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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
592
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Süvcrii

sv. Jul. 1831 beschloß der Congress, eine Denkmünze auf S/s Regentschaft prj,gen zu lassen und ihm ein lebenslängliches Jahrgeld von 10,000 Gulden zu be-willigen. Seit er seine Würde niedergelegt hatte und besonders seit dem unglück-lichen Ausgange des Fcldzugs im Aug. 1831, ward er vielfach angegriffen. §zlaßt sich jedoch dagegen anführen, daß er die von der Konstitution ihm vorgeschch,bene Stellung eingenommen und als constitutionnellcr Machthaber, d. h. mit einemverantwortlichen Ministerium regiert hat, das man als Organ der Majorität dezKongresses betrachtete. Diese Majorität schien seinem ersten Ministerium zu üb-len, und obgleich einige Mitglieder desselben sein Wohlwollen besaßen, so folgte,,doch der öffentlichen Stimme und löste es auf. Lebeau, das Haupt desMinisteriums, war ihm persönlich unangenehm, aber dennoch behielt er ihn beiund als eine an ihn abgeordnete Privakdeputation um dessen Entfernung bat, ant-wortete S. tEr bleibt Minister, so lange er die Majorität des Congress,s für sichhat". Die verschiedenen Factionen scheiterten an der Neutralität, die er dikup-tete. Auch hat man ihm den Vorwurf gemacht, er habe die Plünderung in Nriis-sel im März 1831 veranlaßt, indem man sowol den Charakter des Regenten Mauch seine Regierung herabzusetzen suchte. Es ist indeß nicht zu übersehen, daßjene« Ereigniß in der Zwischenzeit vom ersten zum zweiten Ministerium stattfand,wo der Regent ganz ohne Macht war, und was den persönlichen Vorwurf betrifft,so mögen hier S.'S Worte aus einem Schreiben vom 20. März 1832, in Be-ziehung auf eine ihn betreffende Angabe in der ZeitschriftOz nr" eine Steile fin-den :Ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß Alles, was von einer angeb-lichen Mittheilung gesagt wird, die Lord Ponsonbp über ein von mehren achtbarenMännern in Brüssel, Gent und Antwerpen unterzeichnetes Gesuch an die londo-ner Conferenz wegen der Rückkehr der Familie Nassau mir gemacht hal^n soll,durchaus falsch ist." Die Anklage war, der Regent, um die Namen der Anhän-ger des Hauses Dramen zu erfahren, habe sich erboten, ihre Angelegenheit bei derConferenz zu unterstützen und sie dann der Erbitterung deS Volkes preisgegeben.Man hat ihm nicht minder die Annahme der ihm bewilligten Pension zum Vor-würfe gemacht. Sein Vermögen ist allerdings hinreichend, ihn gegen Mangel zuschützen, doch versichert man, er habe jenes Jahrgeld nur in der Absicht angenom-men, einen unglücklichen Bruder zu unterstützen. Er lebt jetzt zurückgezogen inGinglom als Vorstand der Gemeindeverwaltung, und erscheint nur selten amHofe des Königs, wo er aber immer mit Auszeichnung empfangen wird^ (47)Süvern (Johann Wilhelm), vormaliger wirklicher geheimer Oberrcgie-rungSrath und Mitdirector der Abtheilung für den öffentlichen Unterricht im Mi-nisterium der geistlichen, Unterrichts- und Mcdicinalangelegcnheiten des preußische» ^StaatcS, war der Sohn eines würdigen Geistlichen zu Lemgo, wo er am3. Jan. 1775 geboren ward. Im älterlichen Haus« empfing er einen sorgfältige»Unterricht und bezog wohlvorbercitet die Universität Jena, wo er mit vielem Gluckauf dem gelegten Grunde fortbaute und durch reiche Naturgaben an Körper undGeist unterstützt, sich bald einen Schatz von gediegenen Kenntnissen erwarb, silrffische Literatur, Geschichte und Philosophie waren die Gegenstände seiner Studie»,die ihn bald in eine nähere Verbindung mit dem trefflichen Schütz brachten, d-raus seinem Lehrer sein Freund ward und es auch bis an sein Ende geblieben >ffNach seinem Abgänge von der Universität ward er schon 1796 Mikgbed desköniglichen Seminars für gelehrte Schulen zu Berlin und Lehrer am bcrlim.ch-kölnischen Gymnasium, 1800 Direitor des Gymnasiums zu Thorn, kam 180»in gleicher Eigenschaft nach Elbing und 1807 als ordentlicher Professor der alte»Literatur nach Königsberg. Mit größcrn, umfassenden Studien beschäftigt n»zugleich durch die Obliegenheiten seines Amts vielfach in Anspruch genomm-n-vermochte er bis zu dieser Zeit nur in philologischen Schriften von kleinerem ->m-