch gewiß, wenn dieSache sonst gut war, zufrieden von ihm; seine Zuschriften trugen stets da« Ge-präge seines hochgebildeten Geistes und seiner edeln Gesinnung z seine Reise in dieverschiedenen Provinzen der Monarchie waren von reichhaltigem Erfolge, denn dieLehrer lernten bald in ihm einen strengen Beurtheiler und strengen Richter kennen,aber zugleich einen Mann, der daS Gute überall anerkannte und nach Verdienstbelohnte. Ebenso war er für die Blüte der preußischen Universitäten, deren Be-aufsichtigung ihn gleichfalls beschäftigte, eifrig bemüht. Wer selbst, wie er, Ge-ioav. kex. der neuesten Zelt und Literatur. IV. 38